A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1966-67. 1. (Szeged, 1968)

Gazdapusztai, Gyula: Neuere Ausgrabungen in dem Freidhof aus der Skythenzeit von Hódmezővásárhely–Kishomok

Spiegel der Skythenzeit, 45 dann zuletzt in der Veröffentlichung des Fundes von Ártánd. 46 Das Erscheinen der auf Töpferscheibe verfertigten Ware, genauer die Ver­breitung der Scheibe auf dem Alföld hat einen besonderen Nachdruck auch in der neuesten Arbeit von I. Lengyel erhalten. 47 Die Verfasserin hatte nämlich einige Widersprüche in dem früheren Standpunkt von Á. Bottyán nachgewiesen 48 und im Anschluss daran wurde von ihr augeführt, dass die Töpferscheibe auf dem Alföld schon früh, d. h. schon im VI. Jh. v. u. Z. verbreitet war und unser Alföld zu dieser Zeit auf dem Gebiet der Anwendung der neuen Technik im „barbarischen Europa" ein aussergewöhnliche Rolle gespielt habe. 49 Mit Rücksicht darauf, dass uns die Kishomoker Ausgrabungen zur Entscheidung der Frage Material geliefert haben, wird es sich lohnen, uns mit den Ausführungen von Frau I. Lengyel, eingehender zu befassen. I. Lengyel will die Existenz eines Alfölder Zentrums der Töpferscheibe mit dem Material folgender Fundorte rechtfertigen: Alsótelekes, Mátraszele, Tápiószele Grab Nr. 84. 50 Schon auf den ersten Anblick fällt es in die Augen, dass zwei von den aufgezählten Fundorten nicht auf der Ebene des Alföld, sondern schon auf dem Bergland liegen (Alsótelekes, Mátraszele). Auf die aussergewöhnliche Stellung von Alsótelekes in der Reihe der ungarländischen Funde aus der Skythenzeit wurde von P. Patay mit besonderem Nachdruck schon hingewiesen, indem er sich nebst der Eigenart der Beerdigungsbräuche auch auf jene typologischen Besonderheiten berief, die in erster Linie nach der Slowakei weisende Verbindungen rechtfertigen. 51 Die Stellung der neueren Gräber von Mátraszele ist gleichfalls problematisch, wie hierauf schon von I. Lengyel hingespielt wurde. 52 Die einzige Fundstätte von Alföld-Charakter ist die von Tápiószele. Der Da­tierungsewert des dort zum Vorschein gekommenen Spiegels ist in bezug auf die untere chronologische Grenze nicht zu bezweifeln 53 , es ist aber allgemein bekannt, dass ähnliche Spiegel auch in dem späteren skythischen Material sowohl auf dem Gebiet Ungarns als auch jenseits unserer Grenzen vorkommen. Meiner Auffassung nach beietet das Material der aufgezählten Fundorte durchaus nicht genug Argu­mente dafür, dass wir den Gedankengang der Verfasserin annehmen könnten. Ihre Beweisführung ist aber auch dort nicht überzeugend, wo sie von der Ausnahmestel­lung des Alföld bezüglich der Verbereitung der Töpferscheibe spricht. Die auf Scheibe geformten Gefässe erscheinen seit dem VI. Jahrhundert v. u. Z. unter den Denkmälern aus der Skythenzeit sowohl in Kustanowice (Kustánfalva) als auch in Podolien und in der Moldau und seit dem IV. Jahrhundert v. u. Z. wird der Geb­rauch der Scheibe infolge der ständigen Verbindungen mit den Griechen allgemein. 54 Sowohl auf diesen Gebieten als auch auf dem Alföld werden bestimmte Gefässty­pen auch weiter noch mit der Hand verfertigt. Diese Doppelartigkeit ist keine über­raschende Erscheinung, da ja man mit einer ähnlichen Erscheinung auch in der dakischen und der sarmatischen Zeit rechnen kann. 45 Párducz, M., Arch. Ért. 85 (1958), 62. 46 Párducz, M., AAH XVII (1965), 225—7. 47 Lengyel, L, FA XVI (1964), 25—31. 48 Ebd., 28. 49 Ebd., 31. 59 Ebd., 28—9. 51 Patay, P., FA XIII (1961), 46—8. 52 Lengyel, I., a. a. O., 28—9. 53 Párducz, M., Arch. Ért. 85 (1958), 61—2. 64 Meljukova, A. L, a. a. O., 100 ff. 56

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