A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 35-36. (1997)

HOFFMANN Tamás: A változó változatlan (böngészők, halászok, vadászok)

mehr als einem Jahrhundert schrieb, darüberhinaus legte er auf unserem Kontinent als Erster eine aus verschiedenen europäischen Gebieten stammende - zur Fischereiausrüstung gehörende - Museumskollektion an. Der Verfasser der dem Jubilarendenken geweihten Arbeit ist der Meinung, daß die Ansichten Hermans wieder aufgegriffen werden können, die in der ethnographischen Fachliteratur Ungarns ignoriert wurden, vor allem deshalb, weil der größte Teil der Abhandlungen der internationalen Fachliteratur in den vergangenen hundert Jahren in diesem Sinne geschrieben wurden. Schließlich wollte der Verfasser der Arbeit den Leser auch auf diese Möglichkeit aufmerksam machen. Als Endergebnis bot das Schreiben der Arbeit dem Verfasser die Gelegenheit, seiner Meinung zu den ideologischen Problemen der Traditionstheorie Ausdruck zu verleihen. Er widmet auch dem Vortrag seiner Überzeugung Raum, wonach sich in der Arbeitskultur der Erbeutung die Veränderungen der Natur widerspiegeln. Die Menschen wenden solche Technologien an, die den ökologischen Bedingungen entsprechen. Die Art ihrer Wirtschaft, das Ökosystem ist vom Zustand der umzuformenden Natur untrennbar. Deshalb halten die Menschen auch in einem höhergestellten System der Lebensmittelproduktion an ihren früheren Erbeutungsmethoden fest. Hier aber gehören im entstehenden System der gesellschaftlichen Arbeitsteilung die Traditionen bereits zum Kompetenzbereich von Gruppen und Spezialisten, die Mehrheit der Gesellschaft aber setzt sich über diese hinweg. Für den Forscher scheint dies ein fast nicht reproduzierbares Problem zu sein, wenn er die Geschichte nicht als Zustand, sondern als Prozess betrachtet, da ihm die kennzeichnenden Daten der einzelnen Stationen des Prozesses nicht zur Verfügung stehen. Mehrere der früheren ethnographischen Autoren (und einige ihrer heutigen unwissenden Nachfolger) setzen ohne Annahme dieser, die Verfahren der Arbeitsmittel und ihre Anwendung sehend, in verschiedenen Gesellschaften, sowie zwischen den gleichfalls in unterschiedlichen Ökosystemen Lebenden im Überlieferungsprozess eine ethnischen Kontinuität voraus. Nach Ansicht des Verfassers sind ihr Standpunkt und ihre Methoden zur Untersuchung von komplizierten geschichtlichen Zusammenhängen vollkommen ungeeignet. Im Verlauf der letzten zwei Generationen wurde nämlich immer offensichtlicher, daß geschichtliche Prozesse nur durch die gemeinsame Anwendung mehrerer Wissenszweige, unter gegenseitige Bezugnahme auf ihre Verfahren reproduziert werden können. Einer dieser wichtigen faktorén wurde schon von den Evolutionisten des vergangenen Jahrhunderts erkannt. Seit mehr als einem halben Jahrhundert aber können bei Studien, die im Geiste des „Annales-Kreis" geschrieben wurden, beispielhafte Versuche zur Darstellung solch komplizierter Kohäsionssysteme engetroffen werden, wie das Aufeinanderwirken der Natur und der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Ereignisse. Tamás Hoffmann 566

Next

/
Thumbnails
Contents