A Békés Megyei Múzeumok Közleményei 7. (Békéscsaba, 1983)

Sin Lajos: Szántás gőzekével (Ahogy a gőzzel való szántást láttam a békéssámsoni Cserepespusztán)

Pflügen mit dem Dampfflug LAJOS SIN Ich bin kein hauptamtlicher Forscher, interessiere mich jedoch seit meiner frühee Kindheit für die Arbeit der Dampfmaschinen. Als Bauernkind bestaunte ich langr die Arbeit der Lokomobile. Gleichermaßen interessierte mich das Dreschen mit de­Dampfmaschine, sowie die Technik des Pflügens. Später legte ich auch eine Machi nenbedienungsprüfung ab. Auf Bitte des Orosházaer Museums habe ich aus meiner Erinnerung alle Einzelheiten des Dampffluges und des Pflügens damit niedergeschrie­ben. Die Fotos und Zeichnungen wurden gleichfalls von mir angefertigt. Ich habe mich über diesen Auftrag gefreut, denn das Pflügen mit Pferden in den Bauernwirt­schaften haben schon viele Forscher aufgearbeitet, jedoch mit der Bodenbearbeitung mit Dampfmaschinen auf den Großbesitzen, den Herrengütern hat sich kaum jemand befaßt. In unserer Heimat bildeten sich zwei Pflügesysteme heraus, das direkte und das indirekte Pflügen. Beim direkten System zog die Dampfmaschine den Pflug hinter sich her, während beim indirekten System die Dampfmaschine oder Dampfmaschinen am Ort stehend mit Hilfe eines Drahtseils den Pflug hind — und herzogen. In meiner Arbeit stelle ich das Pflügen im direkten System vor, bei welchem die Dampfmaschine den Eisenpflug hinter sich herzog. Die Pflügebeobachtung stammt vom August 1930, aus dem Cserepes-Puszta genannten Grenzgebiet der Gemeinde Békéssámson im Komitat Békés, im Ostteil des Großen Ungarischen Tieflands (Alföld). Die Pflugmaschine gehörte einem Rech­tsanwalt, der diese lediglich zum Pflügen seines Landbesitzes von 100 Katastraljoch nutzte. Die Dampfmaschine amerikanischer Produktion war 80 PS stark und wog 18 Tonnen, und arbeitete mit 16 Atmosphären. Die Hauptachse machte in der Minute 280—320 Umdrehungen. Die Maschine wurde mit Kohle geheizt. Zur Maschine gehörten 3 diese bedienende Arbeiter: der die Maschine bedienende, der den Pflug handhabende und der die Maschine mit Kohle und Wasser versorgende. In meiner Arbeit bemühte ich mich, jedes Moment des Pflügens mit dem Dampf­flug niederzuschreiben. Ich wurde dabei von dem Ziel geführt, daß jeder beim Dur­chlesen meiner Arbeit sich selbst dann das Pflügen mit dem Dampfllug vorstellen kann, der selbst nie dergleichen gesehen hat. Es bestand auch die Notwendigkeit hierfür, da in Ungarn Dampfflüge nur auf den Großbesitzen und nur bis 1945 be­nutzt wurden. Daher weiß die jüngere Generation heute über deren Arbeit recht wenig. Während der großen Weltwirtschaftskrise (1929—1936) fiel der Preis für Weizen stark ab, während Kohle, Öl usw. teuer blieben. Der Beibehalt der Dampfflüge war daher für die Landwirtschaftsbetriebe unwirtschaftlich, die bewirtschaftete Acker­fläche wurde auch kleiner, und aus diesem Grunde wurde der Damfflug 1933 vom Rechtsanwalt verkauft. 161

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