Papp László: Rékavár és 1963. évi felderítő ásatása. Pécs, 1967. (A Janus Pannonius Múzeum Füzetei 12. Pécs, 1967)

PROBEGRABUNGEN IN RÉKAVÁR in der angeblichen Geburtsstätte der heiligen Margarete von Schottland. In der Umgebung der Gemeinde Mecseknádas (im Mittelalter Nádasd genannt) im Komitat Baranya, erhebt sich steil der Schlossberg (Várhegy). Auf seiner Kuppel, tief begraben unter Bäumen, Dickicht und Ranker befindet sich moosbedecktes altes Mauerwerk. Es sind die spärlichen Reste einer alten Burg die uns unter' ihrem späteren Namen als Rékavár bekannt geblieben ist. Burg und Dorf vielen der langen, verheerenden Türkenherrschaft zum Opfer. In das verödete Dorf sie­delten sich im XVIII. Jahrhundert deutsche Einwanderer an, die dann den grössten Teil der Ruinen als Baumaterial verschleppten. Über den Zeitpunkt der Entstehung sowie der Vernichtung der Burg herrschen recht verschiedene Meinungen. In einer Bodenschen­kungsurkunde des ungarischen Königs Andreas II. aus 1235, in welcher die Burg selbst nincht erwähnt ist jedoch die Beschreibung einer Grenz­begehung der umgebenden Länder uns erhalten blieb, wird dieses Gebiet »Terra Brittanorum« genannt. Einige ungrarische Forscher behaupten dass die Burg bereits im XI. Jahrhundert am Schlossberg stand und dass sie vom ungarischen König Stephan den Heiligen jenen zwei angelsächsischen Prinzen, Ed­ward ud Edgar­, als Wohnstätte zugenwiesen wurde die noch im Kindes alter vor dem dänischen König Kanut und seinen mörderischen Ab­sichten Zuflucht in Ungarn suchten und hier aufwuchsen. Laut einiger. Geschichtsschreibern soll Edward später Prinzzessin Ágota, Tochter des Heiligen Stephan geheiratet haben und aus dieser Ehe würde Prinzessin Margarete stammen, die angeblich hier in der Nádasder Burg zur Welt kam. Die Familie kehrte schliesslich nach England zurück, wo Prinzessin Margarete an den schottischen, König Malcolm III. vermählt wurde und nach einem musterhaften, gottgefälligen Leben von der römisch­katholischen Kirche heiliggesprochen wurde. Eine Füle von wissenschaftlichen Arbeiten in englischer und deutscher Sprache wurde schon dem Problem der Herkunft der Heiligen Margarete von Schottland gewidmet. Auch ungarische Geschichtsforscher befassten sich eingehend mit dieser Frage und die Möglichkeit dass Rékavár der Geburtsort Margaretes wäre, wurde neuerdings erwogen. Verfasser beabsichtigt mit dieser kurzen Zusammenfassung der Daten der vorliegenden Dokumente und den Ergebnissen der Probegrabung die er in 1963 einige Wochen hindurch unternahm, die Enträtselung der Vergangenheit der Nádasder Burg zu fördern. Er stellt fest dass die Bestehung der Burg vom XIII. bis zum XV. Jahrhundert archeologisch und dokumentarisch bewiesen werden kann. Sie wurde durch Feuerbrunst vernichtet, wahrscheinlich während den verheeren­den Türkenkriegen nach der frühen Bestehung der Burg im XI. Jahr­dem verlassen. Leider erbrachte die Probegrabung keine archeologischen Dokumente bezüglich der früheren Bestehung der Burg im XI. Jahr­hundert, zur Zeit des Heiligen Stephans und der Heiligen Margatete von Schottland. Durch die Grabungen wurde lediglich festgestellt dass die Ruinen Reste einer 3 m dicken, peripherisch 415 m messenden Burgmauer, sowie der verschiedenen Burggebäude sind. Die Grabungen werden später fortgesetzt.

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