A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 24. (1986)
NÉPRAJZI TANULMÁNYOK - KAVECSÁNSZKI Gyula: Rátka, Hercegkút és Károlyfalva népi építészete
Erklärung dafür ist, dass die deutschen Siedler zum Zeitpunkt der Ansiedlung vertraglich verankerte Vorteile (z. B. Steuernachlass) bekamen, ausserdem Boden und zum Hausbau - wenn auch schwierig - Baumaterial erhalten haben. Die sog. Bodenlosigkeit - Besitzlosigkeit — trat hier nicht so verschärft auf, wie im Falle der ungarischen Dörfer. Ihr Zusammenhalt war sehr gross, das erhaltene Land wurde mit harter Arbeit fruchtbar gemacht, eine bedeutende Viehzucht aufgebaut und darüber hinaus beschäftigten sich die deutschen Ansiedler mit Weinanbau und Winzerei, in Rätka wurde sogar Tabak angebaut. Die Bauweise der Häuser zeugte von einem höheren Standard als der der ungarischen Dörfer, der Wohnungsbau aus Stein war verbreitet, die Stirnseiten der Häuser waren prachtvoll und die Fensterläden aus Eisen gefertigt. Die angesiedelten Dörfer weisen aber in der Entwicklung und der Architektur auch abweichende Eigenarten auf. Rätka: Ursprünglich war es ein ungarisches Dorf, aber in der türkischen Zeit wurde es ausgerottet. Wohngebäude mit mehreren Zimmern sind hier in grösster Anzahl anzutreffen (48%). Die Scheunen befanden sich am Ende der Grundstücke und wurden aus Stein gebaut. Die Fassaden waren hier am prunktvollsten, aber Fensterläden aus Eisen waren selten anzutreffen. Die Häuser mit Steindielen haben sich hier durchgesetzt. Eine Besonderheit stellen die bautechnisch schweren, aber ästhetisch schönen Steizäune dar. Hercegkút. Hier herrschte die Viehzucht vor. In jedem Haushalt sind die Scheunen, die auf eine grosse Wirtschaft hinweisen, und die sich anschliessenden Nebengebäude aufzufinden. Die Seh. une hat hier und in Károlyfalva den Wirtschaftshof in zwei Teile getrennt und wurde aus Lehm gebaut. Die Verzierung der Nebengebäude ist eigentümlich, die Gewölbe und Fensterrahmen wurden mit roten Ziegelsteinen geschmückt. Hercegkút ist die meistverschlossene Siedlung. Die Anzahl der von aussen angeheirateten ungarischen Landwirte war hier sehr gering. Károlyfalva: Aussenheuabwerfer sind nur hier anzutreffen. Die zierlichen Eisenspalette sind bis heute bezeichnend. Im Laufe der Forschungen war bis zum Schluss interessant, was die deutschen Ansiedler aus den architektonischen Eigenarten ihrer fernen Heimat auf bewahrt haben. Das Andenken ihrer Regionen wurden in den Flurnamen erhalten. In der deutschen Volksarchitektur der unter der Bezeichnung Schwarzwald bekannten geographischen Region im Land Baden-Württemberg konnte man unterschiedliche Haustypen finden, diese waren typische Berghäuser. Aus dem Stil des Schwarzwaldhauses wurden von den Ansiedlern fast nichts verwirklicht. Sie kamen in andere wirtschaftliche Verhältnisse und Naturgegebenheiten und in den gebildeten Dorfstrukturen haben sie sich architektonisch den ungarischen Dörfern angepasst. Der Grundriss der Wohnhäuser war mit dem der ungarischen Dörfer im Zemplén-Gebirge beinahe identisch. Die Bauweise der Häuser mit zwei oder mehreren Wohnungen ist aber eine eigentümliche Art, die an die Häuser im Schwarzwald erinnert. Für Hercegkút war das Kammerfenster an der Fassade bezeichnend und so sind an der Strassenfassade drei Fenster zu finden. Von der Kammer ging es in die Diele und sie verlief entlang des Zimmers. Diese Anordnung ist heute nicht mehr zu finden. Die Anbringung der Scheunen ist mit der Siedlungsstruktur in Sachsen und nicht mit der des Schwarzwaldes identisch, aber das ist nicht nur eine deutsche Eigenart, man findet das auch in anderen Siedlungen (z. B. in Hejce) wieder. In den Dörfern behalten in erster Linie die älteren Leute ihre Sprache und Gebräuche bei. aber dieses Gebiet bedarf noch weiterer Forschungen. Das Verstehen dieser ungewöhnlichen Mundart ist für alle, die nur der Hochsprache kundig sind, fast unmöglich. Gyula Kavecsdnszki