A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 37. (1999)

KEMENCZEI Tibor: A zöldhalompusztai aranyszarvas

Forschung bereits mehrfach erwähnten Übereinstimmungen der formalen und stilistischen Bezüge zwischen den Hirschfiguren von Ungarn und der Pantherfigur von Kelermes sowie der Hirschfigur von Kostromskaja stimmen mit den Merkmalen der frühskythischen Kunst überein. Doch wird die Zeit der beiden russischen Tierdarstellungen neuerlich nicht mit der Mitte des 6., sondern dem dritten Viertel und dem Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. angegeben. Als Beweis der späten Entstehung des Goldhirsches von Zöldhalompuszta wurde das bronzene Preßmodell mit einer Tierkampfszene aus Garčinovo in Nordbulgarien erwähnt. In dessen Mitte befindet sich ein ebensolcher zusammen stürzender rückwärtsblickender Tiergestalten ist aber ein sehr frühes Motiv iranischer Herkunft in der skythischen Kultur. So befindet sich beispielsweise zwischen den Darstellungen auf der Rückseite eines Silberspiegels mit Goldblech-Auflage aus Kurgan 4 von Kelermes eine Tierfigur, ein Widder, in derselben Pose wie die Hirschgestalt von Zöldhalompuszta. Der Spiegel ist eines der ältesten, den Einfluß des griechschen- Stils widerspiegelnden Werke der skythischen Kunst. Als Beweis für eine späte Datierung des Preßmodells von Garčinovo kann auch die Musterreihe aus Vogelschnabelköpfen auf ihm nicht dienen. Unter anderem sind als Parallelen dieses Motivs der iranische Ziwiye-Schatz aus dem 8. Jahrhundert oder die Vögelköpfe-Darstellungen der Steppenzone aus dem 7-6. Jahrhundert zu nennen. Das Preßmodell von Garčinovo selbst ist ein Einzelfund, dessen Alter nur aufgrund von stilkritischen Merkmalen festzustellen wäre. Dies kann aufgrund der erwähnten Angaben auch das 6. Jahrhundert sein. Zusammen mit dem Goldhirsch von Zöldhalompuszta kam auch eine Goldkette aus acht gedrehten Drähten, mit Löwenfiguren verziert, zum Vorschein. Eine ähnliche Goldkette enthalten der Ziwiye-Schatz aus dem 8. Jahrhundert, aber auch der ins 5. Jahrhundert datierte preußische Vettersfelder (Witaskowoer) skythische Fund. Die Löwendarstellung ist letzten Endes ebenso von vorderasiatischer Herkunft und ein eine sehr lange Periode hindurch verwendetes Motiv in der Tiertstilkunst der Steppenvölker. Die Parallelen der Hirschfiguren von Zöldhalompuszta und Tápiószentmárton finden sich im skythischen Fundstoff aus dem Kubangebiet, dessen Alter früher von der russischen Forschung mit dem zweiten Viertel des 6. Jahrhunderts v. Chr. bestimmt wurde. Bis heute wurde demgegenüber aufgrund der detaillierten Analyse der Metallgegenstände im altorientalischen Stil die Datierung auf das dritte Viertel des 7. Jahrhunderts v. Chr. allgemein akzeptiert, ja es gibt auch Meinungen, die das Ende des 8. Jahrhunderts annehmen. Auch über den Charakter und die Datierung der Funde des Gebietes, das mit den frühskythischen Funden der ungarischen Tiefebene am meisten Zusammenhänge aufweist, der Waldsteppe des Dnjepr-Dnjestr-Gebietes, hat sich der früheren Standpunkt der russisch-ukrainischen Forschung geändert. Demgemäß sind auch in jene Region Volksgruppen skythischer Ethnizität gelangt, deren dortige Niederlassung auf die Mitte des 7. Jahrhunderst v.Chr. zu datieren ist. Die Zeitbestimmung der ungarischen Forschung über den Beginn der Skythenzeit ist völlig konsequent und logisch, die hiesigen Gegenstände skythischen Typs konnten nicht älter als ihre östlichen Vorbilder sein. Die neue Datierung des Beginns der Skythenzeit ermöglicht aber nun die Hypothese, daß der Gebrauch der Gegenstände frühskythischen Typs schon im Laufe der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts ins Gebiet der Großen Ungarischen Tiefebene gelangt sein kann. Selbstverständlich kann man nicht behaupten, daß jedes einzelne Stück mit iranisch-griechischen Stilmarkmalen von 179

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