A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 33-34. (1996)

CSÍKI Tamás: A miskolci izraelita kis- és középpolgárság az I. világháborút megelőző évtizedekben

DAS ISRAELITISCHE MITTLERE UND KLEINBÜRGERTUM VON MISKOLC IN DEN JAHRZEHNTEN VOR DEM I. WELTKRIEG Die vorliegende Studie hat die Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte des mittleren und des Kleinbürgertums unter den Israeliten von Miskolc während der Zeit des Dualismus sowie die Entwicklung der einzelnen Berufsgruppen und Interessenvertretungen unter diesen zum Gegenstand. Es soll hier die Rolle etwas nähergebracht werden, die diese Gesellschaftsgruppen Ende des 19. Jahrhunderts innerhalb der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt sowie im Verlauf des Wandels der Handwerks- und Kaufmannsberufe eingenommen haben. Hierzu mußten notwen­digerweise auch einige allgemeine Charakterzüge der gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt Miskolc angeschnitten werden. In der Einleitung werden ein paar Probleme zur Definierung der hier schon erwähnten Kategorien umrissen (z.B. läßt sich das mittlere und das Kleinbürgertum nach verschiedenen Aspekten bestimmen), dann wird das Handwerkertum anhand verschiedener Statistiken und anderer Konskriptionen in seiner Zusammensetzung dargestellt. (Um festzustellen, wieviele Israeliten es gab, wurden die Angaben aus den Stammbüchern der Gemeinde, aus den Unterlagen der Handwerkervereinigungen usw. zu Rate gezogen.) Auf Grund dieser wurde darauf geschlossen, daß die meisten Israeliten in jenen Berufen vertreten waren, deren Aufgabe in der Erneuerung, Ausbesserung bzw. Montage bestand (Schuster, Schneider, Näher usw.), und die am flexibelsten (am kleinsten) waren. Die mit der geringsten Hilfestellung auskamen, jedoch sich dem sich eben im Prozeß der Urbanisierung befindenden Miskolc und den sich dadurch wandelnden Bedürfnissen anpassend, nichts an Stabilität einzubüßen hatten. Ebenfalls stark vertreten war das Judentum in den mit der Lebensmit­telverarbeitung verbundenen sowie mit den auf den Bedürfnissen des örtlichen Verbrauchs aufbauenden Berufen (so zum Beispiel unter den Bäckern und Schächtern bzw. Fleischern), wohingegen ihr Anteil in der Eisen- und Metallverarbeitung gering war. (Der Konkurrenzkampf in der Industrie belastete vor allem die kleinhand­werklichen Berufe.) Im Anschluß daran werden einige Interessenvertretungen der Miskolcer Handwerker vorgestellt: wie z.B. der Kreditverband des Miskolcer Handwerks, der die Unterstützung durch die Handwerkskammer genoß und die unterschiedlichsten Aufgabenbereiche (Eintreiben von Rechnungsforderungen, Unterstützung der Material­versorgung, Sparkassengeschäfte usw.) versah, dann die um die Jahrhundertwende sehr erstarkte Miskolcer Handwerkerkörperschaft und der in der Hoffnung auf eine Durchsetzung kultureller Bedürfnisse entstandene Miskolcer Handwerkerkreis. Hiernach wird sich in der Studie mit einer weitaus bedeutenderen Gruppe des israelitischen mittleren und Kleinbürgertums, nämlich mit den Kaufleuten, auseinandergesetzt. Doch auch hierbei handelt es sich nicht um eine einheitliche Kategorie, da hier aufgrund der Vermögenslage, der Art und Weise, Geschäfte abzuwickeln, sowie aufgrund der in den Handel einbezogenen Waren usw. die einzelnen Schichten voneinander unterschieden werden können. Eine eigenständige Gruppe bildeten jene Firmen, die sich aufgrund ihres Vermögens kaum von den größten, sich zu Aktiengesellschaften formierenden Betrieben unterschieden: Diese hatten sich meistens schon den Bedürfnissen der Massenproduktion angepaßt, verfügten über Nieder­421

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