Népi építészet a Kárpát-medence északkeleti térségében (Miskolc, 1989)

Hoffmann Tamás: Az emeletes parasztház

Das mehrstöckige Haus Mehrstöckige Häuser wurden innerhalb Europas wahrscheinlich erstmals im Kaukasus er­baut. Die Bauern, die sich hier gegen Angriffe von Nomadenbanden aus dem Flachland von Kuban schützen mussten, erreichteten im 1. Jahrhundert v. u. Z. schon Wohntürme. Später wurde diese Gewohnheit im mediterranen Raum allgemein bekannt, dies vor allem in den Städten, wo die Architektur - von Meisterhand - eine von der Statik und dem Äusseren her kompliziertere und fachgerechtere Formenwelt zustandebrachte, als dies bei den Bauern der Fall war. Besonders Wohntürme und Turmhäuser stellten hier die ältesten Wohnhäuser dar, in deren Mauern zumeist Angehörige des Adels wohnten. Nach der Römerzeit gelangte die architektonische Erfahrung über die Alpenzone hinweg und gestaltete die Baukultur Nordwest- sowie Mitteleuropas um. Zu gleicher Zeit (mit dem 12. und 13. Jahrhundert in immer stärkerem Ausmass) siedelten im Süden die Adligen in die Städte über und errichteten auch hier ihre gewohnten - turmartigen - Wohnhäu­ser. Natürlich wurden diese-teils aus Prestigegründen-auch von den Bürgern nachgeahmt. Von der Rheinlinie aus breiteten sich diese Gewohnheiten in Richtung Norden aus. In den Städten gab es schon während des 13-15. Jahrhunderts viele Bürgerhäuser mit mehreren Stockwerken, so­dass abgesehen vom Innern Skandinaviens sowie von Osteuropa, zur Blütezeit des Mittelalters hin auf dem grössten Teil des Kontinents das mehrstöckige Wohnhaus zur repräsentativen Form der Stadtarchitektur heranwuchs. Im 15. Jahrhundert konnte man im Süden auch schon in Dör­fern, genauer gesagt, in der Provinz auf mehrstöckige Bauernhäuser stossen, und in Mitteleuropa liessen sich die reicheren Bauern mehrstöckige Getreidespeicher bauen. Infolge der intensiveren Stadt-Land-Beziehung blieben zu Beginn des 16. Jahrhunderts bei immer mehr Bauhandwerkern aus der Stadt die Aufträge aus, sodass diese, um sich am Leben zu erhalten, gezwungen waren, sich auf dem Lande niederzulassen. Nunmehr waren sie es, die hier mehrstöckige Wohnhäuser erbauten. Dennoch darf nicht geleugnet werden, dass dieser Wandel (Baustoffe zweckmässiger nutzend und die Raumnutzung innerhalb der Gebäude verbessernd) nur in Südeuropa, Mittel­europa und Westeuropa, mit anderen Worten, im urbanisierteren Teil des Kontinents zu einer vor­herrschenden Mode auf dem Lande wurde. Bei den riesigen Bauernmassen östlich der Elbe trat erst zur Zeit der Industrierevolution das Bedürfnis auf. ein mehrstöckiges Haus als Wohnung zu besitzen. Auch dies gilt in der grösseren, der östlichen Hälfte des Kontinents als recht ausserge­wöhnliche Leistung. Hier bewahrte man in der Provinz nämlich die Tradition des ebenerdigen Hau­ses.

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