A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1984/85-2. A népvándorláskor fiatal kutatóinak szentesi találkozóján elhangzott előadások. (Szeged, 1991)

Simon László–Székely Levente: Korai avar leletek Dabas (Gyón)-Paphegyről

FRÜHAWARENZEITLICHE FUNDE VON DABAS (GYÓN)-PAPHEGY Simon László - Székely Levente Im August 1987 wurden die folgenden frühawarenzeitlichen Fundobjekte ins Arany­János-Museum eingeliefert: 1. eine zylinderförmige Zopfspange aus Silberblech, an ihren beiden kugelartigen Enden mit je 2 runden Durchbrüchen für Stein- oder Glaseinlage; 2. eine unverzierte große Riemenzunge aus zwei Silberblechen. Der Rand des oberen Bleches ist umgebogen. Das untere Ende der Riemenzunge ist abgerundet, ihre Seiten laufen paralell, am oberen Ende findet sich ein geripptes Band, darunter eine Niete zur Befestigung am Riemen. 3a. Zwei ähnliche kleine Riemenzungen. 3b. Zwei ähnliche aber stämmigere kleine Riemenzungen. 4. Die Bruchstücke eines vermutlich zweischneidigen Schwertes mit P-förmigen Attachen. 5. Schmale Beinplatten vom Bogen. 6. Die Bruchstücke von mindestens 6 Eisenpfeilspitzen. Der Fund ist wegen seiner topographischen Lage und Zusammensetzung interessant. 20 km südwestlich des Fundortes entfernt, auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Kunszentmiklós-Bábony, befand sich im 7. Jahrhundert das kaganische Zentrum. Die Fundobjekte von Dabas sind aller Wahrscheinlichkeit nach die Reste der Tracht und Rüstung eines Kriegers, der das Zentrum des Awarischen Kaganates verteidigte. Wegen der starken Zerstörung des Fundortes kann nicht mehr entschieden werden, ob es sich um ein Einzelgrab oder um ein Grab aus einem kleineren Familiengräberfeld handelt. Während der Rettungsgrabung wurden zwar zwei Gräber in der Orientierung WSW-ONO freigelegt. Aber weil das eine eine leere Grube war und das andere nur ein Kinderskelett ohne Beigaben enthielt, ist über ihre Datierung nichts zu sagen. Auf Grund der Analogien läßt sich das Gros der Funde in die Frühawarenzeit datieren. Die zweischneidigen Schwerter sind hauptsächlich für die erste Hälfte der Frühawarenzeit (568-626/630) charakteristisch, sie kommen aber ab und zu auch in der Mitte des 7. Jahrhunderts noch vor. Die zylinderförmige Zopfspange läßt sich in jüngere Zeit bestimmen: laut allgemeiner Meinung waren sie im letzten Drittel des 7. Jahrhunderts in Mode. Dementsprechned sollte der Besitzer des Exemplares von Dabas(Gyon)-Paphegy im zweiten Drittel des 7. Jahrhunderts leben und es ist nicht auszuschließen, daß er auch die große Umgestaltung des Awarischen Reiches um 670-680 miterlebte. 203

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