A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1966-67. 2. (Szeged, 1968)

Patek Erzsébet: Präskythische Gräber in Ostungarn

Gebietes. Eine häufige Verzierungsweise ist hier der kurze, plastische, senkrechte Lattenverzierung (Taf. I. 2). Die charakteristischste Verzierung der grossen Gefässe ist in unserem Friedhof der von innen hinausgedrückte grosse Wulstverzierung (Taf. I. 1). Es kommt die doppelkonische Urne mit nach aussen neigendem Rand sehr häufig vor, ihr Bauch wird fast immer verziert (Taf. I. 3). Eine andere Gruppe der Gefässe weist solche Typen auf, die auch in Trans­danubien und Mitteleuropa anzutreffen sind, eben deswegen sind diese zu chrono­logischen Parallelisierungen gut benutzbar, Solche sind die oberhalb des Hen­kels mit erhöhtem Rand geformte Kleingefässe oder die auf der Schulter mit Buc­keln verzierten НС-Urnen (Taf. I. 6, 7). Wir können auch einige solche Gefässformen erwähnen, die auch in Trans­danubien auftauchen, aber in erster Linie für unsere präskythischen Friedhöfe cha­rakteristisch sind. Eine solche ist das bandhenkelige, flache Töpfchen mit kanneliertem Bauch, welcher Typ in grossen Mengen auch in dem Material von Kiskőszeg und Dalj (Taf. I. 9). Ein anderer Töpfchentyp ist vor allem ein Zubehör präskythischer Friedhöfe, es ist wahrscheinlich, dass dieser Typ von hier nach Transdanubien gelangte (Taf. I. 8). In unseren Gräbern finden wir auch mehrere zweihenkelige Töpfchen (Taf. I. 11). Die konischen Schüssel mit gelinde einbezogenem Rand sind meistens glatt, unverziert, einigemal sind unter ihrem Rand Buckel sichtbar (Taf. I. 10). Turban­gewindeförmiger Schüssel kam in Mezó'csát nur einmal vor. Wichtig sind die metallnen Beigaben der Gräber. Obgleich auch einige un­bedeutendere bronzene Gegenstände vorkommen (Tutuli, Spiralröhrchen, bronzene Reife, Knöpfe), fanden wir in den Gräbern in erster Linie Eisen und zwar in ver­hältnismässig guter Erhaltung. Das Eisen erscheint meistens in Schmucksachen. Eiserne Armringe (Taf. I. 12) und neben diesen durchbohrte grosse Eisenperlen (T. I. 14) wurden auf den Unterarmen der Skelette oft gefunden, einigemal auf beiden. Seltener gab es eiserne Werkzeuge. Ein verrostetes Eisenstück war ehemals möglicherweise Ahle. In dem Grab Nr. 52 fanden wir — leider in schlechter Er­haltung — eine eiserne Trense, dann in dem Grab Nr. 94 3 eiserne Phaleren (Taf. I. 15). Als Schmucksache fanden wir öfter brillenförmige (Taf. I. 16) oder einfarbige Pastellperlen, in zwei Gräbern befanden sich kleine Goldperlen, es ist wahrschein­lich, dass mit diesen das Leichentuch geschmückt wurde, in das eine, Goldperlen enthaltende Grab wurden auch Bernsteinperlen gelegt. Verhältnismässig häufig kommen steinerne Geräte vor (Taf. I. 21, 22). Anzu­treffen ist die Silexklinge, häufig ist der durchbohrte Schleifstein, Wetzstein, während in dem Grab Nr. 97 ein steinerner Streithammer lag (Taf. I. 20). In einigen Gräbern fanden wir flache Steinstücke, die wahrscheinlich in Zusammenhang mit dem Toten­kult in die Gräber gelegt wurden. Spezielle Zubehöre unserer präskythischen Friedhöfe sind die geschliffenen knöchernen Platten, die aus tierischen Rippen hergestellt wurden (Taf. I. 13). Auf ihren beiden Rändern sind immer Einkerbungen zu sehen, woraus darauf geschlossen werden kann, dass sie hier mit irgendeiner Schnur befestigt waren. Diese knöcherne Platten wurden oft mit geometrischen Mustern verziert. Zu unseren Friedhöfen müssen wir noch bemerken, dass die bisher bekannten Friedhöfe in geographischen Umgebungen identischer Art gefunden wurden. Die in neueren Zeiten aufgedeckten Friedhöfe erstreckten sich in Landschaften von Alföld-Charakter südlich von dem Bükk—Mátra-Gebirge auf der rechten Uferseite der Theiss. In den meisten Fällen befinden sie sich auf niedrigen Erdrücken, die 102

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