Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 23 (1978) (Pécs, 1979)

Régészet - Ecsedy, István: Die Siedlung der Somogyvár–Vinkovci Kultur bei Szava und einige Fragen der Frühbronzezeit in Südpannonien

102 ISTVÁN ECSEDY C/3. Umgekehrt kegelstumpfförmige Schüssel mit eingezogenem Rand. Vom Rand gehen zwei kleine Bandhenkel aus. Die Schüssel wird senk­recht auf die Bandhenkellinie unter dem Rand mit plastischem Buckel verziert (Taf. V. 2). D. Fußschüsseln: Die Mehrzahl der sehr charakteristischen, oft an der Außen- und Innenseite gleichfalls eingeritz verzierten und die Spuren von Inkrustation zei­genden Fußschüsseln hat einen eingezogenen Rand, obwohl auch Exemplare mit geradem Rand vor­kommen. Ihr genau rekonstruierbares Exemplar kam nicht zutage, daher konnten die Varianten auf diesem Fundort nicht separiert werden (Taf. II. 12—13; Taf. VI. 9; Taf. VII. 8; Taf. VIII. 4; Taf. IX. 10—13). E. Kleine Schalen: Von den niedrigen, kegelstumpf- oder kugel­abschnittförmigen Schalen kamen nur einige Bruch­stücke zutage. Sie sind unverziert, das eine Exem­plar hat einen leicht nach außen gebogenen Rand (Taf. VI. 1), den Körper gliedert eine waagerechte Kannelierung (Taf. V. 1; Taf. IX. 5). F. Töpfe und Vorratsgefäße: F/l. Meistens eierförmiger Topf mit kegelstumpf ­förmigen Boden, kurzem Hals und leicht nach außen hin gebogenem Rand. Die vom Rand ausge­henden zwei kurzen Bandhenkel lehnen sich dem Schulterteil an. Manche Bruchstücke sind mit, an der Schulter angebrachter Rippenverzierung ver­sehen, die Außenfläche der Gefäße ist grob aus­gearbeitet (Taf. III. 4; Taf. IV. 5; Taf. VI. 11; Taf. VIII. 6, 8; Taf. XI. 1—3, 6; Taf. XII. 4). F/2. Hinsichtlich der Form und Ausführung wie F/l, der Bandhenkel beginnt unterhalb des Randes und lehnt sich an die Schulter an (Taf. IV. 6; Taf. VII. 7; Taf. XI. 4). F/3. Der Form nach wie die oben beschriebenen Varianten, jedoch ohne Henkel, mit Rippen oder Einschnitten verzierte Gefäße (Taf. IL 7; Taf. III. 3; Taf. VI. 8; Taf. VII. 4; Taf. VIII. 7; Taf. XIII. 4). F/4. Eier- oder kugelförmige Gefäße mit ange­rauhter Fläche kurzem Hals und geradem oder le­icht ausladendem Rand (Taf. I. 7—9; Taf. III. 2; Taf. IV. 7; Taf. V. 5; Taf. VII. 6; Taf. XI. 5). F/5. Große, kegelstumpfförmige Vorratsgefäße. Die rippenverzierten Exemplare mit geradem Rand (Taf. V. 6; Taf. XIII. 1) sind grober ausgearbeitet, während die an der Schulter stark ausladenden Gefäße mit leischt nach außen gebogenem Rand eine auffallend schöne Form haben (Taf. XIII. 2— 3, 5). G. Große Amphora: Im in Szava erschlossenen Fundmaterial kam ein einziges walzenförmiges Bruchstück zutage, das aufgrund seines Maßes und seines leicht nach außen hin gebogenen Randes vermutlich diese Ge­fäßform vertritt (Grube 8.). 111. Die Verbreitung und relative Chronologie der Somogyvár—Vinkovci Kultur Wenn wir die publizierten Analogien der in Sza­va gefundenen Typen berücksichtigen, steht fest, daß die Siedlung zur Somogyvár—Vinkovci Kultur gehörte. Die hierher gehörenden Funde publizierte erstmals István Bona, der es als erster versuchte die geschichtlichen und chronologischen Fragen der von ihm als Somogyvár-Gruppe bezeichneten Kultur zusammenzufassen. 3 Die relativ-chronolo­gische Frage der Kultur hat die in Vinkovci fi­xierte Stratigraphie 4 geklärt, aber außer dem dort erschlossenen, verhältnismäßig geringen Material wurden nur einige kleinere Fundkomplexe der Kul­tur publiziert. 5 Dieser Umstand hat die Arbeit der Forscher sehr erschwert, die die geschichtlichen Probleme der Somogyvár—Vinkovci Kultur und ihr Verhältnis zu den anderen frühbronzezeitlichen Kulturen studierten. Da das Kennenlernen der späten Vucedol-Postvucedol Periode vom Gesichts­punkt der Frühbronzezeit des Karpatenbeckens von grundlegender Bedeutung ist, wäre die Pub­likation des gut dokumentierten Fundmaterials der bisher erschlossen größten Siedlung der So­mogyvár—Vinkovci Kultur — Nagyárpád—Diós­tető — unbedingt notwendig. 6 Abgesehen von der Siedlung in Nagyárpád kamen in Szava die meis­ten authentischen Funde der Kultur zutage und dieses Fundmaterial bietet eine Möglichkeit zur konkreteren Untersuchung einiger, schon früher aufgeworfener Fragen. Einer der Ausgangspunkte unserer Untersuchun­gen ist die Feststellung, wonach das unter dem Namen „Somogyvár-Gruppe" zusammengefaßte ungarische Fundmaterial und die, von den jugos­lawischen Forschern zur „Vinkovci-Kultur" ge­zählten Funde, deren Trennung die auf dem Fun­dort Vinkovci-Trznica (Marktplatz) von S. Dimit­rijevic erschlossene und publizierte Stratigraphie ermöglichte, weder auf typologischer, noch auf chronologischer Grundlage voneinander getrennt werden können, sie bilden das Fundmaterial 3 Bona (1965) 39—63. 4 Dimitrijevic (1966) 71—77. 5 Tasié (1968) 19—29; Bona (1912) 3—18. 6 Die zusammenfassende Auswertung des Fundma­terials von Nagyárpád und die Revision der früheren Forschungsergebnisse siehe bei: Bandi (1917)

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