Kunt Ernő szerk.: Kép-hagyomány – Nép-hagyomány (Miskolc, 1990)
I. RÉSZTANULMÁNYOK - Tüskés Gábor-Knapp Éva: Barokk kori mirákulumos könyvek illusztrációs sorozatai
bzw. seiner Reliquie zugeschrieben wurden. Das Buch besteht aus zwei Teilen, und an beiden Teilen knüpft sich je eine Stichserie mit 35 bzw. 25 Bildern. Der Text und die Stiche stammen in gleicher Weise von dem österreichischen Paulinermönch und nicht berufsmässigen Kupferstecher Matthias Fuhrmann. Fuhrmann hat auch andere Bücher mit Bezug auf den Orden geschrieben, die er in seinem eigenartigen Stil selbst illustrierte. 15 Das Textmaterial des Bandes beruht grösstenteils auf mittelalterlichen Legenden und Mirakeln sowie auf der historischen Tradition des Paulinerordens. (Abb. 2) Das Werk spiegelt gleichzeitig die Bestrebung des Verfassers wider, den mittelalterlichen Wallfahrtsort um die Reliquie des Heiligen wiederzubeleben. 16 Fuhrmann fügt jedem Kapitel eine Darstellung bei, in unserem Zusammenhang sind in erster Linie die Bilder der zweiten Serie interessant. Einige Stiche der Serien haben in der Mitte des 18. Jahrhunderts den Holzschnitzereien für den Sakristeischrank des in dieser Zeit neu aufgebauten Paulinerklosters zu Tüskevár als Vorlage gedient. 17 Das dritte bebilderte Mirakelbuch erschien 1742 über Mariatal bei Pressburg, ebenfalls in lateinischer Sprache. 18 Die erste Auflage des Buches wurde 1734 in deutscher Sprache herausgegeben, ihr hat man aber, ebenso wie den meisten weiteren Auflagen, keine Darstellungen beigefügt. 19 Die selbe Stichserie ist nur noch einmal in der Auflage von 1773 erschienen. 20 Der Band erzählt die legendären und historischen Ereignisse um den Ort und bringt die detaillierte Beschreibung von 128 Mirakeln. Die Illustrationsserie, die aus neun Bildern besteht, ist im Einführungsteil des Buches in einem Block zu finden. Der Stecher ist Joseph Jäger aus Tyrnau, der auch über mehrere andere Wallfahrtsorte verschiedene Darstellungen gefertigt hat. Im Einführungsteil erfährt man, dass den Stichen Fresken jener Kapelle zu Grunde liegen, die Johannes Maholányi 1697 über dem Hl. Brunnen in Mariatal errichtet hat. 21 Dann bringt der Band die kurze Beschreibung dieser Fresken, was gleichzeitig als Erklärung zu den Illustrationen gelten kann. Diese Beschreibungen, die übrigens auch in den Auflagen ohne Bilder zu finden sind, weisen darauf hin, wo die detaillierte Erzählung der abgebildeten Ereignisse im Buch nachzulesen ist. Für die Verwendung der Darstellungen am Gnadenort als direkte Vorlage zu den Illustrationen der Mirakelbücher sind im europäischen Material mehrere Parallele bekannt. So hat man z.B. auf Grund der Tafelbilder des um 1520 entstandenen sog. Grossen Mariazeller Wunderaltars, auf dem die Entstehungsgeschichte und Mirakel des Ortes in etwa 50 Szenen abgebildet sind, zuerst eine Holzschnittfolge mit 26 Bildern verfertigt. 22 Die zwei Serien haben dann die Ikonographie des Gnadenortes grundsätzlich bestimmt, und dienten unter anderem zu den Illustrationen des 1638 herausgegebenen Mirakelbuches als Vorlage. 23 Der Stecher benützt hier die Vorlagen ziemlich grosszügig und strebt in erster Linie die kontinuierliche Abbildung der Mirakeltexte an, die inzwischen durch mehreren Erzählmotiven erweitert wurden. Aus dem Vergleich der Mariataler Fresken mit den Illustrationen geht hervor, dass sich der Stecher bemüht hat, den Vorbildern genau zu folgen. Die kleineren Abweichungen ergaben sich meistens aus der anderen Technik. Die teilweise im Querformat hergestellten Fresken musste er ins Stehformat umsetzen, der Cartouche-Rahmen der Bilder verschwindet und um die perspektivische Wirkung zu steigern, zeigt manchmal der Fussboden die beliebte Quadrateinteilung. Die teilweise individuellen Gesichtszüge der Personen wurden zu Typen vereinfacht, die Elemente der Landschaft sind zeichenhaft, die architektonischen Details sind stärker hervorgehoben. (Abb. 3, 4)Die sachlichen Abweichungen bleiben im allgemeinen unbedeutend, und berühren die Struktur und den Inhalt der Bilder nicht. So wird z.B. auf einem Bild, auf dem zwei Kinder auf dem Boden liegen, bei dem einen die Decke weggelassen. Auf einem anderen Bild verschwindet die Gnadenstatue, die auf dem Fresko aus dem Brunnen auftaucht, oder es wird statt des Brunnens eine Quelle dargestellt.