Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1966) (Pécs, 1967)

Természettudomány - Kolozsváry, Gábor: Clepsydration und Thamnasterisation in Pelson d (Illirisch e?) Korallen

DIE KORAT .T. «BN 19 Das Septensystem von Plerophyllum Nach SCHINDEWOLF (7) ist der Vorfahre aller Hexakorallen-Typen die undifferenzierte, einzeln (solo) vorkommende kollektive Korall­engruppe des Polycoelia-Plerophyllum-Typs vom Ende des Paleozoikums. Seine Vertreter sind auch im jungen Paleozoikum des Bükk-Gebir­ges anzutreffen. Die Funde strammen von F. LEGÁNYI, G. KOLOSVÁJAY und K. BALOGH. Gesamt-Septenzahl: 40. Davon 1 Haupt- und 1 Kontraseptum, je 9 Seitensepten und je 10 in die vorervähnten Seitensepten mündende se­kundäre Seitensepten. Polyp-Querschnitt etwa 4 mm. Dieser Urtyp bildet einen Übergang zu den Schindewolfsehen »Triaden«-Typen, die in der Trias auftreten. Die diesbezüglichen graphi­schem Darstellungen niiadhen weitere Erläute­rungen überflüssig. (Graphik 1—4.) Das Septensystem der Triaden Dieses System hat SCHINDEWOLF (7) für die aus der Cassiamischen Periode stammenden Conophyllen (Omphalophyllen) beschrieben. Auf Grund seiner Analysen gibt er als Gesamt­Septenzahl 40+x an, darunter 1 Haupt- und 1 Gegenseptum und 4 primaire Laiteraleoptein ; die übrigen sind labile (elastische), das heisst poly­zyklische Nebensepten. Dieses cassianische Sep­tensystem ist bereits in den Korallen des Misina auffindbar — wie'auch die beiliegenden graphi­schen Abbildungen beweisen. — Die Septen­zahl der Misina-Korallen beträgt 80+x, was die Verdoppelung der vorheirigen Ziffer bedeutet. Diese Verdoppelung hängt damit zusammen, dass der Polypemdurchmesser der »Conophyllen« des Misina auch über 20 mm betragen kann, während der Cassianien weit geringer aus­fällt. Dieses Zurückbleiben kann damit zu­sammenhängen, dass in der späteren Cassia­nisiűhen Periode diese Kccallilengiruppe schon pa­rakmisch kleiner wird. Das Septensystem der Keriophyllia WEISSERMEL (8, 9) hat Korallen mit gros­sem Kelchdurchmesser aus dem Muschelkalk Deutschlands nicht erwähnt, weshalb die Ko­rallen vom Misina mit keinem Glied der von WEISSERMEL angeführten Fauna zu identifi­zieren sind. Die Ausmasse der Exemplare vom Másina werden einzig von Triadophyllum mit seinem Durchmesser von 17—18 mm annä­hernd erreicht. Die Triadophyllen des Bükk­Gebirges aus dem Anisus erreichen bis zu 19 mm Grösse, weisen aber keinerlei Spuren einer Clepsydration oder Thamnasterisation auf, auch ihr Vermehrungsmodus ist ein ab­weichender (intracalizinale Knospung), somit kann der Triadophyllencharakter bei den Ko­rallen vom Misina ausgeschlossen werden. Eher ähneln sie der von ALLOITEAU (1) aus dem oberen Bathonien Madagaskars beschriebenen Keriophyllia. Hier tritt die Reduktion des Seitensektors und der Triaden-Bau in Er­scheinung, sozusagen prolongiert bis zum mitt­leren Jura (Konservativismus). Gegenüberstellungen Das Septensystem der Korallen vom Misina­Gebirge bewahrt einen urtümlichen plerophyllä­ren Charakter, weist also einen prolongierten Konservativismus auf, daneben ist aber bereits auch das jüngere conophylläre System erkenn­bar. Die Prolongation kann sich — wie der Fall der Keriophyllia beweist — bei Korallen an­derer Arten ganz bis zum mittleren Jura erst­recken. Bei den Korallen vom Misina herrscht sehr starke Clepsydration, was dadurch bewiesen wird, dass von 300 Polypresten nur ein einziger vorkam, der mit seinem ganzen Kelche intakt erhalten war. (Graphik 5—8.) Das Thamnasterisations-System Diese Erscheinung weist auf einen Fortschritt in der Phylogenese hin. Schon VOLZ (8, 9) be­merkt, dass die Thamnasterien von den Cono­phyllien (Omphalophyllien) abzuleiten seien, und zwar infolge ihrer reichen Knospung und unvollkommenen Individuentrennung (meiner Ansieht nach: Desindividualisation). KOEKER (8, 9) teilt bereits aus dem timori­scnen Perm eine Omphalophyllie (Conophyllia) mit stark urtümlichem, d. h. bilateralem Bau mit. Diese könnte man Präconophyllia nennen. WELLS (10) leitet die Thamnasterien aus dem unteren Teil der Trias von einer kollektiven Ur­wurzel ab, welche auch die Styliniden und die Astrocoeniiden (Astrocoeniina) liefert. Die Thamnasterisation ist das Ergebnis einer intratentakularen Knospung. Bei den Korallen des Misina geht diese von den Lateralsektoren aus. Diese Desindividualisation (die Einheit der Progression und Regression), von VOLZ unvoll­kommene Trennung der Individuen genannt, kommt in der Korallenwelt in der Gyrinisation bzw. Meandrinisation zur vollen Entwicklung. Die ungeschlechtlichen Vermehrungsformen sind nur in gewissen Fällen taxonomischer Art (An der Trias-Lias-Grenze die Vermehrung der The­cosmilia rofanica durch Tochterkelchabschnü­rung; die Kolonisierung der Microsolenien im oberen Jura; die Dendritifikation der Calamo­phylliopsen im Eozän usw ), büssen aber oft ihren Taxon-Charakter ein und beziehen sich nur auf den Genus oder eventuell noch grössere

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