A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 30-31/1. (1993)
HOFFMANN Tamás: „Az új gazdálkodás”. Kultúrnövények és haszonállatok az Alpoktól északra
Die Art und Weise Nutzpflanzen zu züchten und Zuchttiere zu halten hatte sich geändert. Die neue Ökonomie bedeutete also die Folge von Veränderungen in der Artenzusammensetzung. Daher verändert sich die Betriebsstruktur der Wirtschaft und nicht die in ihr angewendeten Technologien. All dies ist die Folge dessen, dass immer, weniger die Produkte hergestellt wurden, die man selber verbrauchte, sondern die, für die eine Nachfrage auf dem Markt bestand. Dieser Prozess nahm seinen Anfang schon zu Beginn des Mittelalters, und zwar zuerst in Norditalien, in dem Gebiet zwischen Rhein und Seine sowie im heutigen Belgien und Holland, um dann mit einigen sich als nützlich erwiesenen Details auch in England Ein zug zu halten. Im Laufe des 18-19. Jahrhunderts wurde er-hier zu einem epocheformenden System, immer wieder in Ergänzung durch die ertragreiche Hervorhebung der einen oder anderen Kultur aus der Neuen Welt. Von hier aus nahm „die neue Wirtschaft" ihren Weg zu den verschiedenen Kontinenten, vor allem aber zu den zurückgebliebenen Teilen Europas. Zur Vorgeschichte ist zu sagen, dass sich im kontinentalen Europa die Arten der Kulturpflanzen und Zuchttiere sowie der Umgang mit diesen seit prähistorischen Zeiten in vielen Aspekten von der südlich der Alpen gewohnten Praxis unterschieden. Dort hingegen hatte man noch viele Traditionen der südwestlich-asiatischen Wiege der europäischen Wirtschaft beibehalten. Der Umgang mit Kulturpflanzen und Nutztieren im kontinentalen und im atlantischen Europa stellte bis hin zum Ende des Mittelalters (und stellenweise in den weniger entwickelten Landschaften) eine Anpassung an die natürlichen Gegebenheiten dar. In dem Zwiespalt von Bevölkerungsdruck und Marktansprüchen wurde diese Anpassung (die gleichzeitig das Bemühen um eine sichere Produktion zur Geltung brachte) durch eine Wirtschaft nach Nutzprinzip, das erfolgreiche Bemühen, den grösseren Nutzen zu ziehen, abgelöst. Veränderungen traten im Saatsystem ein, die Skala an Getreideprodukten erweiterte sich, die Erträge erhöhten sich, und zu den ausgesäten Pflanzen gesellten sich Futtersowie Industriepflanzen. Von ganz besonderer Bedeutung wurden hier die aus Amerika stammenden Kulturpflanzen. Unter den Zuchttieren wurde die Artenauswahl von Rindern und Schweinen, die seinerzeit in einem natürlichen Waldbiotop gelebt hatten, verbessert, und schon im Mittelalter begann man mit der Zucht von Pferden. Die Krisen während der vergangenen drei Jahrhunderte begünstigten den Fortschritt in der Schafhaltung sowie die Tendenz, die obengenannten Nutztiere nicht auf natürlichen Weiden, sondern unter künstlichen Bedingungen, das heisst, auf Futterbasis zu halten. Neben der Zucht von Zugvieh, Milchkühen und den industrielle Rohstoffe spendenden Schafen (Wolle) traten die Mastschweine immer mehr an die Stelle der bislang extensiv gehaltenen Arten. Durch Einfluss des Marktes spezialisierte sich die Landwirtschaft und hörte schliesslich auf, als gemischte Landwirtschaft zu fungieren. Während man in früheren Zeiten so ziemlich alle Neuerungen den Landwirten zu verdanken hatte, sind es seit dem Übergang zur Marktwirtschaft nicht mehr die bäuerlichen Innovationen, die den Fortschritt bestimmen. Diese wurden mehr und mehr an die Peripherie gedrängt. Die stärksten Initiatoren waren die Meiereien und im allgemeinen die Grossbetriebe, die sich Investitionen leisten konnten und wissenschaftliche Ergebnisse sowie industrielle Neuerungen anwenden konnten. Tamás Hoffmann 455