A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1966-67. 2. (Szeged, 1968)

Nováki Gyula–Regius János: Methodischer Versuch der Schichtenerschliessung auf der bronzezeitlichen Siedlung in Bölcske

METHODISCHER VERSUCH DER SCHICHTENERSCHLIESSUNG AUF DER BRONZEZEITLICHEN SIEDLUNG IN BÖLCSKE Das Ungarische Landwirtschaftliche Museum begann die Erschliessung einer bronzezeitlichen Siedlung in Bölcske (Komitat Tolna) im Jahre 1965. An den ein­gestürzten Teilen der sich über das Hochwassergelände der Donau erhebenden Lösswand sind die Schichten der Siedlung gut zu sehen. Es konnten mehrere ver­kohlte, aschige Schichten unterschieden werden, aus denen Geschirrsplitter, tierische Knochen usw. herausragten. Dies ermöglichte die Ermittlung der Richtung, wo sich die stärkste Schichtung der Siedlung befand. Auf dieser Grundlage wurde das zu erschliessende Ausgrabungsgebiet festgesetzt. Gesichtspunkte des Uferschutzes — nachdem es sich um ein im Weichbild der Gemeinde liegendes Gelände handelte — Hessen es nicht zu, die Arbeit am Rande des Abgrundes zu beginnen, wodurch die Erschliessung allerdings von mehreren Gesichtspunkten leichter gewesen wäre. Auf Grund des Gutachtens des Fachingenieurs hatten wir in Richtung der Kluftlinie einwärts einen Streifen von 4 m ausgelassen und den zu erschliessenden Block innerhalb von diesem festgelegt. In Anbetracht der sich im Profil der Kluft zeigenden auffallend starken Kulturschicht markierten wir nur ein verhältnismässig kleines Gebiet mit einer Fläche von 5 X 9 cm. Die Bearbeitung des ausgegrabenen Fundmaterials wird eine spätere Aufgabe sein, weshalb wir uns an dieser Stelle mit den strenggenommenen archäologischen Fragen nicht befassen wollen. Im Zusammenhang damit erwähnen wir jetzt nur soviel, dass unten eine dicke Schichtreihe der Nagyréver, oben aber von der Vatyaer Kultur liegt, dazwischen sind auch die Kisapostager Kultur und die Inkrustierte Keramik vertreten. Im nachfolgenden befassen wir uns ausschliesslich mit der Beschreibung der Ausgrabungsmethode. Am Anfang der Arbeit folgten wir der Methode, die im allgemeinen bei der Erschliessung von alten Siedlungen angewandt wird, d. h. wir vertieften den ganzen Ausgrabungsblock zur gleichen Zeit. Ursprünglich gedachten wir den ganzen Block auf diese Weise zu erschliessen und die Zusammenhänge der Erschein­ungen von den vier Seitenprofilen aus zu beobachten. Zudem teilten wir die ganze Fläche in genaue Quadratmeter auf, die wir numerierten. Mithin wurde das Fund­material spatenstichweise (in cm bezeichnet) und in Quadraten voneinander getrennt. Da das Gebiet an einem sanft abfallenden Hange liegt, vermessen wir jedes Tief mit dem Nivellierinstrument zu einem von uns gewählten fixen O-Punkt aus. Das Fundmaterial wurde nicht an Ort und Stelle aussortiert, wir verpackten selbst das kleinste Scherben- und Knochenmaterial sowie die sonstigen Bruchstücke, damit be i der Bearbeitung das gesamte Material zur Verfügung stehen möge. Die oberen 40 cm bestanden aus der üblichen gemischten Schicht. In einer Breite von 40—60 cm gelangten wir zu einer grossen grauen Schicht mit mehreren glatten, verputzten Flächen, die wir als Fundament und Boden eines Hauses mit 85

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