A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve: Studia Archaeologica 8. (Szeged, 2002)

SOMOGYI, Péter: A szeghegyi (Lovcenac, Szerbia) "lovassír" újraértelmezése

zeug bezeichnet. Und wenn wir die merkwürdige Form und ungewöhnliche Dimension dieses Fund­objektes mit den eleganten, wohl proportionierten frühawarischen Lanzenspitzen vergleichen, dann müssen wir Hampel womöglich recht geben. Die erstmals von Hampel erwähnte Pfeilspitze stellt in dem übrigen Grabinventar einen Fremdkörper dar, sodaß sich bei der Abfassung des Katalogs wohl ein Fehler eingeschlichen hat. Falls wir recht haben, bleibt von den genannten Waffenbeigaben letztlich nur mehr die Axt übrig. Ihrer Form nach könnte sie einstmals in der Tat als Kriegsbeil gedient haben. Ob sie dann allerdings in Gesellschaft von lauter Arbeitsgeräten (Kupferkes­sel, Holzeimer, Sichel, Messer, das einer Lanzen­spitze ähnliche Gerät) in der Nähe eines Pferde­schädels als Waffenbeigabe mit ins Grab gelegt wurde, ist mehr als fraglich. Wie bereits aufge­zeigt, waren diese Gegenstände sicherlich Bestand­teile des Totenopfers, in dessen Mittelpunkt ein oberhalb der Füße der bestatteten Frau mit ins Grab gelegter Pferdeschädel stand. Nach all dem, was Roediger über den Befund und das Inventar des Grabes von Szeghegy auf­zeichnete, dürfte es sich dabei um die Doppelbe­stattung einer Frau (Solidus, Silberring, Bronze­schelle, Glieder von einer Bronzekette, Eisenkette, Tongefäß) und eines Kindes (Tongefäß) gehandelt haben. Der Frau wurde auch noch ein Sattel (Steig­bügel und die Eisenschnalle des Sattelgurtes) als Zeichen ihres berittenen Status mit ins Grab gelegt. Das Totenopfer (Pferdeschädel) und die wohl ebenfalls beim Ausführen desselben benützten Ge­räte (Kessel, Holzeimer, Axt, Messer, womöglich auch die „Lanzenspitze" und die Sichel) wurden, von den Verstorbenen räumlich etwas getrennt, ebenfalls beigegeben. Das Grab von Szeghegy war also kein Reitergrab vom Typus VI, bei dem die Verstorbenen mit dem zu ihren Füßen deponierten, aufgeschirrten Pferden bestattet sind, sondern das Grab einer Frau mit dem unverkennbaren Hinweis auf ihren berittenen Status und mit einer seltenen Form des für sie dargebrachten Totenopfers. 1 LITERATUR CICUROV 1991 v Vizantijskij Cherson. Ausstellungs­katalog. Hrg.: Cicurov 1. S. Moskva 1991. GARAM 1982 Garam É.: Rómaikori rézüstök korai avar sírokban.— Römerzeitliche Kupferkessel in früh­awarischen Gräbern. ArchÉrt 109 (1982) 73-88. GARAM 1992 Garam, É.: Die münzdatierten Gräber • der Aw arenzeit. In: Awarenforschungen. 1. Hrg.: Daim, F. Wien 1992, 135-250. GARAM 2001 Garam, É.: Funde byzantinischer Herkunft in der Aw arenzeit vom Ende des 6. bis zum Ende des 7. Jahrhunderts. MAA 5, Budapest 2001. GERE 1983 Gere L.: Avar leletek a Bácskából. Diplomarbeit an der Eötvös-Universität Budapest 1983. HAMPEL 1905 Hampel, J.: Alterthümer des frühen Mittelalters in Ungarn. 2. Braunschweig 1905. LŐRINCZY 1992 Lőrinczy, G.: Vorläufiger Bericht über die Freilegimg des Gräberfeldes aus dem 6-7. Jahrhundert in Szegvär-Oromdülö (Weitere Daten zur Interpretierung und Bewertung der partiellen Tierbestattungen in der frühen Awarenzeit). Com ArchHung 1992, 81-124. NÉMETHI-KLÍMA 1992 Némethi M. - Klima L.: Kora avar kori lovas temetkezések. — Frühawa­renzeitliche Reiterbestattungen. JAME 30-32 (1987-1989)1992,173-244. RJCZ 2002 Riez, P.: Lovéenac-Hollinger-ház (Haus). In: Archäologische Denkmäler der Awarenzeit in Mitteleuropa. Hrg.: Szentpéteri, J. Varia ArchHung 13:1 (2002) 229. ROEDIGER 1901 Roediger L.: Lovas sír Szeghe­gyen. A Bács-Bodrog vármegyei Történelmi Társu­lat Évkönyve 17 (1901) 87-89. ROEDIGER 1903 Roediger L.: Koraközépkori lovas sírleletről. Szeghegyen. (Bács Bodrog m.) ArchÉrt 23 (1903)272-276. SOMOGYI 1982 Somogyi P.: A kárpát-medencei sarlós temetkezési szokás eredete. — Ursprung des Bestattungsbrauches mit Sichel im Karpaten­becken. ArchÉrt 109 (1982) 191-200. SOMOGYI 1984 Somogyi P.: A cikói temető. — Das Gräberfeld von Cikó. In: Kiss G. - Somogyi P.: Tol­na megyei avar temetők. — Awarische Gräberfelder im Komitat Tolna. DissPann 111:2 (1984) 37-103. SOMOGYI 1997 Somogyi, P.: Byzantinische Fund­münzen der Awarenzeit. Monographien zur Frühge­schichte und Mittelalterarchäologie 5, Innsbruck 1997. UENZE 1992 Uenze, S.: Die spätantiken Befestigun­gen von Sadovec (Bulgarien). Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte 43, München 1992. 1 Für die sprachliche Korrektur des Manuskriptes danke ich Petra Amann, Institut für klassische Archäologie der Universität Wien und Falko Daim, Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien, recht herzlich.

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