A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 25-26. Tanulmányok Szabadfalvi József tiszteletére. (1988)

RÉGÉSZETI TANULMÁNYOK - LOVÁSZ Emese: Gepida ház Egerlövőn

HAUS DER GÉPIDEN IN EGERLÖVŐ (Auszug) Am Rande der Ortschaft Egerlövő wurde durch eine seit Jahrzehnten betriebene Sandgrube eine Beerdigungsstätte der Gépiden zu 60-70% vernichtet. Im Verlaufe un­serer Ausgrabungen retteten wir 58 Gräber, deren Ausrichtung im wesentlichen in Ost­West-Richtung war. Als Beigabe fanden wir in den Gräbern Gefässe mit geglättetem Muster, doppelreihige, dichtgezähnte Kämme. Bei einem Skelett stellten wir eine Ver­formung des Schädels in sehr starkem Masse fest. In der Nähe von vollständig aufge­wühlten, nicht über Beigaben verfügenden Gräbern entdeckten wir die Überreste eines halb in die Erde versenkten Hauses kleinen Ausmaßes. An den vier Ecken wurde die wahrscheinlich aus Mauerlatten bestehende Dachkonstruktion durch Pfosten getragen. Einen Eingang konnten wir nicht beobachten, als Fußboden konnten wir auch nur eine dünne festgetretene Schicht feststellen, auf der die Scherben von mehreren Gefässen la­gen. Neben handgeformten, groben Stücken waren das Stücke eines Toneimers, mit breitem Hals, die am Rande mit geglättetem Zickzack-Muster verziert waren, Scherben eines anderen, an der Seite ebenfalls mit geglätteten Mustern verzierten Gefässes, so­wie zwei Feuerböcke. Dieses Haus steht bei dem wenigen veröffentlichten Material die­ser. Epoche dem im Gelände von Battonya-Szionda aufgeschlossenen Typ am nächsten. Als Parallele zu unserem Fundmaterial erwähnen wir die in der Sandgrube der LPG Vörös Október in Battonya hervorgekommenen Stücke eines Toneimers mit ge­glätteter Randverzierung, die denen ähneln, die in der Ostslowakei an der Fundstelle von Peder vorkamen. Auf dem Gelände des Hauses kamen 33 Tierknochen zum Vorschein: Die meisten Teile stammen von Schafen und Ziegen, danach kamen Rinder-, Schweine- und Pfer­deknochen. Über die zeitliche Einordnung der Siedlung und des Friedhofes im Verhältnis kann nach dem Aufschluß von mehr Häusern gesprochen werden. Wir erwähnen noch aus dem charakteristischen Fundmaterial die im Grab Nr. 25 gefundenen kompakten polye­derförmigen silbernen Ohrgehänge und die im Männergrab Nr. 31 gefundenen byzanti­nischen Münzen Justinus IL und Kaiserin Sophia im Werte von 40 Numnia; geprägt in Nikodemia (565-568), welche sicher den oberen Zeitpunkt der Nutzung des Friedhofes markieren. Emese Lovász 140

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