A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 40. (2001)

FRISNYÁK Sándor: A kultúrtáj kialakulása és terjedése Borsod vármegyében

DIE HERAUSBILDUNG UND VERBREITUNG DER KULTURLANDSCHAFT IM KOMITAT BORSOD Die Kulturlandschaft ist ein durch die Arbeit des Menschen umgestalteter und kontinuierlich genutzter Raum. Ihre Entstehung begann im Neolithikum, als die Bewohner der Landschaft von der Lebensform als Sammler, Jäger und Fischer zur produktiven Bewirtschaftung, zur Landwirtschaft und zur Viehzucht übergegangen waren. Die bestellten Flächen (Kulturlandschaften) der vom Neolithikum bis zur ungarischen Landnahme (895) lebenden Völker waren kleinere Isolate, die infolge der katastrophalen Trockenheit während der Völkser­wanderungszeit und des 8.-9. Jahrhunderts vernichtet wurden. Bei der Landnahme war Borsod keine vollständige rohe Landschaft (Urlandschaft) mehr, doch kann es auch nicht als Kulturlandschaft bewertet werden. Mit der Humanisierung des Gebietes begann die anthropogene Formung der Landschaft. Die ersten Kulturlandschaften hatten sich unserer Hypothese nach an der Grenze des Randes des Hochwasserraumes und des Hügellandes und der Ebene herausgebildet und haben sich auf die dazu geeigneten Flächen ausgebreitet. Die Kultur der Ackerbauern verbreitete sich von dem Hochwasserrandgebiet und den hochwasserfreien Ebenen, von den Kerngebieten an den Füßen der Berge einerseits auf die terrassenförmigen Täler der Flüsse und Bäche. Und dieser Prozess kann mit Hilfe des für das gesamte Karpatenbecken bezeichnenden geographischen Modells (Abbildung 2) vorgestellt werden. Die Kulturlandschaft breitete sich in den Überschwemmungsgebieten der Flüsse Sajó und Theiß erst nach der integrierten, die Umgebung beeinflussenden Arbeit (Hochwasserbeseitigung, Flussregulierung usw.) ausbreiten. Bis zur Wende des 18.-19. Jahrhunderts wurden die Kulturlandschaften der Ebenen miteinander verbunden, während die bestellten Felder in den Hügel- und Bergländern auch weiterhin von Wäldern umgeben werden. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts an war auch die Landschaft gestaltende, die Umwelt beeinflussende Wirkung der Industrie schneller geworden: In der agrar- und forstwirtschaftlichen Umgebung bildete sich eine industrielle Landschaft heraus (Sajó und Nebentäler). Der Mensch der Feudalzeit schädigte mit seiner die Umwelt schützenden Wirtschaft die natürliche Landschaft noch nicht (oder nur in einem geringen Maße). Im 19. und 20. Jahrhundert hat die Entstehung und Funktion des Bergbau- und Industriegebiets in Borsod der natürlichen Umwelt schon sehr geschadet. Aufgabe des 21. Jahrhunderts ist es, die durch die Zerstörung der Landschaft verursachten negativen Auswirkungen aufzuheben (Land-schaftsrehabilitation), die auf dem Landschaftspotenzial beruhende rationale Umweltnutzung herauszugestalten und unsere Umweltkultur zu entwickeln. Sándor Frisnyäk 223

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