Janus Pannonius Múzeum Évkönyve 16 (1971) (Pécs, 1972)

Régészet - Bándi, Gábor: Untersuchung der Bestattungsbräuche bei bronzezeitlichen Brandgräberfelden

tó G. BANDI ches darf man eine Verbindung zwischen den zwei nachfolgenden Bevölkerungen nicht ausschließen. Zur Untersuchung der Gefäßbeigaben und des Bestattungsbrauches, welches in Zusammenhang mit dem Lebensalter sich bemerken ließ, ist durch einen fernen doch in seinen historischen Hintergrund außerordentlich wichtigen Fundort eine Möglichkeit dargeboten. Dieses ist das im Gebiete der Unteren Donau, in Cirna freigelegtes Gräberfeld, dessen ver­branntes anthropologisches Material auch bearbeitet wurde. 19 Die Auswahl des Fundortes ist durch his­torische Ereignisse gerechtfertigt: Das nacht Südost gerichtete Fortbewegen der nord­transdänubischen Gruppe der Bevölkerung mit ink­rustierten Keramikgefässe während der erste Hälfte der Periode Reinecke В Bi, welches der Ausgestal­tung der Szeremle-Gruppe im Sió-Donau Gebiet Vorschub leisteten, kann heute ziemlich klar verfolgt werden. 20 Die charakteristische Keramik mit inkrus­tierter Verzierung, während der Periode Reinecke В Ъг beim Eindringen der Hügelgräberkultur kann als Befundmaterial der Szeremle-Gruppe noch weiter, bis zum unteren Donau-Gebiet verfolgt werden. Das eine namengebende Gräberfeld der dort ausgeform­ten Dubovac-Cirna Gruppe ist auf Grunde deren al­ler Beachtung würdig. 21 Die Gefäßbeigaben des Gräberfeldes von Cirna, ähnlich zu der des Hügelgräberfeldteiles von Siófok, kommen in einer Anzahl von 1-8 in den bewertbaren 116 Gräbern vor. Untersucht man die Veränderung der Gefäßanzahl nach Altersgruppen, so ist es auf­fallend, daß zwischen den Jahren o-i die Anzahl der Gefässe nur 1-3 beträgt. Der Grenzenwert für die Altersgruppe Inf. I. (zwischen den Jahren 1-7) bedeutet 1-7 Gefässe, die Anzahl der Gefässe in den Gräbern von den Jahren 7-14 beträgt 2-8. Bei den 19 Dumitrescu 1961.; Nicolaescu-Plopsor 1961: 365-382. 20 Bándi-Kovács 1969-1970; Bándi-Kovács 1970: 25-30. 21 Bándi-Kovács 1970: 30-39. Abb. 2.; Dumitrescu 1961. Gräbern der 14-40 Jährigen verändern sich die Ge­fässe zwischen 2-7, dann sind die Grabbeigaben über 40 Jahre in einer Anzahl von 2-6 vorzufinden. Die Verwendung der Gefässe ist also auch hier ausgeg­lichener als bei der früheren transdanubischen Kul­tur. Eine eingehende Übersicht bei den Altersgrup­pen- auch die Häufigkeit der Fälleanzahlen in Be­tracht gezogen- bietet schon ein mehr verteiltes, bes­ser analysierbares Bild dar. Ähnlich zum Hügelgrä­berfeldteil von Siófok, oder zu den inkrustierten Keramik enthaltenden Gräbern des Fundortes ist eine höhere Gefäßanzahl in der Juvenilis-Alters­gruppe zu finden. In den Altersgruppen Adultus­Maturus-Senium, sind im allgemeinen wenigere Ge­fässe vorhanden, wie es auch durch die sinkende, langgestreckte Resultatslinie des jeden Gräberdaten darstellenden Graphikon veranschaulicht ist (Abb. 11.). Es ist besonders beachtungswert, daß während innerhalb der Lebensweise der nordtransdanubi­schen Gruppe mit inkrustierter Keramikkultur, in den arhäologisch schon früher bestimmten Gräber­feldern von Környe und Mosonszentmiklós, die größte Gefäßanzahl bei den Kindern von 6-13 Jahren zu finden ist, verschiebt sie sich in den zwei­felsohne jüngeren Fundort von Siófok zwischen die Jah ren 14—22. Dasselbe kann in dem Hügelgräber enthaltenden Feldteil des Fundortes wie auch in dem ferneren Gräberfeld von Cirna beobachtet wer­den. Zusammenfassend können wir feststellen, daß die Analyse der über anthoropologische Daten verfügen­den Brandgräberfelder und die darauf gebaute ver­gleichende Untersuchungen erweisen sich zu einer Forschung des bisher nur kaum bekannten Bestat­tungsbrauches sehr geeignet. Trotz dem Faktum, daß in den drei nordtransdanubischen Gräberfeldern nur eine gewisse Zusammenhang folgerichtig unter­sucht werden konnte, ein sicheres Moment des Be­statungsbraucb.es wurde doch bestimmt. Für die Festlegung der Brauchsveränderungen, die exakte Untersuchung deren zeitliche und räumliche Gestal­tung, besitzen wir noch keine genügende Daten. Durch unseren Versuch kann nur einen Weg für die zukünftigen Forschungsmöglichkeiten gewiesen wer­den. 22 22 Diesmal möchte ich András Uzsoki für seine gefällige Sachunterstützung danken. Die Graphiken wurden von Kál­mán Szíjártó gezeichnet, meinen Dank spreche ich hier aus.

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