A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 38. (1999)

BENCSIK János–HAJDÚ RÁFIS János: A lovas kocsi a mezőkövesdi parasztgazdák kezén

DER PFERDEWAGEN IN DEN HÄNDEN DER MEZŐKÖVE SDER BAUERNWIRTE Mezőkövesd erhielt seine Rechtsstellung als Marktflecken (oppidum) von Matthias Hunyadi. Die im 16. Jahrhundert begonnene Stadtentwicklung wurde durch die türkische Eroberung gebrochen und ihre ungestörte Fortdauer kann erst nach der Vertreibung der Türken (1686) beobachtet werden. Die Neugeburt der Stadt erfolgte Anfang des 18. Jahrhunderts. Infolge ihrer Rechtsstellung war sie der allgemeinen Steuerpflicht unterworfen und verfügte weiterhin über eine hochgradige Selbstverwaltung. Ihre Wirtschaftsbasis stellte in den spätfeudalen Jahrhunderten (17­18), in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die extensive Viehhaltung, die Pferde,­Rinder,- Schaf- und Schweinezucht, sowie die Dreifelderwirtschaft dar. Diese Ordnung der Faldmarknutzung fügte sich harmonisch in das Volksleben der örtlichen Bevölkerung ein und weiterhin diente diese Zweiheit der Gartenstall-Sicdlungsstruktur: in der dicht bewohnten Innenstadt standen die Wohngebäude der Familien. In den großflächigen „Gärten" aber, die dieses innere Gebiet umgrenzten, wurde den Winter über in den dort befindlichen Ställen und Pferchen das Vieh gahalten. Die Männer bewachten die in den Gärten überwinternden Pferde, Rinder und Schafe. Mit Beginn des Frühjahrs wurde das ruhende Vieh auf entfernte Weiden getrieben. Dies waren sozusagen Kapitaltiere, mit denen die Vermögensbasis der Wirtschaft erhöht wurde. Die Haustiere dienten den täglichen Bedürfnissen: mit den Pferden wurde gefuhrwerkt und das Tragen von Lasten besorgt, die Kühe wurden gemolken, wobei die Milch und Milchprodukte die Basis der Ernährung bildeten. Aehnlichen Zwecken dienten auch die Milchschafe und gemästeten Schweine. Diese Wirtschaftsform veränderte sich Mitte des 19. Jahrhunderts langsam mit der Verbürgerlichung und deren Wirkung auf die Wirtschaft, an ihre Stelle trat die (intensive) Haustierhaltung. Die eigentümliche Volkskunst der Stadtbewohner wies bereits Ende des vergangenen Jahrhunderts eine Differenz zu ihrer weiteren Umgebung auf, sowie zu den nördlich von ihnen gelegenen Paloczen, als auch zu den Leibeigenendörfern auf beiden Seiten der Theiß. Das Matyótum trug die Bauernkultur einer individuell festlegbaren Siedlung in sich. Das Matyóvolk von Mezőkövesd, de Kövesder Matyöbauern stellten auf der ethnographischen Karte Ungarns, besonders des ungarischen Tieflandes einen eigentümlichen Farbfleck dar. Mit dem Matyótum haben sich zahlreiche Forscher beschäftigt, sie schrieben besonders viel über dessen Volkstrachten, Stickereikultur und Volkskunst. Innerhalb der Siedlung bemühten sich die Besitzlosen mit ihrer, die Matyó­Volkskultur tragenden Kleidung der reichen Bauernschucht anzuschließen. In der Fremde, bei fremden Herrschaften oder Großgrundbesitzern stellte ihre Unterhaltsbasis die Konventionsarbeit, das sogenannte Gedingsarbeitertum dar. Diese Schicht half die Kenntnis über die Matyóbräuche landesweit zu verbreiten. Wo die Matyö­Gedingarbeiter auftauchten, dort erhielt die Mezőkövesder Matyóbezeichnung, genauer ausgedrückt die Bezeichnung der Mezőkövesder als Matyóvolk einen Inhalt. Lange Zeit hindurch hielt die Fachliteratur die Untersuchung der anderen Gebiete der Kövesder Bauernkultur nicht für wichtig. Im Mittelpunkt dieser Studie steht der Mezőkövesder Bauernwirt. Diese reiche Bauernschicht, bei der am Rande aber auch verarmte Familien vorkamen, trug die farbigen und sehenswürdigen Matyótrachten, die familiären, hausgewerblichen usw. Matyótraditionen. Die Ahnen der zum Studium ausgewählten Familie Hajdú Ráfis lebten 1008

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