Petercsák Tivadar: A képes levelezőlap története (Miskolc, 1994)

DIE GESCHICHTE DER ANSICHTSKARTE

Reklame Die Verleger und Geschäftsleute erkannten schnell die in den Ansichtskarten ver­borgenen Reklamemöglichkeiten. Neben den Weltausstellungen propagierten die An­sichtskarten auch die Fremdenverkehrsziele, die Orte von Geschäften und Gaststätten, die Produkte von Fabriken, kulturelle und sanitäre Diensüeistungen. Die Reklamekarten sind zum überwiegenden Teil überfüllt, sie enthalten viele Aufschriften und Reklame­texte, ihre bildliche Formsprache weist wenig Originalität auf. Humor, Phantasie Auf den farbigen, gezeichneten Karten sind oft in billiger Humorisierung die weib­liche Eitelkeit, der unter dem Pantoffel stehende, zitternde und unterdrückte Ehemann und Karikaturen über das Soldatenleben dargestellt. Auf den Phantasieblidern werden unter Anwendung der Photomontage Zukunftsbilder von Städten, Modeprasserei und die anthropomorphisierte Natur gezeigt. Grußkarten Heutzutage wäre unser Leben ohne die mit den Feiertagen und Familienereignissen verbundenen Ansichtskarten schon unvorstellbar. Die Illustrationen weisen auf den Cha­rakter der Feste, auf ihren religiösen Inhalt hin, aber es werden auch Glückwönsche auf die Karten gedruckt. Heute ist die Reproduktion alter Grußkarten zur Mode geworden. Die Motive der Neujahrskarten symbolisieren das Glück, den Reichtum des folgen­den Jahres. Am Anfang des Jahrhunderts waren mit Blumen und Landschaftsbildern kombinierte Karten mit Jahreszahlen charakteristisch. Die allgemeingültigen Motive der Osterkarten sind Einer, Küken, Lämmer, Hasen, Knospen treibende Weidenzweige oder andere Frühjahrsblumen. Diese drücken neben dem religiösen Inhalt des Osterfestes auch die altherkömmlichen Symbole der Wieder­geburt der Natur aus. Die zahlreichsten Grußkarten werden zum Weihnachtsfest versendet. Der grüne Zwe­ig und der Tannenbaum waren zur Jahrhundertwende das häufigste Motiv der Weih­nachtskarten, aber dem Fest entsprechend wurde auch die Geburt Jesus dargestellt. Die mit Kindern und Tieren bevölkerte, Frieden und Ruhe ausstrahlende Winterlandschaft ist ein traditionelles Weihnachtsthema. Auch der Geschenke bringende Weihnachtsmann, Jesus und Engel spielen eine Rolle. Die photografierten Ansichtskarten mit dem Cha­rakter von Stilleben der letzten Jahrzehnte sind überwiegend durch weihnachtliche Tan­nenzweige, Kerzen und Tannenzapfen gekennzeichnet. Neuerdings erscheinen auch wieder die den religiösen Inhalt des Festes verarbeitenden Reproduktionen hervorragen­der Kunstwerke und Darstellungen von Volksbräuchen. Zu Namenstagen, Geburtstagen oder sonstigen Familienfesten werden am häufigsten Grußkarten mit einer Blume oder Blumensträußen versendet. Für Kinder wurden spe­zielle Karten angefertigt. Neben den vielfältigen sentimentalen Liebeskarten waren zur Jahrhundertwende solche Karten Mode, auf denen durch Photomontage in einem Land­schaftsbild Frauen- und Männernamen abgebildet waren. Postkartentechnik Die Illustrationen der Ansichtskarten werden aufgrund von Zeichnungen und Pho­tografien angefertigt. In den ersten Jahrzehnten wurden die Zeichnungen durch litog­raphische Verfahren vervielfältigt. Die Photografien wurden bis zum Jahre 1910 mit Hilfe von photolitographischen, phototypischen und heliotypischen Verfahren gedruckt. Mit den Druckplatten aus Stein und Metall konnten jeweils nur ein-zwei Abdrücke an­gefertigt werden. Die Autotypie drückt durch die Spaltung in zwei winzige Punkte die

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