A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 27. Tanulmányok a 70 esztendős Végvári Lajos tiszteletére. (1989)

JOÓ Tibor: Árpád-kori emlékek Regensburgban és Passauban

ERINNERUNGEN AUS DER ÁRPÁD-ZEIT IN REGENSBURG UND PASSAU (Auszug) In den letzten Jahzehnten unseres Jahrhunderts ist das geschichtliche Interesse der Bevölkerung unserer Heimat, besonders an den Veröffentlichungen, Forschungen über geschichtliche Vorgänge, Zusammenhänge, gesellschaftliche Veränderungen und ethnische Zusammensetzungen, der lange vergangenen Geschichte stark gewachsen. Dieses Interesse ist bei unserer Ansiedlung im Karpatenbecken, unserer Eingliederung, den Streifzügen, bei unserer Bekehrung und den Umständen der Gründung unseres Staates, den dabei eine Rolle spielenden großen Persönlichkeiten und dem Leben ihrer Familien und ihrem Schicksal von besonders großem Ausmaße. Dieses Interesse wurde von den zu den Jahrestagen des Heiligen Stefan (1000. Geburtstag, dann 950. Todestag) veranstalteten heimischen und westeuropäischen Festlichkeitsreihen, wissenschaftli­chen und kirchlichen Erinnerungsfeiern gesteigert. Das die VersÄumnisse auch aufzu­holen wünschende Interesse erstreckt sich auch auf die Mitglieder der Familie des Heiligen Stefan, auf das ganze Haus der Arpaden; auf die von Konstantinopel und Kiew, über Venedig, die deutschsprachigen Länder und die Schweiz, bis über Frank­reich und Portugal, bis hin zu den Gefilden von England, Schottland und Irland überall durch familiäre Verbindungen geschaffenen Herrschergeschlechter. In unmittelbarer Umgebung unserer Heimat entstanden mit den Herrscherfamilien Bayerns besonders enge Verbindungen und deren Erinnerungen sind noch heute auf bayrischem Gebiet in den Städten mit tausendjähriger Geschichte, in den Zentren der Christianisierung, hauptsächlich in Regensburg und Passau zu finden, in deren Kirchen, Klöstern und Sammlungen. Diese Reliquien beziehen sich auf Mitglieder der Familien des ungari­schen Königshauses, deren Abkömmlinge, auf dort wirkende, bekehrende Bischöfe, auf Werkstätten der Kirche, der Künste und der Wissenschaften und die dort hergestell­ten, auch in den unheilschwangeren Jahrhunderten erhalten gebliebenen Stücke von unschätzbarem Wert. Wegen der Beschränkung des Umfanges können wir uns jetzt nicht näher mit den Erinnerungen an die Heilige Elisabeth (von Thüringen) aus dem Arpaden-Haus, den Verbindungen des Arpaden-Hauses nach Gandersheim, Bamberg, Scheyern, Kehlheim, Freising, Landshut, usw. beschÄftigen, sondern nur mit den über die Abkömmlinge des Arpaden-Hauses und deren Ehegatten in Regensburg noch zu findenden Erinnerungen; mit auf die Grabdenkmäler der unmittelbaren Angehörigen, auf künstlerische Gegenstände hinweisenden Daten aus dem regensburger Nieder­münster, der Kathedrale Heiliger Emmeram und zwar mit dem am letzteren Ort bestat­teten Heiligen Wolfgang soll bekanntgemacht werden. Ähnlich verfahren wir im Falle der Klosterkirche von Passau Niedernburg, wo die Gattin unseres Könings, des Heili­gen Stefans, Gisela, als erste ungarische Königin beigesetzt ist und wo auch ihre Groß­tante, die Äbtissin Heilka ruht, weiterhin des Passauer Doms, wo in einem Prunkgrab (verziert mit den Wappen Ungarns, Bayerns und der Familie Ortenburg) die Tochter des ungarischen Königs Ottó von Witteisbach (1305-1312), des Enkels Béla IV. , Agnes Witteisbach, Gattin des Grafen Ortenburg, begraben liegt. Tibor Joó 22* 339 \

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