A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve: Studia Archaeologica 9. (Szeged, 2003)
GALLINA Zsolt – MOLNÁR István: Az intenzív állattartás feltételezett nyomai egy Árpád-kori településen
DIE ANGENOMMENEN SPUREN DER INTENSIVEN TIERHAL TUNG IN EINER ARPA DENZEITUCHEN SIEDL UNG Zsolt GALLINA - István MOLNÁR Die Spuren einer spätarpadenzeitlichen Siedlung kamen im Jahre 1997 in Kiskunfélegyháza an einer Erdentnahmestelle an der sog. südlichen Verbindungsstraße zwischen den Straßen M5 und E5 bei den Abbauarbeiten zum Vorschein (Abb. 1). Nach der Stilllegung der Abbautätigkeit wurde da die Rettungsgrabung vom 16. Juni bis 3. September 1997 durchgerührt. Auf einer 20000 irr großen Fläche konnten die von der Vernichtung erretteten Teile des Fundortes mit 14 Gebäuden, zahlreichen Gräben und 165 Gruben von verschiedener Funktion freigelegt werden (Abb. 2. 1-2). In dieser kurzen Studie werden die Gebäude (4, 5, 12) und ein Kreisgraben (30) behandelt, die mit der Tierhaltung in Beziehung gebracht werden können. Auf unserem Fundort kamen Gebäude vor, deren Grundfläche größer war als gewöhnlich. Bei den Gebäuden 4 und 12 konnten wir an der kurzen Seite einen abschüssigen Eingang beobachten (Abb. 3. 1; Abb. 4. 1). Hinsichtlich der Konstruktion der Gebäude stützten wir uns auf die Vorstellungen von Tibor Sabján und Miklós Takács (SABJÁN 1999; TAKÁCS 1999), das Objekt 12 wurde rekonstruiert (Abb. 4). Der wichtigste Chrakterzug der von uns untersuchten Gebäude ist, dass sie über keine ständige, gebaute Feuerungsanlage verfügten. Die überdimensionale Größe und das oberflächlich ausgebildete Innere der Gebäude sprechen ebenfalls nicht für einen menschlichen Wohnort. Der abschüssige Abstieg kann auf die Bewegung von Tieren hinweisen. Einige Forscher verbinden die Gebäude solcher Art mit der Frage der Erdställe (MÉRI 1964, 28-36; TAKÁCS 1996, 201). Bei der Untersuchung der Konstruktion der Gebäude ist es zu entdecken, dass uns ein reiches ethnographisches Material im Kreis der Erdställe zur Vefügung steht (EBNER 1929, 12; KISS 1936, 72-91; KISS 1958, 256-275; DÁM 1993, 139 140; DÁM 1995, 39-68; NAGYf-GALLINA-MOLNÁR-SKRIBA 2001, 205-210). Demnach können die von uns untersuchten Gruben Wirtschaftsgebäude, vermutlich in die Erde getiefte Ställe für Kleinvieh sein. Außer den Gebäuden kam auch ein Kreisgraben vor. Früher wurde es vermutet, dass diese Objekte die Fundamentgräben von Hütten, oder die Kreisgräben von Filzzelten gewesen sein könnten. Von den meisten Forschern wurden aber diese Kreisgräben als Pferche rekonstruiert. Nur wenige Vertreter dieses in dieser Studie publizierten Gebäudetypes kennt man aus diesem Zeitalter. Es war zu beobachten, dass sich diese Nebengebäude in der Nähe von Wohnhäusern befanden. Auf dieses System weisen der in der unmittelbaren Nähe vorgekommene Kreisgraben und mehrere viereckige Pferche hin. Übersetzt von Katalin H. SIMON Gallina Zsolt Rippl-Rónai Múzeum 7401 Kaposvár Pf 70 Molnár István Rippl-Rónai Múzeum 7401 Kaposvár Pf 70