Szabadfalvi József: Ötödfél évtized terméséből. Néprajzi és művelődéstörténeti tanulmányok (Officina Musei 7. Miskolc, 1998)

AUS DER ERNTE VON FÜFTEHALB JAHRZEHNTEN ETHNOGRAPHISCHE UND KULTURGESCHICHTLICHE STUDIEN

Debrecener Lebkuchenbäcker erhielten ihren Freibrief vom Vater der Königin Marie Therese, nach ungarischer Rechnung von III. Karl im Jahre 1713. Ich habe mich auch mit der ungerischen Honigbierherstellung beschäftigt (Studie Nr. 3. erschien 1961). Dieses wurde zumeist von den Lebkuchenbäckern hergestellt und in den Städten verkauft. Dessen Zubereitung wurde auch in den ab Mitte des 18. Jahrhunderts erscheinenden Büchern über die Bienenzucht verewigt. Die Honigbierherstellung ist im gründe die natürliche Folge der Honiggewinnung vor dem modernen Honigschleudern. Ehemals wurde der Flonig gemeinsam mit dem Honigkuchen, der Honigscheibe aus den Bienenkörben in Bottiche geschüttet. Der Honig floß durch das am Boden der Wanne angebrachte Sieb langsam nach unten. Danach wurde die Ausflußöffnung verschlossen, Wasser auf die Wachsscheibe gegossen und nach ein paar Tagen Einweichung die Flüssigkeit abgelassen. Aus dieser Honigflüssigkeit wurde zweitklassiger Honigteig, beziehungsweise durch Gären und Würzen Honigbier hergestellt. In meiner Studie bemühte ich mich die Verfahren und Verbreitungsgebiete der Honigbierherstellung in Osteuropa zu klären. BIENENZUCHT Mit der Forschung der Bienenzucht habe ich mich fast ständig beschäftigt. In zwei Gebieten unseres Landes sammelte und publizierte ich die volkstümliche Bienenzuchtpraxis in den Jahren 1950 und 1960: in den Dörfern des nordostungarischen Zempléner Gebirges (Ethnographie, LXXVIII. Budapest, 1967. 41-64.), beziehungsweise im ostungarischen Szamoshát und Erdőhát. An der mit Nummer 4 gekennzeichneten Stelle publiziere ich diese letztere, 1956 ebenfalls in der Ethnographie erschienene Studie. Später schrieb ich Artikel über die Geschichte der Bienenzuchtliteratur, der Wachsverarbeitung und Kerzenherstellung, hiernach beschrieb ich in einem Buch die „Vergangenheit der ungarischen Imkerei" (A magyar méhészkedés múltja). Debrecen, 1992. Mit der Sammlung des Stoffes für die 1956 unter dem Titel „Die Bienenzucht im Szatmarer Erdőhát" veröffentlichte Studie begann ich Anfang der 50-er Jahre als Universitätsstudent. Die bäuerliche Bienenzuchtpraxis war in diesem Gebiet ziemlich archaisch. Die Bienen wurden in einfachen Bienenständen gehalten, die Bienenfamilien lebten entweder in Bienenstöcken aus Holz oder in Strohkörben (siehe dargestellte Bilder). Im Herbst kam man nur dann an den Honig heran, wenn die Bienenfamilien abgedrosselt wurden. Darüberhinaus war noch die Suche nach Waldbienen (Bienenjagd) gebräuchlich, wobei auch zahlreiche kultische Verfahren zur Bienenzuchtpraxis gehörten. In der Publiktion mit dem Titel „Eine handschriftliche Variante eines Imkerbuches aus dem 17. Jahrhundert" (Egy 17. századi méhészkönyv kéziratos variánsa. Studie Nr. 5.) wurde von mir die in einer Flandschrift hinterbliebene Variante des sogenannten Großwardeiner (Nagyvárad) Imkerbuches dargestellt, bzw. ausgearbeitet. Der Autor des Großwardeiner Imkerbuches war der „Obercinkermeister" von II. György Rákóczi, der leiter des Großwardeiner Bienengartens Miklós Horhi. Die Originalarbeit entstand 1645 oder 1646. Eine gedruckte Originalform ist nicht hinterblieben (oder wurde auch gar nicht gedruckt) und in verschiedenen Bibliotheken sind nur 20-25 handschriftliche Varianten erhalten geblieben. Die bearbeitete Variante ist das Eigentum des Miskolcer Ottó Herman Museums. Die auffälligste Eigenart dieser und der zeitgenössischen Imkerbücher ist die Beschreibung der zahlreichen kultischen

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