Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 17-18 (1972-1973) (Pécs, 1975)

Régészet - K. Zoffmann, Zs.: Die Aufarbeitung des kupferzeitlichen und frühbronzezeitlichen antropologischen Materials aus Vučedol (Jugoslawien)

ANTHR. MATERIAL AUS VUCEDOL 53 gischen Beobachtungen in die Vucedoler Gruppe einzureihen. Das anthropologische Material der Ausgra­bungen SCHMIDTS wurde nicht ins Inventar des Osijeker Museums aufgenommen. Teilseise ist es aufgrund der sich an den Schädeln befindenden Zeichen, teilweise aufgrund der neben den Schä­deln angebrachten Zettel möglich, das anthropo­logische Material der Gräber 1, 3, 4, 6, 7, 8 und 9 mit Sicherheit zu identifizieren. Ohne Be­zeichnung figuriert das von SCHMIDT (1945) mit der Nr. 11 versehene Stirnknochenfragment. Die Identifizierung von zwei Schädeln war nicht durchführbar, aufgrund der Aufzeichnungen ist ihr Fundort Vucedol-Vinogradi, die Zeit, aus der sie stammen, ist jedoch unbestimmt, („Zeit un­bestimmt") so dass sie in dieser Publikation nicht besprochen werden. Die Datenaufnahme, die im Jahre 1970 durch­geführt wurde, erstreckt sich den obigen Angaben entsprechend auf das anthropologische Material von acht Gräbern, von denen das eine (Vu. 1.) der Badener-Péceler Kultur, die anderen sieben (Vu.3, Vu.4, Vu.6, Vu.7, Vu.8, Vu.9, Vu.ll) wiederum der Vucedoler Gruppe zuzuordnen sind. 4 Das anthropologische Material der erwähnten Gräber besteht ausschliesslich aus Schädel; und obwohl die Schädel sich in einem verhältnis­mässig gut erhaltenen Zustand befinden, bewe­gen, sich so die Geschlechts- und Lebensalter­bestimmungen sowie die Ergebnisse der taxono­mische Analyse innerhalb grösserer Fehlergren­zen. Die Geschlechtsbestimmung nach der Methode von ERY — KRALOVÁNSZKY — NEMESKÉRI (1963) weicht nur in einem Fall von der Gesch­lechtsbestimmung nach SCHMIDT ab. Das aus Grab 3 stammende Skelett ist laut SCHMIDT ein männliches Skelett, nach den neuesten Unter­suchungen wurde in diesem Grab eine Frau im Adultusalter begraben. Dieses Grab stellt laut SCHMIDT zusammen mit Grab 4 ein Doppelgrab dar, er bezeichnete diese Doppelbestattung als „Grabkammer des Ehepaares". Im Falle dieser zwei Skelette detaillierte SCHMIDT — von seiner Gewohnheit abweichend — nicht diese Faktoren, die die Grundlage der Geschlechtsbestimmung darstellen, und so ist es möglich, dass er die im Doppelgrab Bestatteten von vornherein als „Ehe­4 Schmidt hat das im Laufe der Ausgrabungen zu Tage gekommene anthropologische Material der Grä­ber mit „Vu." bezeichnet, in seiner Publikation (SCHMIDT 1945) wiederum veröffentlichte er den chronologisch alleinstehenden, zur Badener-Péceler Kultur gehörenden Schädel aus Grab 1 unter der Bezeichnung „Ba". Die ursprüngliche Bezeichnung des antropologischen Materials in Betracht ziehend, kommt in dieser Arbeit nur die Bezeichnung „Vu," vor (SCHMIDT 1945: Ba.l = Vu.l). paar" betrachtete und keine ausführliche Gesch­lechtsbestimmung vornahm. Ausser bei den zur Altersgruppe Inf. I — II ge­hörenden Individuen bewegen sich die Lebensal­tersbestimmungen aufgrund der Methode von NEMESKÉRI — HARSÁNYI — ACSÁDI (1960) in weitaus breiterem Rahmen als in der Ver­öffentlichung aus dem Jahre 1945. Das nur aus Schädeln bestehenden Material, genauer die nur auf endokraniale Nahtverknöcherungen beruhen­de Lebensaltersbestimmung zeitigt keine prä­zisen Daten (ACSÁDI — NEMESKÉRI 1970). Zwischen den Ergebnissen der von SCHMIDT (1945) und von mir durchgeführten Schädel­messungen bestehen unbedeutende, aber ständig einige millimeter Abweichungen, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass sich zur Zeit der Datenaufnahme durch SCHMIDT das Material vermutlich noch in einem besseren Zustand be­fand. So hat SCHMIDT auch viele solche Masse von den Schädeln aufgenommen, deren Messun­gen heute schon nicht mehr möglich sind. In eini­gen Fällen (z. B. Messung 28) wiederum hat SCHMIDT nicht nach den von MARTIN festge­legten Messpunkten gearbeitet. Aus diesem Grun­de spiegelt Tabelle 5a —b neben den Messungser­gebnissen von SCHMIDT auch die Ergebnisse der neueren Messungen wieder. Bei der zur Untersuchung auf anatomische Va­riationen geeigneten Schädeln waren nur in einem einzigen Fall (Vu.3) Nahtknochen zu beobachten, ebenda war auch ein Inkabein wahrzunehmen. Am Schädel waren keine Spuren, die auf patho­logische Veränderungen deuten, wahrzunehmen. Am Stirnbein des mit Vu.3 bezeichneten Schädels ist vom Bregma cca 44 mm in sagittaler Richtung eine runde Vertiefung von 14 mm Durchmesser und cca 2 mm Tiefe, vermutlich die Spur eines verheilten Schlages, zu sehen. Zum Abschluss der Aufarbeitung des anthro­pologischen Materials hat SCHMIDT auch die ta­xonomische Zugehörigkeit des Materials festge­legt: Den in die Badener-Péceler Kultur einzu­reihenden mit Vu.l bezeichneten Schädel bes­timmte er als zu dem Typ „Homo danubiensis", die übrigen zur Vucedoler Gruppe gehörenden Schädel wiederum als Vetreter des Types „Homo syrmiensis". Das Material aller drei erwachsenen weiblichen Schädel ist zur taxonomischen Analyse geeignet. Der aus dem Grab der Badener-Péceler Kultur stammende, mit Vu.l bezeichnete Schädel ist me­trio-ortho-tapeinokran, mit einem verhältnis­mässig breitem Gesichtsschädel, der mit seiner breiten Nase dem Cromaa/non-Typ nahesteht, mit einer vermutlich etwas schmalgesichtigen doli­chomorphen Wirkung. Die Population der Vucedoler Gruppe ist durch

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