Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 32 (1987) (Pécs, 1988)
Történettudomány - Zsoldos Benő: A Janus Pannonius Múzeum kártyagyűjteménye
124 A JANUS PANNONIUS MŰZEUM KÁRTYAGYÜJTEMÉNYE Die Spielkartensammlung des Janus Pannonius Museums Benő ZSOLDOS Der Verfasser stellt seine Privatsammlung vor, die in der jüngsten Vergangenheit in den Besitz des Museums gelangen ist. Es handelt sich nicht um einen Katalog - obwohl sich der Verfasser mit den europäischen Karten ausgiebiger beschäftigt, - sondern er bietet einen Querschnitt der Welt der Spielkarten und fasst sie zu einem System zusammen. Er gibt Antwort auf die Fragen, wie eine solche Sammlung zustande kommt, welche grundlegende sachliche Kenntnisse zu der Sammeltätigkeit notwendig sind, wie man ein System aufbaut, damit die Sammlung nicht ein Haufen von zusammengetragenen Spielkarten sein soll. Man .muss die Fachliteratur kennen und in Fragen der Kunst und Kulturgeschichte bewandert sein. Eine bedeutende Mannigfaltigkeit weisen die europäischen Spielkarten in der Sammlung auf, die man in zwei Gruppen teilen kann: es gibt die traditionellen (standard) und die nicht traditionellen (non-standard) Spielkarten. Die traditionellen Spielkarten wurden von vielen Generationen benutzt und werden auch heute noch hergestellt. Die anderen Karten werden unter dem Namen nicht-traditionell (non-standard) in eine andere Gruppe zusammengefasst. Letztere Spielkarten verschwinden schnell und haben keine Volkstraditionen. Die verhältnismässig wenig europäischen Spielkarten können in weitere drei Gruppen geteilt werden, abhängig davon, zum welchen der drei europäischen Farbsysteme sie gehören. Die die Mehrheit ausmachenden nicht traditionellen Spielkarten werden nach dem Thema des Kartenbildes gruppiert. Solche Themen sind die Werbung, die Geschäftspropaganda, die politische Propaganda, die Volkstracht, die Kunstrichtungen, Personen und Ereignisse der Geschichte, moderne sowie Luxusspielkarten. Diese Karten wurden hauptsächlich nicht zum Spielen gedruckt und erreichten meistens nur eine Ausgabe. Die Tarokk-Spielkarten bilden in der Sammlung eine selbständige Gruppe, nach ihrer italienischen und französischen Serienkennzeichnung. In dieser Gruppe finden wir auch die Orakelkarten. Besonders interessant in der Sammlung sind die aus Asien, aus der Urheimat der Spielkarte stammenden uralten, herkömmlichen indischen, chíneischen und japanischen Karten. Die Sammlung bietet nützliche Angaben zur Forschung der Spielkartengraphik, der Kulturgeschichte und der Gesellschaftsentwicklung.