A Móra Ferenc Múzeum Évkönyve, 1964-65. 2. (Szeged, 1966)
Bándi, Gábor: Ursprung der Metallschmiedekunst der Vatya–Kultur
malgut der Kulcs-Gruppe. 39 Möglicherweise hatten sich beide Gruppen um die gleiche Zeit aus einer einheitlichen Grundbevölkerung entwickelt, aber in Gebieten, in denen verschiedene Einflüsse wirksam waren. Die behandelte Gruppe zog dann um die Wende von der Frühbronzezeit zur mittleren Bronzezeit längs der Donau südwärts bis zu der Bölcske-Linie. Die Entstehung ihrer charakteristischen materiellen Kultur — Tonwaren, die typisch für die Guntramsdorf —Drassburg-Gruppe sind und für die Szőreg-Gruppe kennzeichnenden Bronzegegenstände — und auch die Abwanderung der Gruppe in südlicher Richtung kann von zwei Gesichtspunkten aus gedeutet werden. Bei diesem Umwandlungsprozess hatte die Verbreitung der Hatvan-Kultur in westlicher Richtung, die um diese Zeit das Donauknie erreicht hatte, 40 eine bedeutende Rolle gespielt. Auch das Entstehen ihrer westlichsten — der Tokod-Gruppe — kann auf diese Zeit gesetzt werden, 41 deren unmittelbare Beziehungen zu dem Volk von Szigetszentmiklós—Kisapostag eben durch das Vorkommen östlicher Elemente bei beiden Gruppen begründet scheint. 42 Diese nördlichen Bewegungen veranlassten möglicherweise das Südwärtswandern unserer Gruppe längs der Donau. Wenn wir das für unsere Gruppe so bezeichnende Erscheinen der neuen, von Szőreg stammenden Metallkunst erklären wollen, müssen wir die Folgen der historischen Ereignisse, die sich um die Wende von der Frühbronzezeit zur mittleren Bronzezeit in der Theiß-Maros-Gegend abspielten und sich hauptsächlich in nordwestlicher Richtung auswirkten, beachten. Durch die Forschungsergebnisse J. Banners und die von I. Bona scheint es bereits erwiesen, dass unter dem Druck der Vattina-Kultur die Szőreg-Gruppe des Szőreg— Perjámos-Volkesnordwärts abwanderte; dieser Bewegung kann das Erscheinen der westlichsten Kulturgruppe — der Gerjen-Gruppe — in Westungarn angeschlo ssenwerden. 43 Diese SO —NW gerichtete Verschiebung, bzw. die Entstehung der Gerjen-Gruppe — die als der südliche Ausläufer eines grossen historisen Umwandlungsprozesses zu werten ist — erfolgte gleichzeitig mit der Absonderung der Szigetszentmiklós—Kisapostag-Gruppe und mit ihrer südlichen Verbreitung. Das Verbreitungsgebiet der Gerjen-Gruppe im Donau —Sió-Winkel reichte im Norden bis zur Linie Paks —Bölcske. 44 Das uns bekannte südlichste, authentisch belegte Gräberfeld des südwärts vordringenden Nagyrév-Volkes ist das Begräbnisfeld von Bölcske —Szentandráspuszta. 45 Die engen Beziehungen der beiden Völker sind durch ihr Siedlungsgebiet bedingt. Hätte es sich nur um vereinzelte Fundorte gehandelt, könnte man es für einen Zufall halten obwohl Szőreg— Nagyrév-Beziehungen im Tiefland durch mehrere Beispiele belegt werden können. Die determinative Rolle der massenhaft aufgetretenen Metallgegenstände südlicher Prägung war in unserem Fall scheinbar sogar von historischer Bedeutung. Im Gegensatz zu früheren Feststellungen 46 können wir diese Erschei39 Bona, I., Alba Regia 2—3 (1961—62), op. cit. 11—. 10 Bandi, G., Musaica 3 ( 1963), op. cit. 23—; ebd. Alba Regia (4—5 (1963-64) 65-.) op.. cit. 41 Ebd. 42 Ebd.; ferner Bandi, G., JPMÉ 1964, op. cit. 43 Banner, J., Régészeti feladatok a Délvidéken (Archäologische Aufgaben in den südlichen Landteilen) Desz. 1 (1942) 4; Bona, L, Ann. Univ. . . op. cit. 10—; ebd. A bronzkor . . . (Die Bronzezeit . . .) I. Kap.: Gerjeni csoport (Gerjen-Gruppe) 44 Ebd. 45 Bona, I., A bronzkor ... (Die Bronzezeit ...) op. cit. I. Kap. : Vatyai kultúra (Vatya-Kultur) ;: Bandi, G., Alba Regia 5 (1964) op. cit. im Druck. 46