A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 30-31/1. (1993)
K.VÉGH Katalin: A kistokaji honfoglalás kori temető
Tettamanti S. , 1975 Temetkezési szokások a X-XI. században a Kárpát-medencében. StComit 3 (1975) 79-123. Točik, A. 1968 Altmagyarische Gräberfelder in der Südwestslowakei. Archaeologica Slovaca - Catalogi III. Bratislava Tömörkény /., 1904 Oroszlámosi leletekről és ásatás a körös-éri iskolánál. ArchÉrt 24 (1904) 263-271. K. Végh K., 1968 Avar kori leletek a miskolci múzeumban. HÓMÉ 7 (1968) 47-90. 1970 Honfoglalás és kora Árpád-kori sírleletek a miskolci múzeumban. HÓMÉ 9 (1970) 79-107. 1971a. Kistokaj. ArchÉrt 98 (1971) 277. 1971b. Kistokaj. RégFüz I. 24 (1971) 58-59. 1971c. Honfoglalás és kora Árpád-kori régészeti emlékek megyénkben. Borsodi Szemle 16 (1971-3) 60-65. 1975 Régészeti adatok Észak-Magyarország i. sz. I-IV. századi történetéhez. HÓMÉ 13-14. (1975) 65-129. BESTATTUNGSORT AUS DER ZEIT DER LANDNAHME IS KISTOKAJ Im Jahre 1970 stiess man in der Nähe der Ortschaft Kistokaj (Komitat BorsodAbaúj-Zemplén) im Gelände einer offenen Sandgrube bei Oberflächenabschürfungen auf Gräber aus der Landnahmezeit. Schon vorher, und zwar 1950 und 1959, hatte man hier vier Bestattungen entdeckt. 1 Bei den Fundbergungen im Jahre 1970 und 1972 konnten insgesamt 73 Gräber aufgedeckt werden. 2-3 Ebenso konnten hier Scherben aus dem Altertum und Überbleibsel einer Siedlung aus der Kaiserzeit geborgen werden. 5 Durch die Erdabschürfungen wurde rund ein Drittel der 73 Gräber aufgewühlt und teilweise sogar zerstört. Hierdurch ist die Analyse und Bewertung dieses Bestattungsortes natürlich erschwert. Die Gräber waren in West-Ost-Richtung angeordnet, wobei die Skelette mit dem Kopf den Westen lagen. Von der Form her glichen die Gruben zumeist einem Rechteck bzw. einem Boot. Die Skelette lagen ausgestreckt auf dem Rücken mit Ausnahme dessen in Grab Nr . 31. Hier waren die Beine eines jung Verstorbenen nach links gedreht und angewinkelt. In Grab Nr. 44 hatte man die Beine des Verstorbenen an den Knöcheln über kreuz gelegt. Wahrscheinlich hatte man sie seinerzeit zusammengebunden, damit der Tote nicht zurückkommen kann. Die Arme lagen in verschiedenen Stellungen, doch ist dies weder mit dem Geschlecht noch mit dem Alter des Verstorbenen in Zusammenhang zu bringen. Die Toten aus den Gräbern Nr. 2 und 30 waren in eine Art Matte oder Tuch gewickelt bestattet. Unter den beigegebenen Gegenständen ist hier der Kettenanhänger mit den vier herzförmigen Silberplättchen (Bild 6, 5.1.) hervorzuheben. Der Anhänger lag unter dem Schädel, demzufolge hat er einst als Haarschmuck gedient. Als zeitgemässe Analogie zu dieser Tracht sind der Kettenahänger aus dem Spätavarischen 45 ^ 8 sowie als ein späteres Beispiel ein estnischer Kopfschmuck aus dem 17./18. Jahrhundert bekannt. 49 In Grab 24 wurden zwei durchbrochene Scheiben gesichert (Bild 11, 24.4a-b.). An einem Lederband befestigt, mögen sie als Schmuck in der Haarflechte gedient haben, womöglich zusammen mit den Perlen und kaurischen Muscheln, die in der Nähe gefunden wurden. Auf den Scheiben ist ein Pferd vor dem Lebensbaum stehend abge102