A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve: Studia Archaeologica 4. (Szeged, 1998)

FISCHL Klára: Klárafalva-Hajdova bronzkori telltelepülése II.

DIE BRONZEZEITLICHE TELL-SIEDLUNG IN KLÁRAFALVA-HAJDOVA II Klára P. FISCHL Die Gemeinde Klárafalva befindet sich in Südostungarn, im Komitat Csongrád, am linken Ufer der Maros. In der Flur Hajdova wurden Ausgrabungen auf der bronzezeitli­chen Siedlung mehrmals durchgeführt. Zuerst, im Jahre 1931 machte hier Ferenc Móra eine Grabung. 1958 son­dierte man die Tell-Siedlung mit Hilfe eines Földvári-Boh­rers: Da war die Schichtenabfolge 340 cm mächtig. 1969 wurde eine Rettungsgrabung nötig, weil die hiesige LPG 40-60 cm dick die Erde vom Hügelrücken abtragen ließ (MFM Arch. Datei 950-84). Die Grabungen wurden von Ottó Trogmayer geleitet (RégFüz 22 (1969) 13; RégFüz 23 (1970) 7-8; ArchÉrt 97 (1970) 306). Die Ergebnisse beider Ausgrabun­gen wurden schon kurz zusammengefaßt (HORVÁTH 1985). Im Jahre 1987 führte hier John Michael O'Shea eine Gra­bung durch. SIEDL UNGSGESCIIICHTLICHE ANGABEN Über die Erschließungen im Jahre 1931 verfügen wir über keine Dokumentation, dementsprechend können die dama­ligen Funde als Streufundc betrachtet werden (P. FISCHL 1997). Im Verlauf der Ausgrabung im Jahre 1969 wurden acht Hauptniveaus im Quadranten A abgesondert. Nach den Plan- und Profilzeichnungen hatten die Häuser (Haus E, F, G und H) in vier von den unteren sechs, dicht einander folgenden Schichten die gleiche Anordnung und Orientie­rung. Hier ist es also mit einer kontinuierlichen Ansiedlung zu rechnen (Abb. 4. 2; Abb. 5. 1-2; Abb. 6. 1). Ein abwei­chendes Prinzip konnte im Falle des untersten Hauses (Ha­us I: Abb. 6. 2) und der Häuser in den oberen Schichten (Haus A, B, C, D: Abb. 2.1; Abb. 3.1; Abb. 4.1) beobachtet werden. Auch die unter und über dem Haus C bemerkten dichten Aufschüttungsschichten (Abb. 2. 2; Abb. 3. 2; Abb. 9) weisen auf eine Änderung des Siedlungssystems hin. Neben den oben gemachten Feststellungen muß man betonen, daß zahlreiche große, die ganze oder beinahe die ganze Schichtenabfolge durchschneidende Gruben im relativ kleinen Quadranten A (6 x 4 m) im Laufe der Ausgrabung freigelegt wurden. Es besteht also die Möglichkeit der hochgradigen Vermischung des Fund­materials sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gruben, und dadurch werden unsere Feststellungen, die in Beziehung mit dem Verhältnis der Fußböden zueinan­der gemacht werden könnten, stark beschränkt. TYPOLOGISCHE ANGABEN Die Anwesenheit der für die jüngere Periode der Perjámos­Kultur kennzeichnenden formalen Charakterzüge und Ver­zierungselemente scheint nach der ersten Durchsicht des Fundmaterials dominant zu sein, und erweckt den Eindruck eines homogenen Materials. Aufgrund der 14 C-Angaben und der acht Siedlungsschichten muß man aber mit einer eindeutig langen Ansiedlung auf diesem Ort rechnen, so ist die Absonderung einer älteren Phase auch typologisch er­wünscht. Die für die Kultur kennzeichnenden frühen Züge — überwiegend bei den Siedlungsfunden — sind aber viel weniger begreiflich, da die innere Gliederung dieser Kultur aufgrund der Funde der großen Gräberfelder (Szőreg, Mokrin) durchgeführt wurde. Untersucht man die frühen Siedlungsfunde, können nur einige Züge genannt werden, die als Grund einer frühen Datierung dienen können. Als frühe Merkmale werden die zweihenkeligen Krüge bewer­tet (deren Anwesenheit in der späteren Phase aber von mehreren Forschern schon bewiesen wurde: SOROCEANU 1991, 39; O'SHEA 1996, 35-36), ferner auch die, aus drei senk­rechten Rippen bestehenden Verzierungen hauptsächlich unterhalb des Randes der Schüsseln, die eingeritzten Fahnen-, Dreieck- oder sog. Hüttenmuster, das Vorhan­densein der Besenstrichverzierung, die Importstücke der Nagyrév- und Kisapostag-Kultur und das Fehlen der späten Charakterzüge. Das Vorkommen der Importstücke erleichtert die Datierung, aber diese tragen zur Erkennung des inneren Entwicklungsprozesses der gegebenen Kultur nicht bei, während das letzte Argument ganz zufällig ist. Also als Grundlage der Datierung der Frühphase dienen eher das Fehlen gewisser Charakterzüge bzw. die Analo­gien der im Mokriner Gräberfeld vorgekommenen Funde. Von den Verzierungsarten ist die Einritzungstechnik im Gegensatz zur Kannelurverzierung bewiesen archaischer (SOROCEANU 1984,63-64 — aufgrund von Pécska). Im hier behandelten Material kann das Auftreten der drei senkrechten Rippen unter dem Rand durch Angaben nicht unterstützt werden. Die Anwendung des Fahnenmotivs konnte einmal, unter den Funden des Hauses H beobachtet werden (Abb. 27. 8), und das Hüt­tenmotiv über dem waagerechten Teilungsmuster ist auf einem, auf dem Niveau des Hauses G gefundenen Krug (Abb. 24. 13) sichtbar. Außer diesen Beobachtungen konnten keine weiteren, für die frühe Phase der Kultur

Next

/
Thumbnails
Contents