A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 27. Tanulmányok a 70 esztendős Végvári Lajos tiszteletére. (1989)
EGRI Mária: Gácsi Mihály (1926-1987)
Gácsi verbrachte 18 Jahre in Szolnok. Hier veranstaltete er seine erste grosse Sammlungsausstellung, mit dieser Stadt verbindet sich ein bedeutender Abschnitt seiner Arbeit. Hier entstanden seine humorvollen und ironischen Kupferstiche „Einmarsch der Ungarn", „Die Reklame n.einer Firma", „Der heilige Franz predigt den Vögeln". Hier schuf er auch 1956/57 seine erste, später 1972 seine zweite „Dózsa"Serie. In den 60-er Jahren entstanden die Kompositionen „H-Bombe", die von den Sorgen um die Zukunft der Menschheit geprägt sind, und, als erster Ausdruck der Vermaschinisierung, der gegenseitigen Verfremdung: „Die letzten Blumen, auf den Blättern des physikalischen Experiments". Er erhielt noch eine der höchsten Auszeichnungen in der bildenden Kunst, den Munkácsy-Preis, danach verliess er Szolnok. Zuerst versuchte er sich 2 Jahre lang in der Künstlerkolonie Hódmezővásárhelys, schliesslich wählte er 1976 Zalaegerszeg als endgültiges zu Hause. Vielleicht ist die weite Entfernung, die andere Umgebung, das Fehlen des Freundeskreises der Grund für die immer bitterere Konklusion seiner Werke. Die frühere Stimmung begegnet uns nur hier und dort verstreut auf seinen grossen Grafiken und verdichtet sich mehr auf seine Glückwunschkarten und ex libris'. Immer häufiger sucht er in der Bibel Hilfe, um die Gegenwart ausdrücken zu können. „Lots Flucht aus Sodom", „Die Versuchung des hl. Anton", „Die Verkündung des Wortes" sind von immer dramatischerer Stimmung. Seit Ende der 70-er Jahre zeigen seine visionsartigen Bilder gar nach einem Atomkrieg oder einer totalen Umweltverschmutzung herrschende Zustände. Auf seinen Bildern formt sich die natürliche Vegetation um, aus Metallkonstruktionen, Rohren, bekrallten Geschwulsten und eisenbestachelten Auswüchsen organisiert sich die Umwelt und auch der Mensch ähnelt kaum noch seinem einstigen Selbst. „Der Spaziergang im Frühlingswald", „Die Naturtaucher" sind Alpträume von der endgültigen Zerstörung. In den Jahren vor seinem Tode malte er fast ausschliesslich. Als Prophet zeigte er uns die Zukunft, mehr konnte er nicht tun. Er malte, weil er leben musste, doch mehr als seine Visionen konnte er uns nicht mehr geben. Er hinterliess uns nur die Hoffnung, dass seine Prophetik Verständnis findet. Mária Egri 127