A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1966-67. 2. (Szeged, 1968)

Gazdapusztai Gyula: Chronologische Fragen in der Alfölder Gruppe der Kurgan-Kultur

Die Berührung mit der Kultur der Schnurkeramik ist in der frühen Phase mit nichts zu erweisen, weder auf dem Gebiet Rumäniens noch auf dem Ungarns, noch weniger aber in Bezug auf die Sowjetunion. Die absolute Datierung ist keine leichte Sache. Die neueren Forschungen schei­nen den früheren Standpunkt von w. A. Gorodzow zu bekräftigen, nach welchem die Yamnaya-Kultur im III. Jahrtausend v. u. Z. geblüht habe. Die knappen C-14 Belege zeigen das folgende Bild: Strelka (Kurgan — I) — 2994 + 200 v. u. Z. (Artem­iews Beleg, durch Ehrich modifiziert), „Walachia" — Ockergrab — 2330 + 65 (Beleg von w. W. Titow, Gro-1495), Baia —Hamangia (ochre-grave) —2140+160, mit Korrektion — 2262+160 v. u. Z. Beleg von Ehrich bzw. M. Gimbutas), der Beleg des anderen Grabes von derselben Stelle —2716 + 65 (aber des von derselben Stelle stammenden Holzüberbleibsels, wie das vorhergehende BLn. 29). Die letzte­ren stammen gleichfalls von Ehrich. Von M. Gimbutas wird die Phase Kurgan III von 2300 v. u. Z. angefangen datiert, während er für die Abschnitte I — II eine frühere Datierung für wahrschein­lich hält. Wie die Angelegenheit in bezug auf die Wertung der Radiocarbon-Datierungen auch stehen mag, unzweifelhaft scheint es zu sein, dass uns die übereinstimmenden Daten wenigstens in der Ausbildung einer relativen Chronologie behilflich sein kön­nen. Hiernach ist das Eindrigen der Yamnaya-Kultur nach Ungarn keineswegs auf die Jahre 1900—1800 v. u. Z. zu datieren, wie das versucht wurde, da ja diese Kul­tur zu dieser Zeit auch schon vom Gebiet Südrusslands verschwunden bzw. teilweise verschmolzen war mit den Volkstümern der folgenden Stufen (Usatowo, Gorodsk, an einigen Stellen vielleicht schon mit der Katakomben-Kultur). Als Datierung unseres 3. Typs, d.h. der Brandgräber scheint uns die Wende des III — II. Jahrtausends annehmbar zu sein, eben auf Grund der stratigra­phischen Stellung des schnurkeramischen Eindringens, desgleichen mit Rücksicht auf die Beziehungen der Hügelgräber der Vojvodina zu dem Kostolac-Horizont, Jene Froschungen, deren Zweck es ist, die Ansichten über die gebietliche Ver­breitung, die Wegstrecke des Eindrigens und ihre Beziehungen, desgleichen über die Chronologie der Yamnaya-Kultur umzuändern, bedeuten unzweifelhaft eine Reihe von neuen Problemen, deren Berechtigung auch wir betonen wollen. Nach den in der Fachliteratur in den letzten Jahren verbreiteten Ansichten soll das eindringende Volkstum der „Ockergräber" die Bevölkerung der Péceler (Badener) Kultur angegriffen haben und nach der Verschmelzung mit den entdpreshenden Gruppen der Zóker Kultur an der Ausbildung der frühen Bronzezeit eine entscheid­ende Rolle gespielt haben. Diese Ansicht lässt sich weder druch die Chronologie noch durch die Typologie realisieren. Es wäre vorstellbar, obgleich das karge Fundmaterial die Rechtfertigung der Ansetzung nicht zuzulassen scheint, dass die möglicherweise unter ostslowakischer und galizischer Einwirkung stehenden schnurkeramischen Gruppen auf die spätkupferzeitlichen Kulturen des Alföld einen Einfluss ausgeübt haben mochten und dass einige Elemente von diesen als Faktoren auch in der Aus­bildung der Bronzezeit mitgewirkt hätten. Besser scheint das in der Woiwodina nach­weisbar zu sein, während es richtiger ist auf dem südlichen Teil des Alföld die Aus­bildungsfaktoren der selbständigen Makóer Gruppe in dem Komplex von Usatovo — Folte§ti IL zu suchen. In dem Nyírség (Kom. Szabolcs) ist die Anwesenheit des schnurkeramischen Elementes allgemein anerkannt. Was mag also die Lage in der Zeit des Eindringens der frühen Yamnaya —Ele­mente gewesen sein? 7 Móra F. Múzeum Évkönyve II. 97

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