A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 39. (2000)

GULYA István: A miskolci 10-es honvéd múzeum

DAS MUSEUM DER MISKOLCER 10-ER HONVEDEN Das Infanterieregiment Nr. 10 der Honveden in Miskolc kämpfte in den Jahren des Ersten Weltkrieges in Galizien, in Siebenbürgen und in Italien. 1916 gründeten die Soldaten des Regiments zur Unterstützung der Familien ihrer verstorbenen Kameraden eine Witwen- und Waisenkasse. Neben dem Verkauf von Postkarten, Grafiken und weiteren zahlreichen Andenken wurden die Einkünfte der Kasse durch die Einnahmen der Lagerzeitung und anderer Initiativen des Regiments erhöht. 1917 organisierte man eine Kriegsausstellung um das Leben des Regiments vorzustellen, die zusammen mit anderen kulturellen Programmen einen großen Erfolg in Miskolc, Eger, Gyöngyös und Sátoraljaújhegy erzielte. In der Ausstellung konnten die Interessenten v.a. erbeutete Waffen und Ausrüstungen, sowie Gemälden und Zeichnungen der künstlerisch begabten Offiziere des Regiment sehen. In den dunklen Zeiten nach dem Krieg zerstreute sich diese bedeutende Sammlung, nur die Bildergalerie blieb erhalten. Ab 1922 organisierten die einstigen Mitglieder des Regiments tradi­tionsbewahrende Zusammenkünfte, sie errichteten ein Denkmal und erreichten, daß man in Miskolc eine Straße nach ihnen benannte. Die Kasse setzte die Unterstützung der Kriegswitwen und Waisen fort. Es kam auch der Gedanke, erneut eine kriegsgeschichtliche Sammlung für ein ständiges Regimentsmuseum zusammen­zustellen. Nach langer Organisationsarbeit ist 1929 das Museum der 10-er Honveden eröffnet worden, das damals in einem einzigen Raum im Gebäude des Borsod-Miskolcer Museums Platz hatte. Die Sammlung war dem Material der früheren Kriegsausstellung ähnlich, sie stellte Gewähre, Uniformen und Ausrüstung der einander gegenüberstehenden Seiten, sowie die Kämpfe des Regiments durch Gegenstände, Grafiken, Gemälden und Photos vor. Das Ausstellungsmaterial des Museums nahm in den 30-er Jahren schön zu, doch während des Zweiten Weltkrieges verlangsamte sich seine Entwicklung. Das ausgestellte Material wurde 1944 vor der Bombardierung in Eger, im Keller des Lyceums sichergestellt. Nach dem Krieg blieb das Material noch Jahre lang dort, weil das Eigentumsrecht und die Unterbringung unsicher waren. 1949 ist die Sammlung in staatliches Eigentum übernommen worden und wird heute vom Museum und vom Archiv für Kriegsgeschichte betreut. István Gulya 299

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