Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 17-18 (1972-1973) (Pécs, 1975)
Régészet - Bándi, Gábor: Újabb adatok a bronzkori nyélcsöves csákányok elterjedéséhez
NYÉLCSŐVES CSÁKÁNYOK 71 Neuere Daten zur Verbreitung der bronzezeitlichen Schaftröhrenäxte G. BANDI Einer der charakteristischen Waffentypen des Bronzegewerbes des Donaugebietes ist die Schaftröhrenaxt. Diese Waffe wurde von A. Mozsolics nach zwei grundlegenden Varianten gruppiert : „Typ A" — mit unsymmetrischer schmaler Klinge „Typ B" — mit symmetrischer Bogenklinge, oft mit feinen Strichen verziert. Während der vergangenen Jahre sind solche Angaben bei der Ausgrabung an zwei Fundorten — Siklós und Pécs-Szabolcs — zum Vorschein gekommen, die die Verbreitung der Schaftröhrenäxte im Karpatenbecken und die chronologische Klassifikation dieser Typen modifiziert. Die in der Pécs-Szabolcser Siedlung vorgefundenen Gussformfragmente und die im Siklóser Brandgräberfeld zum Vorschein gekommener Axt beweisen, dass man die Benutzung und Anfertigung des Types „В" auch im Gebiet der südtransdanubischen Gruppen des Volkes der inkrustierten Keramik in Betracht nehmen soll. Die räumliche, kulturelle und chronologische Analyse der Gesamtfunde der zwei Typen beweist, dass die Schaftröhrenaxt in den Werkstätten der Bronzegiesserei der bronzezeitlichen Kulturen im Donaugebiet ausgestaltet wurde, vor allem in den Gebieten der Kulturen von Vatya, Füzesabony und Magyarád. Mit aller Wahrscheinlichkeit kann der Typ ,,B" als erste, frühere Variante betrachtet und die Anfertigung und Benutzung kann gleicherweise auf einem relativ engem Gebiet beobachtet werden. Die Benutzung kann man schon seit dem Ende der Periode Reinecke B. A 2 (Mozsolics B. II) nachweisen. Während der Koszider Zeitperiode wurde sie von den südtransdanubischen Gruppen des Volkes der inkrustrierten Keramik, von der Gruppe in Rákóczifalva und dem Volk der weiterlebenden Vatya Kultur verwendet. Die bei dem „Typ A" der Schaftröhrenäxte vorliegenden chronologischen Daten und die räumliche Verbreitung weisen darauf, dass diese Variante die Jüngste sein kann. Wenn wir die Verbreitung dieser zwei Formen gemeinsam untersuchen, fällt es auf, dass im Verhältniss der auf ein relativ enges Gebiet beschränkten Benutzung der „Variante B", „Variante A" eine wesentlich grössere Verbreitung zeigt. Auf dem oberen Theissgebiet bzw. nach Nordosten, ferner nach der Richtung NW, in den slowakischenmährischen Gebieten kann man die Ausbreitung des Gebrauchszentrums gut beobachten. (Abb. 6.) Die Analyse der Typenvarianten der Schaftröhrenäxte veranschaulicht, dass obzwar der „Typ — B" mit der symmetrischen Bogenklinge wahrscheinlich die im geschlossenen Zentrum verfertigte Grundform gewesen sein könnte, „Typ — A" kann aber doch nicht als ein reiner typologischer Nachfolger betrachtet werden. Der zeitlich unbedingt paralle, aber unter den benachbarten Volksgruppen sich ververbreitende „jüngere" Typ weist vielmehr auf andere Werkstättengruppen und andere Mode hin.