A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 30-31/2. (1993)

RÉVÉSZ László: Veretekkel díszített lószerszámok a honfoglalás kori női és férfi sírokból

BESCHLAGENE PFERDEGESCHIRRE AUS DEN LANDNAHMEZEITLICHEN FRAUEN- UND MÄNNERGRÄBERN (Resümee) Eine charakteristische Gruppe unter den reichen Frauengräbern der Landnahmezeit bil­den die Bestattungen mit rosettengeschmücktem Pferdegeschirr. Die Forschung hält ihre Mehrzahl für alleinstehende Gräber und meint, andere Verzierungen wurden an den Pferde­geschirren der ungarischen Frauen des 10. Jh. nicht verwendet. In den drei landnahmezeitli­chen Gräberfeldern nahe der Gemeinde Karos (Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén) stießen wir auf insgesamt 5 Gräber, die Pferdegeschirre mit Rosettenschmuck enthielten, und Streufunde zeugen davon, daß zwei weitere der Vernichtung anlieim fielen. Die vorliegende Arbeit be­faßt sich eingehend mit diesen Verzierungen und verweist gleichzeitig auf die in unter­schiedlichen Gräbern freigelegten identischen Beschlagtypen. Das deutet darauf hin, daß ihre Eigentümerinnen Zeitgenossen der ersten Hälfte des 10. Jh. gewesen sein dürften. Die genaue Unterbringung der Verzierungen, die Kandarenkonstruktion allerdings konnten wir nicht feststellen. Weiters kamen im Gräberfeld II und Ш von Karos vier Frauengräber zum Vor­schein, in denen das Pferdegeschirr nicht mit Rosettenbeschlägen, sondern mit gürtelbesch­lagförmigen Verzierungen ausgestattet war. Wahrscheinlich hat es auch in anderen Gräberfeldern derartige Funde gegeben, diese allerdings lassen sich heute nur schwer re­konstruieren, da die Lage der Gegenstände im Grab nicht exakt registriert wurde. Es folgt ein Überblick der Fundorte der mit Rosetten verzierten Pferdegeschirre im Karpatenbecken. Daraus ergab sich die Feststellung, daß ein Großteil davon in reichen Gräberfeldern zum Vorschein kam; als einzelnes kann mit Sicherheit nur das Grab von Bordány datiert werden. Die übrigen, als Einzelgräber betrachteten Funde kamen als Streufunde zutage, an ihren Fundorten fand keine Identifizierungsgrabung statt. In Grab 49 des Gräberfeldes II von Karos stießen wir auf eine kegelförmige Verzierung aus vergoldetem Silber. Ein ähnliches Exemplar kam in anderen landnahmezeitlichen Gräbern bislang nicht ans Tageslicht, allerdings sind uns seine Parallelen vom Gebiet der Saltovo-Kultur sowie von den Wandgemälden der mittelasiatischen Ruinenstädte bekannt. Dieser silberne Kegel dürfte an der Stirn des Pferdes angebracht gewesen sein und vermutlich den Federbusch getragen haben. Er läßt sich der Hinterlassenschaft der ersten, zu Anfang des 10. Jh. gelebten Generation der landnehmenden Ungarn zuweisen. Noch vor einigen Jahrzehnten war die Mehrzahl der Forscher der Ansicht, daß selbst die vornehmsten Männern unter den Landnehmenden keine Pferdegeschirre mit Beschlägen verwendeten. Von den neuesten Funden (Zemplén, Szakony) wurde dies widerlegt, und auch aus den Gräberfeldern in Karos kamen drei Gräber zum Vorschein, die Kandarenschmuck und Brustriemenbeschläge enthielten. Die Konstruktion der Kandaren konnte exakt rekonstruiert werden. Anhand einer erneuten Übersicht zu den älteren Funden ließen sich insgesamt 22 Gräber nachweisen, wo die von Männern benutzten Pferdegeschirre mit Beschlägen ausgestattet waren. Alle diese Männer gehörten zur Führungsschicht der Gesellschaft. László Révész Abb. I Die Rosettenverzierungen des Pferdegeschirrs aus Grab 1/12 (nach N. Fettich) Abb. 2 Der Rosettenschmuck des Pferdegeschirrs aus Grab III 13 412

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