Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 25 (1980) (Pécs, 1981)
Régészet - Gaál, István: Die chronologische Grundfragen des neolithischen Gräberfeldes von Zengővárkony
106 ISTVÁN GAÂL können wir den Kreis der Gräber mit Kupferbeigaben ergreifen, das Material der jüngeren Periode. Wenige Spuren deuten auf die ältere Periode, und es sind auch Gräber vom Übergangscharakter. In der alleinstehenden Grabgruppe X. kam weder Ritzverzierung noch Kupfer zum Vorschein. Unter den bekannten Typen gehört der Krug a/18. in die ältere Periode, der Fussschüssel a/2 befindet sich in der ganz frühen Phase der Lengyel-Kultur. Der Fussschüssel a/6 kann - auf Grund seines Vorkommens in anderen Grabgruppen - Übergangstyp sein. Das Keramikmaterial der Grabgruppe bildet einen Übergang zwischen der älteren und der jüngeren Periode, also datiert sich auf die Miete der Frühphase der Lengyel-Kultur. In der auch gut absonderbaren Grabgruppe XL gibt es weder Ritzverzierung noch solche Typen, die - in anderen Grabgruppen - ritzverziert sind. Von den bekannten Typen kam nur der Fussschüssel a/2 - in anderer Grabgruppe - gemeinsam mit ritzverzierter Keramik hervor. Kupferbeigaben kamen aus mehreren Gräbern zum Vorschein, bekannte Typen aber aus keinem von denen. Das gemeinsame Vorkommen bekannter Typen ist nur bei zwei Gräbern studierbar: im Grab 283. waren ein Schüsselchen b/13 und ein b/17 nebeneinander, im Grab 272. befand sich eine Keramik b/26 vom Übergangscharakter und eine von der jüngeren Periode. Letzterer Typ ist in Zengővárkony bekannt, nur in zwei Fällen, immer mit dem Übergangstyp b/26. Die Grabgruppe datiert sich auf Grund der grosszahligen Kupferbeigaben in die jüngere Periode. Weder Ritzverzierung noch Kupfer befand sich im Material der Grabgruppe XII. Die wenig bekannten Typen bieten keine Möglichkeit zur Analyse. Im Grab 335. sind Übergangsformen, das Gefässchen b/44 kam auch mit ritz verzierter Keramik - in anderer Grabgruppe - hervor. Das Gefäss a/12 ist - in anderer Grabgruppen - mit Übergangstypen vorgekommen. Auf Grund der Keramik ist diese Grabgruppe in die Übergangsperiode zu stellen. Nicht einmal die Grabgruppe XIII. wurde vollkommen erforscht. Dombay schätzte die Zahl der Gräber auf 100, es wurden aber nur 24 aufgelegt. Wir bezeichnen die von Dombay aufgelegte Grabgruppe XIII. als XIII/A., und die acht Gräber, die von den vorherigen nach NO lagen, als XIII/B. In der Grabgruppe XIII/A. befindet sich die Ritzverzierung und auch der plastische Spiralmuster in den Gräbern 308. und 351., aber die Typen der ritzverzierter Keramik' sind unbekannt. Es sind sieben bekannte Typen, die Beziehung zur Ritzverzierung - in anderen Grabgruppen - haben. Kupferfunde sind nicht vorgekommen. Es sind zwei Typen, die mit Kupfer - in anderen Grabgruppen zum Vorschein kamen. Das Material des Grabes 360. gehört in die ältere Periode, bis in Grab 361. alte und Übergangskeramik mit jüngerer miteinander waren. Im Grab 311. gab es Keramik vom älteren und Übergangscharakter, im Grab 355. erschienen die Gefässe der älteren Periode. Die Grabgruppe wurde in der älteren und in der Übergangsperiode benützt, auch solche Typen traten aber auf, die die jüngere Periode charakterisieren. Die Grabgruppe XIII/B. enthielt weder ritzverzierte Gefässe noch Kupfer. Im Grab 350. war Keramik vom älteren Charakter, im Grab 346» fand sich aber ein Gefäss der jüngeren Periode. Die nähere Chronologie der Grabgruppe ist auf Grund der bekannten Typen nich definierbar. Die Ritz Verzierung und das Kupfer kamen nicht einmal in der Grabgruppe XIVJA. hervor. Auf Grund der Keramik können wir diese Gruppe in die Übergangs und in die jüngere Periode datieren. In der Grabgruppe XIV/B. kam ritzverzierte Keramik zum Vorschein, der Typ ist aber unbekannt. Kupfer wurde nicht gefunden. Wir stellen das Material in die ältere Periode. Zusammenfassung Die ausführliche Keramikanalyse unterstütztauch die Annahme, dass zur Zeit der Frühphase (I.) der Lengyel-Kultur in Westungarn (im SO-Gebiet von Transdanubien) solche Entwicklung exis ierte, die sich in der Keramik wiederspiegelt. Diese Entwicklung war ununtergebrochen, ungestört, ihre Anfangs- und Endperiode ist klar greifbar, auch die Übergangsperiode zwischen jenen. Das beweist auch die Analyse des Keramikmaterials bei den Gräbern und Grabgruppen: Es sind Grabgruppen, in denen sich nur die Keramik der älteren Periode befindet (VI/A, VII, IX/A.). In diesen gab es keine Keramik von jüngerem Charakter. Die Benützung Grabgruppe VI/B. wurde in der älteren Periode begonnen, dauerte auch in der Übergangsperiode, in der jüngeren aber nicht mehr. Die Grabgruppen V, XI, II/B, XIII/A. beginnen zur Zeit der älteren Periode, gehen in der Übergangszeit weiter, und erleben den Anfang der jüngeren Periode. Die Grabgruppen X. und XII. wurden nur in der Übergangsperiode benützt. Die Grabgruppe XIV/A. beginnt in der Übergangsperiode, und geht in der jüngeren weiter. Sechs Grabgruppen wurden nur zur Zeit der jüngeren Periode benützt: I. Il/A, III/A, III/B, VIII/B. Die Grabgruppen VI/C, VI/D. erhalten Gräber der ganzen Frühphase, aber die innere, ungestörte Entwicklung der Grabgruppen ist nicht immer eindeutig. Die beschriebenen Keramikänderungen sind Ergebnisse innerer Entwicklung in der Frühphase der Lengyel-Kultur in SO-Transdanubien. Am Anfang hat die Ritzverzierung bei der Keramikdekoration eine wichtige Rolle, die - sicher beweisbar linear-