A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 43. (2004)

Szabó Miklós-Czaylik Zoltán: Vaskohászat Északkelet-Magyarországon a Kr. e. 3. században: Sajópetri-Hosszú-dűlő

zugänglichen Fundstücken die Typen des 3. Horizontes, definiert durch den Friedhof von Mafia, auch zu finden sind (zum Beispiel Muhi-Kocsmadomb Grab 25). Weiter kann man auf Grund des freigelegten Friedhofes neben der rumänischen Siedlung Pi§kolt auch mit einem LT B1-B2 Übergangshorizont (Piskolt 1) am Rande der großen Tiefebene rechnen. Unabhängig von diesem Problem kann man feststellen, dass die Siedlung La Tcne im Gebiet vom heutigen Sajópetri Ende des 4. Jahrhunderts vor Chr. entstand, sie gab es bis zur Mitte der La Tène-Periode, ihre Auflösung kann mit der Herausbildung der Oppidumen (Bükkszentlászló-Nagysánc) zusammenhängen. Die Schlacken, die in der Siedlung in großer Menge aufgefunden wurden, geben einen Beweis für die örtliche Verhüttung des Eisenerzes. Die Schlacken haben zwei, auch in der äußeren Erscheinung gut absonderbare Typen. Die leichte Silikatschlacke kam im südlichen Teil der Siedlung in zwei größeren Gruben beziehungsweise in einem 40x25 m großen, schwierig abgrenzbaren Gebiet zum Vorschein, ihre ursprüngliche Menge überstieg die 200 m 3 Eisenschlacke aus der Hütte kennen wir zur Zeit nur aus der nördlichen Hälfte des Fundortes, die Größe der einzelnen Brocken reicht von der Pogatschengröße bis zur Faustdicke, ihre Form ist unregelmäßig, obwohl es unter ihnen auch laibförmige Brocken mit einem Durchmesser von 8-10 cm gibt. In der südlichen Zone haben wir an mehreren Orten Kohlengcstcin (etwa 4,5 m 3 ) freigelegt, das als metallurgischer schlackenbildcnder Zuschlagsstoff zu betrachten ist. Aufgrund der Stoffanalysen können die Eisenschlacken in drei Untertypen geteilt werden: 1. Kompakte Hüttenschlacke; 2. Hüttcnschlackc mit Glasaufbau, aber in der Matrix enthält sie auch Quarz- und Fcldspatkörner so wie Fayalit-Wüstit-Klumpcn enthaltende Hüttenschlacke; 3. Hüttcnschlacke mit inhomogener Struktur (der Übergang von den oben genannten zwei Typen). Für alle drei Typen ist der erhöhte Ca-Gehalt charakteristisch, der auf das Kohlcngcstein hinweist, das während der Verhüttung zur Reduzierung der Schmelztemperatur benutzt wurde. Die regelmäßige Anwesenheit von Leuzit weist auf die Dosierung der Schlackenbildung hin, die an Alkalien reich sind (an Feldspat reichem Sand/Sandstein), die die weitere Reduzierung der Temperatur der Schmelze ergab. Es ist auffallend, dass sich sowohl die Silikatschlackc als auch das kohlenstoffhaltige Steinmaterial sich an die südliche Hälfte der Siedlung knüpfen. Wir vermuten also, dass die primäre Verhüttung hier stattfand. Der Umstand, dass wir nur in der nördlichen Zone Eisenschlacke freigelegt haben, weist auf die separate Bearbeitung des Rohstoffes hin. Von den Rohstoffen war das Kohlengestein an diesem Ort sowie der auf Grund der Stoffanalysc erwiesene Zuschlagsstoff Sand leicht zugänglich. Der Ursprung des Eisenerzes ist aber nicht gelöst, obwohl wir auf Grund der Forschungen von Péter Kisházi in der Umgebung von Mályi und Sajópetri mit sekundärem Erz, Raseneisenstein, rechnen können. Im Gelände konnten wir es bis jetzt nicht identifizieren. Auf Grund der Stoffanalysen ist es auch nicht auszuschließen, dass in Sajópetri Eisenerz verarbeitet wurde, das aus der Region von Rudabánya stammt. Miklós Szabó-Czajlik Zoltán 138

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