A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 39. (2000)

B.HELLEBRANDT Magdolna: Szirmabesenyő-Földvár

wir das 1. Objekt (Bild 9). Sein Holzkohlenflecken zeichnete sich 0,9 Meter tief ab. Sein Durchmesser betrug 4x5 Meter, und in seinem südwestlichen Viertel befanden sich Stei­ne und Scherben in einer Tiefe von 1,05 Meter. Die Tiefe des Objekts ist 1,10 Meter. Nach der Bestimmung von Sándor Szakáll ist das Material der Steine paläozoischer Tonschiefer, hier ein fremdes Material, auffindbar im Gebirge Bükk. Im Fundmaterial stammt das mit der Hand geformte, schwarze und mit Knorren verzierte Bruchstück aus der frühen Eisenzeit, wie auch die übrigen, mit der Hand geformten Stücke. Doch das graue getöpferte Stück stammt aus der szythischen Zeit, doch möglicherweise auch aus der Kaiserzeit. Eigentlich bestimmt das 1. Objekt selber die Zeit des Baus und der Benutzung der Erdburg nicht, denn der sich aus dem Gebiet heraushebende Erdrücken war in jedem archäologischen Zeitalter für kürzere oder längere Zeit zur Ansiedlung geeignet. Da man über die Erdverschanzungen des Bükk behaupten kann, sie stammten aus der frühen Eisenzeit, so kann die Erdburg von Szirmabesenyő auch mit großer Wahr­scheinlichkeit als eine aus der frühen eisernen Zeit stammende Burg betrachtet werden. Wir müssen in Betracht ziehen, daß, solange wir durch Funde mit absoluter Sicherheit nicht beweisen können, daß dieses mehrfache, große Schutzsystem, dessen Umfang mehr als 2000 Meter beträgt, nur mit Geräten aus Bronze oder Eisen zustande gebracht, herausgegraben werden konnte, mit organisierter Arbeit, solange muß auch bedacht werden, gegen welche Gewehre Gräber und Schanzen auf einem ebenen Gebiet Schutz bieten konnten. Nur eine Analogie unserer' Erdburg ist bekannt, nämlich Hódmezővásár­hely (heute Orosháza)- Nagy tatársánc. János Banner (16) ließ sie ausgraben und bes­timmte sie - auf Grund der wenigen archäologischen Funde - als aus der frühen Eisenzeit stammend. An der südlichen Grenze von Szirmabesenyő, am Rande der Berge finden wir auf der Landkarte Bezeichnungen wie Óvár und Várhegy (dt. Altenburg und Burgberg). Mit Geländefahrt ist es nicht nachzuweisen, daß es hier wirklich Bürge gegeben hat (17-19), doch eine Luftaufnahme in der Zukunft wird zur Entscheidung der Frage beitragen und sie wird auch klären, ob diese mit der Burg im Margit Hotter in Zu­sammenhang gewesen sind. Am 11. September 1999 hat Dezső Nagy von einem Drachenflieger erneut Aufnahmen von der Erdburg im Margit Hotter gemacht. Wir können an diesem Photo (Bild 12) beobachten, daß sich am südlichen und östlichen Ende der Erdburg eine dreifache Schanze erstreckt. Weiterhin ist zu sehen, daß im östlichen Teil in einem Hohlbogen eine dreifache Schanze den südlichen und nördlichen Schanzenabschnitt verbindet, daß die südliche und nördliche Schanze einen weiteren Bo­gen in Richtung Osten nimmt und daß sie wahrscheinlich unter der heutigen Autobahn zusammentreffen (Bild 13). Am nördlichen Ende der Erdburg bildete sich eine lange Aushöhlung, über die Gyula Nováki bei der Besichtigung der Ausgrabung der Meinung war, daß sie möglicherweise eine Unterspülung sei. Im Kartenarchiv des Museums für Kriegsgeschichte gibt es Luftaufnahmen aus dem Jahre 1952 und 1956 (21-22), die in sehr großer Höhe gemacht worden sind. Auf diesen Bildern ist das zickzackige Bett der einstigen nordwestlich-südöstlich verlaufenden Rinnsale, zu denen auch die im Burgin­neren schweifenden zwei breiten Vertiefungen gehörten, gut zu sehen. Dieses Bett und das von ihm südlich gelegene Bett des Csikota haben wir eingezeichnet (Bild 14). Die sondierende Fundrettung bewies die Existenz der Erdburg, doch sie warf auch neue Fragen bezüglich der Struktur der Befestigung auf. Eine methodische Freilegung wird über die Zeit des Baus und der Benutzung entscheiden können. Magdolna B . Hellebrandt 93

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