A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1989/90-1. (Szeged, 1992)

Természettudomány - Jakab Béla: A talajtípusok szerepe a fehér gólya (Ciconia ciconia) elterjedésében Magyarországon

IRODALOM Bulla Béla 1962 Magyarország természeti földrajza. Budapest Creutz, Gerhard 1985 Der Weiss-Stroch. Die Neue Brehm-Bücherei 375. Wittenberg Lutherstadt Homonnay Nándor 1964 Magyarország és környező területei gólyaállományának mennyiségi felvétele az 1941. évben. Aquila. 69—70. 83—97. Jakab, Béla 1987 Der Bestand des Weiss-Storchs in Ungarn von 1958—1984. Der Falke. 34. 47—50. 1987—88 A fehér gólya (Ciconia ciconia) magyarországi populációjának helyzete és védelme, 1958 és 1984 között. Állattani Közlemények. 74. 55—63. 1988 A fehér gólya (Ciconia ciconia) állománya Magyarországon 1984-ben. A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve 1987—1. 473—512. 1989 Der Weiss-Storch in Ungarn: Bestandsänderungen und ihre Ursachen. Rheinwald, G., J. Ogden & H. Schulz (Hrsg.): Weiss-Storch — White Stork. — Proc. I. Int. Stork Coserv. Symp. Schriftenreihe des DD A 10. 105—113. Schüz, Ernst 1933 Der Bestand des Weiss-Storch (Ciconia с. с.) in Ostpreussen 1931. Verh. orn. Ges. Bayern. 20. 191—225. Stefanovits Pál 1956 Magyarország talajai. Budapest. 1975 Talajtan. Budapest. Die Rolle der Bodentypen in der Verbreitung des Weissstorchen (Ciconia ciconia) in Ungarn Jakab, Béla Unsere früheren Aufsätze massen unter den Naturregulatoren der Verbreitung vom Storch der Klima- und Wetterverhältnisse in Ungarn eine bedeutende Rolle, bseonders der Niederschlags­verteilung, bei. Ungarn ist im Vergleich mit den Nachbarländern ein verhältnismässig storchreiches Land. Sein Weissstorchbestand beträgt gegenwärtig 4500—5000 Storchpaare, was allein mit den erwähnten Faktoren nicht genügend zu erklären ist. Schüz, Creutz und Homonnay legten dar, dass die lehmreichen, schweren Böden für den Storch günstiger sind als die sandigen, wasserdurch­lässigen Böden. Diese Feststellung gab uns die Veranlassung, diese Frage im Zusammenhang mit den Bodengegebenheiten des Landes zu untersuchen. Ungarn liegt in der Mitte des Karpatenbeckens, das im Tertiär vom Meer überflutet war. Auf seinem beckenartigen Gebiet sind 68% flache und 15% wellig-hügelige Landschaften mit niedri­gen Höhenlagen, bis 200 m über dem Meeresspiegel zu finden (Abb. I. II. III. IV.). Der Abfluss des Oberflächenwassers ist verzögert und die Verdunstung ist besonders im Flachland gross. Die mari­timen Sedimentgesteine und eiszeitlichen Gebilde, die in die Oberschicht gekommen sind, spielen eine bedutende Rolle bei der Bodenbildung. Durch ihre wasserdurchlässige oder wasserundurchläs­sige Qualität wird der Wasserhaushalt der Oberfläche geprägt. Die Rolle der wasserundurchlässigen Gesteine, wie Lehm, Ton usw. ist in Ungarn sehr bedutend (Abb. 3. a, b). In Ungarn werden zwei Zonen vorherrschender Bodentypen unterschieden: die Zone der Tschernosemböden, die sich in der Grossen und Kleinen Tiefebene ebfinden, sowie die Zone der Waldböden, deren Verbreitungsschwerpunkte im Alpenvorland, auf dem Transdanubischen Hügel­land und in den Mittelgebirgen liegen (Abb. 2.). Die intrazonal gebildeten asonalen Böden sind sehr abwechslungsreich, denn auch die bodenbildenden Faktoren, wie Gesteinqualität und Relief, Makro- und Mesiklima, Verdunstung- und Abflussverhältnisse zeigen eine bedeutende Abwechslung, auch innerhalb kleiner Flächen (Abb. 3.). In der Grossen Tiefebene (Abb. 1. I.) ist das Kontinentalklima vorherrschend. Die niedrigeren Teilgebieten (80—100 m) stehen unter einem Einfluss der Grund- oder Oberflächengewässer (Abb. 5 mit gedrehtem w-Zeichen markiert ist). Den Böden hier (Abb. 4) gehören die wasserundurch­lässige tonige Schwemm- (8) und Wiesenböden (4), die Wiesenböden mit Alkaliunterböden, die verschiedenen Alkaliböden (3) und örtlich die Moorböden (5) an. Auf diesen Böden, besonders in den Teilen des Zuflussgebiets der Theiss ist der höchste Weissstorchbesatz zu finden. Auf den anmu­tigeren Gebieten der Tschernosem (2)- und Sandböden (7) brütet der Storch nicht. Ebenfalls sind für ihn die mit Sand- und Lössrücken in den höheren Höhenlagen der Tiefebene (120—160 m) ungünstig. In diesen Regionen kommen sporadisch nur 1—3 Paare/ 100 km 2 oder inselhaft 5—12 531

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