A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1984/85-2. A népvándorláskor fiatal kutatóinak szentesi találkozóján elhangzott előadások. (Szeged, 1991)
Pávai Éva: Az avar művészet indamotívumai
DIE RANKENMOTIVE DER AWARISCHEN KUNST Pávai Éva Anhand der Verzierungsmotive wird das spätawarische Fundmaterial in zwei Hauptgruppen aufgeteilt: auf die Ranken- und auf die Greifengruppe. Diese Arbeit untersucht die unzähligen Beschläge mit Rankenmuster, wobei die Ranken aus dem Grundelement, aus der Variationseinheit abgeleitet werden. Dieses Grundelement ist ein S-förmiges Motiv, welches einen dreieckigen oder tropfenförmingen Kopf und rankenartige Glieder aufweist. Diese Gestalt wird gespiegelt, vervielfacht, verrankt, immer so, daß selbst die S-Form auf jedem Exemplar nachweisbar ist. Der Typ К kommt nur auf Gegenständen aus der mittelawarischen Zeit vor (Gátér, Regöly, Alattyán). Es ist interessant, daß diese in gewissem Grad „geometrisierte" Variant der S-Form eine andere Entwicklungsrichtung des Motivs als bei den Typen der spätawarischen Zeit erahnen läßt. Daraus folgt, daß die mittelawarischen Rankenmotive, den Typ A als Grundtyp ausgenommen, nicht als Vorbild der gegossenen Gürtelgarnituren mit Rankendekor zu betrachten sind. Der Vergleich der Rankendarstellungen aus dem Karpatenbecken und aus der KamaGegend zeigte, daß sie nichts gemeinsam haben. Dieser Umstand widerspricht der Vorstellung, wonach die Rankenmotive aus der Kama-Gegend stammen sollen. Man kann eher auf die Existenz eines gemeinsamen Ausgangspunktes zwischen den beiden Gebieten folgern. Die S-Form nimmt in den Tierdarstellungen der skythischen Kunst konkrete Gestalt (Tai. VII/2, Taf. VIII). ! 383