A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1969. 2. (Szeged, 1969)

Csallány, Dezső: Der Schatz der Csanáden

uns, daß auch die Kerbschrift von Nagyszentmiklós ein velares türkisches Alp­habet repräsentiert, ebenso, wie die széklerische Kerbschrift. Die Zusammen­hänge der Inschriften von Nagyszentmiklós finden wir unmittelbar in den széklerischen Kerbschriften und in den Schriften der Kuban-Gegend; die Grundlage der nagyszentmiklóser Kerbschrift war aber das osttürkische Kerb­schriftsystem der Orchon-Jenissei-Gegend. * Auf Grund der Inschriften ist ihr Alter in das XI/XII. Jahrhundert zu­rückzuführen. Damit stimmt die Zeit der Verfertigung der Gefäße überein. Der Schatz: war das Eigentum des Geschlechtes Csanád, den man vermutlich zur Zeit des Mongolensturmes (1242) verbarg. Die Verfertigung der Gefäße kann man in der Mehrzahl ins XL Jahrhundert datieren, in jene Zeit, als sich das Geschlecht Csanád in zwei Zweige spaltete, als sich die Bézi-s von dem Gesch­lecht trennten. Sogar die Verfertigung der Schale Nr 2 hängt mit ihrem Na­men zusammen. Die zweite Generation des Geschlechtes Csanád wollte ihre großen Vor­fahren, den Fürsten Csanád im siegreichen Kampf gegen Ajtony, verewigen; mit dem geköpften Haupt von Ajtony, und die Urmutter mit dem Turulvo-gel. Die Csanádén gehörten zur Verwandtschaft der Árpádén, beide hatten auf ihrem Wappen den Turul. Während indessen bei dem Geschlechte Álmos-s die Beziehung Emese-s zum Turulvogel nur in unseren Chroniken bewahrt wur­den, verblieb dieses Sagenmotiv bei den Csanádén in einer Darstellung: bezogen auf die Urmutter (die Frau des Fürsten Csanád) der Csanádén. Die zwei grü­nenden Zweige, die sie in Händen hält, symbolisieren die zwei blühenden Zweige des Geschlechtes. Die Turul-Darstellung kommt auch in der archäologischen Hinterlassen­schaft unserer Landnehmer vor. Der Schatz der Csanádén, ihre Kerbschrift in türkischer Kerbschrift, ist das schönste und wichtigste Andenken unserer landnehmenden Geschlechter. Dieser Schatz ist die Grundlage für weitere archäologische, historische und linguistische Forschungen. In meiner skizzenhaften Vorlesung habe ich nicht alle auftauchenden Probleme berührt und behandelt. Alle diese Probleme wünsche ich in meinen weiteren Publikationen bekannt zu geben. Literatur Csallány, Dezső: „A világhírű nagyszentmiklósi aranykincs rovásfeliratainak megfejtése". ,Keletmagyarország' XXIV. 118., 21. V. 1967. Csallány, Dezső: „A nagyszentmiklósi aranykincs rovásfeliratainak megfejtése és tör­téneti háttere". JAMÉ X. 1967 (1968), 31—84, Taf. IV—XX. Hampel, ].: „A nagyszentmiklósi kincs". Arch. Ért., 1884, 1—166. Hampel, ].: „Der Goldfund von Nagyszentmiklós, sogenannter ,Schatz des Attila'. Beitrag zur Kunstgeschichte der Völkerwanderungsepoche", Ungarische Revue, 1885, Seiten 161—199, 598—619.; 1886, 433—480, 627—688. Kny. Bpest 1886, 190. Németh, ].: „Die Inschriften des Schatzes von Nagy-Szent-Miklós", Budapest —Leipzig, 1932. Mawrodinow, N.: „Le trésor protobulgar de Nagyszentmiklós", Archaeologica Hunga­rica XXIX., 1943. 205

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