A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 30-31/2. (1993)
SIMON László: Kőpakolásos temetkezések a biatorbágyi avar temetőben (előzetes jelentés)
Variante des Bestattungsbrauchs, der selbstverständlich nur in solchen Gegenden vorkommt, die reich an Steinen sind, diente offensichtlich zum Schutze des Bestatteten. Die teilweise Steinsetzung ist bereits eine kompliziertere und nur mit Hypothesen interpretierbare Erscheinung. Die Unterbringung eines größeren oder mehrerer kleiner Steine auf dem Verstorbenen läßt sich auch als Schutzmaßnahme gegen dessen Wiederkehr auffassen; dieselbe Annahme jedoch trifft auf die neben dem Skelett oder in der Auffüllerde der Grabgrube verstreut zu findenden Steine bereits nicht mehr zu. In diesen Fällen dürfte es sich um Steine handeln, die man zur Steineinfassung der Gräber an der Oberfläche vorbereitet hatte und die dann absvichtlich oder zufällig in die Grabgrube gelangt waren. Im Zusammenhang mit der Ursprungsfrage des behandelten Brauchs betonte István Erdélyi, daß die Mehrzahl der mit den awarischen Funden parallel zu setzenden innerasiatischen, hauptsächlich türkischen oder verwandten Funde aus Kurganen mit Steinsetzung stammt. Auf der Schnittzeichnung einiger dieser Kurgane (Mongun Tajga Grab 57-A-57, 57-G-24, 58-D-13, Kara Chol 58-B-138, Sut Chol KÉ-1. Kurgan) ist zu erkennen daß unterhalb der Steinsetzung an der Oberfläche auch einige Steine in die Auffüllerde der Grabgrube gerieten, wo sie sehr häufig sogar eine Steinschicht bildeten. Davon ausgehend nehme ich an, daß es sich beim awarenzeitlichen Bestattungsritus mit Steinen im Karpatenbecken um die von uns beobachteten Reste von Steinsetzungen für die Gräber an der Oberfläche handelt. Selbstverständlich wurden diese Steinanhäufungen an der Oberfläche im Laufe der Jahrhunderte durch die Feldbewirtschaftung vernichtet, meine Annahme läßt sich also nicht beweisen. Doch auch die awarenzeitlichen Reitergräber mit Steineinfassung )Komárom-Hajógyár, Grab 30 - Sebastovce, Grab 84 - Biatorbágy, Grab 77 und 264) veranlassen uns dazu, bei Interpretation und Ursprungsfrage dieses Brauchs eine engere Beziehung zu den innerasiatischen Analogien, bei denen es sich in vielen Fällen ebenfalls um Reiterbestattungen handelt, in Betracht zu ziehen. László Simon Abb. 1 Biatorbágy im nördlichen Transdanubien und Lageplan der Ausgrabung Abb. 2 Grab 69; Abb. 3 Grab 77; Abb. 4 Grab 77; Abb. 5 Grab 110, 116 und 304; Abb. 6 Grab 117 Abb. 7 Grab 125; Abb. 8 Grab 128; Abb. 9 Grab 252; Abb. 10 Grab 256; Abb. 11 Grab 257 Abb. 12 Grab 258; Abb. 13 Grab 264; Abb. 14 Grab 264, 1-8: Gürtelschmuck, 9: Pferdegeschirrschmuck Abb. 15 Grab 270; Abb. 16 Funde aus Grab 270; Abb. 17 Grab 295; Abb. 18 Grab 305, 312 und 375 Abb. 19 Grab 327; Abb. 20 Grab 336; Abb. 21 Die Gürtelgarnitur aus Grab 138 Abb. 22 Das awarische Gräberfeld von Biatorbágy • = Gräber mit Steinsetzung 168