Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1966) (Pécs, 1967)

Régészet - Foltiny, Stefan: Zwei Prachtgefässe der Osthallstattkultur in Westungarn

60 ST. FOLTINY stehenden Typ neont 8 ) auch als Mehrfach — oder Etagengeifätss gestaltet, und miit plastischem Tier- und Menschenfiguren versehen werden kann. In unserem iFaille zeichnen sich die Fragen nach der Zwedkdeutung des Gefässes, die Zeitfrage und die Frage der Kulturbeziehungen als die wichtigstem ab. F. Felligemihauer mfeiigt der Auffas­sung zu, in diesen Prunkgefässen »primär feier­Meh^festlichen Ritualen dienende Objekte zu sehen, welche dann sekundär als Grabbeigabe zsur Verwährung gelangen lkoini.nitetn«<. 9 Wenn wir eine nähere Datierung unserer Mehrfachgefässe versuchen, finden wir, dass die Kegelhalsgefässe (die doppelkonischen Ge­•fässie naclh R. Pittiioni) häuifige Typen der Stufe Hallstatt С sind 10 , die aber ohne wesentliche Ve­ränderungen während der Stufe Hallstatt D fortleben und an mehreren Fundorten in die La­tenezeit hineinreichen. Dass das westungarische Material mit den ostösterreichisohen Funden (hauptsächlich miilt dem Typus- Staitzendoinf-Ge­meinlefoarn) in enger Beziehung steht, wurden von den ungarischen Fachleuten oft betont 11 . Jedoch ist die geschichtliche Entwidklung in Westungarn anders verlaufen. Die aus dem Os­8 Felgenhauer 1962, S. 103. 9 Ebd., S. 103—104. 10 Felgenhauer 1962, S. 106—107. Pittioni 1964, S. 71. 11 S. Gailus, Die figuralverzierten Urnen vom Sop­romer Burgstall. Archeológia Hungarica 13, 1934 (im folgenden als Gailus 1934 angeführt). F. von Tompa, 25 Jahre Urgeschichtsforischung in Ungarn 1912— 1936. 24/25. Bericht der Röm.-Germ. Kommission 1934/35 (Berlin 1937; weiter unten als Tompa 1937 abgekürzt), S. 104—106. L. Nagy, A közéorépás­pusztai (Veszprém megye) kora-vaskori temető. Das rrüheisenzeitliche Gräberfeld von Puszta Középré­pás (Kom. Veszprém). Folia Archaeologica 1—2, 1939 (im folgenden als Nagy 1939 angeführt), S. 39— 53 (ungarisch), 53—57 (deutsche Zusammenfassung). Jenő Lázár, A Sághegy környéki hallstaffîkori tumu­lus-sírokróu. Archaeologiai Értesítő 78, 1951, S. 38— 42 (im folgenden als bazár 1951 Zitiert). Derselbe, Hallstattkori tumulusok a Sághegy távolabbi kör­nyékéről. Hallstattzeitliche Tumuli aus der weite­ren Umgebung des Ságberges (Westungarn). Ebd. 82, 1955 (weiter unten als Lázár 1955 zitiert) S. 202— 211. St. Fol tiny, Velemszentvid, ein urzeitliches Kul­turzentrum in Mitteleuropa. Veröffentlichungen der österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Ur- und Frühgeschichte 3, 1958 (im folgenden als Foltiny 1958 angeführt), S. 48—49. I. Lengyel, A halimbai (Veszprém megye) koravaskori temető. Le cimetière du premier âge du fer de Hadimba. Archaeológiaá Értesítő 86, 1959, 159—168 (ungarisch), 169 (franzö­sische Zusammenfassung); (Im folgenden als Len­gyel 1959 angeführt). Éva M. Kabay, A szalacskai koravasikori tumulusok anyaga a Magyar Nemzeti Múzeumban. Das Fundmaterial der früheisenzeit­lichen Hügelgräber von Szálacska im Ungarischen Nationa] museum. Folia Archaeologica 12, 1960 (im folgenden als M. Kabay 1960 abgekürzt), S. 45—59. ten kommenden Reiternomaden der ungarischen Tiefebene (die präskythischen und skythischen Stämme) haben die historischen Ereignisse weitgehend beeinflusst. Die sogennanten »Thra­ko-Kimmerier« erschienen in Pannonién am Ende der Stufe Hallstatt B 12 und sie spielten eine wichtige Rolle in ziemlich grossen Gebieten Westungarns. M. Párducz 13 hat vor kurzer Zeit nicht weniger als 27 skythische Fundstellen in Transdanubien nachgewiesen. Skythische Ein­wirkungen waren wohl auch in Ostösterreich spürbar 14 ; sie waren aber dort wesentlich schwä­cher; grössere Girälbeirfeider oder ausgedehnte Siedlungsf'unde wurden bis jetzt noch nicht ent­deckt. Dieser Umstand weist auf die unerschüt­terliche Machtstellung der Hallstattkultur im östlichen Österreich hin. Neue Materialveröf­fentlichungen zeigen immer klarer die die be­deutende Rolle der Osthallstattkultur in der kul­turellen und Wirtschaftlichen Entwicklung West­ungairns. Die wach sende Anzahl der westumga­rischen Fundorte dieser Kultur scheint unsere Feststellung noch weiter zu unterstreichen. Wenn es auch in dem vorliegenden Bericht nicht gelingen kann, alle Fundstellen zu erfassen, so wird das hier gegebene Verzeichnis eine bessere Worstellung von der geographischen Verbrei­tung der Hallstattlkultur in Westungarn vermit­teln, als dies auf Grund der bisherigen Literatur möglich war. Die Fundorte werden nach Komi­taten geordnet aufgezählt. Komitat Győr-Sopron Fertőd. Tai. 2, Fig. 2 a-c. Nagybarát. Archaeologiai Értesítő 29, 1909, S. 249. M. Solle, Zur Entwicklung der Hallstatt­12 S. Galllus —T. Horváth, Un peuple cavalier préscythique en Hongrie. Dissertationes Panno­nicae, Ser. IL 9, Budapest 1939 (weiter unten als Gallus —Horváth 1939 angeführt). G. Kossack, Pfer­degeschirr aus Gräbern der älteren Halllstatitzeit Bayerns. Jahrbuch des Rom. —Germ. Zentral­museums Mainz 1, 1954, S. 111—178. St. Foltiny, Zum Problem der Kulturbeziehungen zwischen den mittel- und südeuropäischen Reiter Völkern und der Bevölkerung Norditaliens am Beginn der Frü­heisenzeit. Mitteilungen der Anthropologischen Ge­sellschaft in Wien 92, 1962, S. 112—123; S. 115—117. Gy. Mészáros, Preszikita lándzisahüvely Kakasdról. Le fourreau de lance de Kakasd. Archaeologiai Ér­tesítő 88, 1961, S. 210—217 (ungarisch), 218 (französische Zusammenfassung), mit einer Ver­breitungskarte der präskythischen Funde in West­ungarn. 13 M. Párducz, Western Relations of the Scythian Age Culture of the Great Hungarian Plain. Acta Antiqua Academiae Scientiarum Hungaricae 13, 1965, S. 273—301; S. 274. 14 St. Foltiny, Zur Frage des »skythischen-« Ein­flusses in Ostösterreich und in Slowenien. Archae­ologia Austrica 33, 1963, S. 23—36.

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