A Herman Ottó Múzeum Évkönyve 5. (1965)
KOZÁK Károly: Borsod megye egyenes szentélyzáródású középkori templomai
MITTELALTERLICHE KIRCHEN MIT RECHTECKIGEM HEILIGTUM IM KOMITAT BORSOD Die Altertums- und Kunstdenkmalforschung der Nachkriegsjahre lieferte viele neue Beiträge zur der Baugeschichte des ungarischen Mittelalters. Ein Vergleich unserer bisherigen Kenntnisse und der neueren Ermittlungen führte zu neuen Entdeckungen, so daß sich die Zahl unserer mittelalterlichen Kunstdenkmäler um ein beträchtliches vermehrte. Im Laufe der Jahrhunderte hatte sich der Grundriß der árpádenzeitlichen Kirchen geändert. Eine eingehende Erforschung dieser Verärderungen und die sich daraus ergebenden Schlußfolgerungen ermöglichen eine genauere Datierung unserer mittelalterlichen Kirchen und ihre Sichtung den verschiedenen Bauepochen gemäß. Von den ältesten ungarischen Kirchen und Kathedralen wissen wir mit Gewißheit, daß das Heiligtum fast ausnamslos halbkreis- oder hufeisenförmig war. Im 13. Jahrhundert erschien in Ungarn ein „neuer" Kirchengrundriß mit einem rechteckigen Heiligtum. Diese neuere Form begegnet sowohl bei den größeren Kloster- als auch bei den kleineren Dorfkirchen. Ihre Verbreitung schrieb man dem Einfluß der einfacheren, klareren Bauweise des Zisterzienserordens zu, die in Ungarn hemisch geworden war. Die letzthin erschienene Studie über die árpádenzeitlichen Kirchen mit rechteckigem Heiligtum im Komitat Borsod, veröffenlichte nur zwei Grundrisse diese Art. Da sich die Zahl dieser Kirchen seitdem beträchtlich vermehrt hatte, ist ihre Zusammenfassung notwendig geworden. Bei der Erforschung der hier behandelten Kirchen erkannten wir einen Typ von Dorfkirchen, der an die Stelle des früheren Kirchentyps mit dem halbkreisförmigen Heiligtum getreten war. Kennzeichnend für alle diese Kirchen ist ein einfacher, klarer Grundriß, ein rechteckiges Kirchenschiff, das durch einen halbkreisförmigen oder mäßig spitzbogigen Triumphbogen von dem rechteckigen Heiligtum getrennt ist. (Zuweilen feht der Triumphbogen. Das Heiligtum ist häufig quadratisch, doch kommen mitunter auch etwas gestreckte Formen vor. Das Längenverhältnis zwischen Heiligtum und Kirchenschiff ist beiläufig 1 : 2 Diese Proportion konnten wir auch anderwärts (bei Dorfkirchen in Westungarn, auch in den Komitaten Nógrád und Szabolcs-Szatmár) beobachten. Es scheint, daß sich diese Proportion später etwas ändert. Im allgemeinen war das rechteckige Heiligtum mit einem Tonnengewölbe, bald schon mit einem Kreuzgewölbe) abgedeckt. Um diese Zeit gab es noch keine Sakristeien. Es ist denkbar, daß sich die Sakristei bei diesem Kirchentyp herausgebildet hatte, doch erfordert die Klärung dieser Frage weitere Forschungen. Die rasche Verbreitung der Kirchen mit rechteckigem Heiligtum kann damit gedeutet werden, daß diese Form um jene Zeit erschien, als in Ungern der Bau zahlreicher „neuer" Kirchen dringend norwendig geworden war. Der Anlaß war der Mongolensturm, als in den verlassenen Dörfern die Holz- und Strohlehmmauerkirchen