Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1963) (Pécs, 1964)

Papp László: A nagyharsányi avarkori temető. I.

A NÁGYHARSÁNYI AVARKORÏ TEMETŐ 141 DAS AVARENZEITLICHE GRABERFELD VON NAGYHARSÁNY L. PAPP Das kleine Dorf Nagyharsány liegt im süd­lichen Gebiet des Kom. Baranya, südlich beim gleichnamigen, ungewöhnlich felsigen Berg (Höhe: 442 m). Im Sommer 1957 wur­den beim Rigolieren einer Fläche 1 von 52x26 m in einem, an einem Abhang gelegenen Gar­ten am, Ostende der Ortschaft in der Kossuth Lajos Strasse No. 273. Gräber entdeckt. Die Beigaben eines Grabes' lieferte zwei Jahre später der Finder dem Janus Panno­ni us-Museum ein (Taf. L). Im Sommer 1959 wurden in dem noch unbebauten Teil des Gartens vom Museum unter der Leitung des Autors Grabungen durchgeführt, wobei die Gräber 1—42 untersucht wurden. Im Herbst 1963 konnte der andere Teil des Grundstük­kes erforscht werden und dabei kamen noch 44 Gräber zum Vorschein (Nr. 43—86). Der südliche Teil des Gartens und das benach­barte Grundstück sind heute für Grabungen noch nicht zugänglich, da dort teilweise Wein angepflanzt ist, teilweise sich auch ein Weg befindet, bzw. klüftiges Terrain ist. Die Ausgrabungen erstreckten sich auf eine Fläche mit 86 Gräberin, In einem; der Gräber lag das Skelett einer Frau mit einem Säuglingsskelett (Frühgeburt, Nr. 33/a); sein Zusammenhang war mit einem darunter be­findlichen Grab (24/b) unbestimmbar, da es ausgeraubt war und es lagen nur mehr einige Knochensplitter darin. Ein anderes Grab war leer (Nr. 32) und die anderen 85 verteilten sich f oilgendermass en : 24 Männergräber, 27 Frauengräber, 29 Kindergräber und das Geschlecht von fünf Erwachsenen konnte nich festgestellt werden, Sechs Gräber waren gestört und ausge­raubt. Die Tiefe der Gräber betrug 60—230 cm. Ihre Orientierung war in der Mehrzahl eine westöstliche, mit einer Abweichung von eini­gen Graden nach Nord, mit dem Kopf nach West, Einige Gräber (7, 29, 30, 33, 36, 37, 84.) hatten ein Balkengerüst und Spuren von senkrechten Pfosten und im vier Gräbern (31, 77, 80, 83.) konnten Bretterspuren (To­tenlade) beobachtet werden. Charakteristische Beigaben der .brauen­gräber sind die melonenkernförmigen Perlen zusammen mit solchen mit farbiger Einlage. Eine Eigentümlichkeit der Männergräber ist das fast vollkommene Fehlen von Gürtel­beschlägen. Die Beigaben sind ziemlich ärm­lich, doch ist Keramik in grossen Anzahl entdeckt worden, insgesammt 46 Stücke; ihre Verzierung, ihre Form und auch ihr Material ist unterschiedlich. Es kommen auch unver­zierte Exemplare vor. Mehrere Gefässe sind mit mehrlinigen Wellenlinien verziert, In ei­nigen Männergräbern befanden sich dreikan­tige Pfeilspitzen, bw,zi solche mit Dorn, in einigen auch Äxte. In einem Kindergrab (Nr. 57) und in zwei Fraugengräbern (25 und 33) lagen Sicheln. In einem Männergrab (Nr. 28) und in vier Frauengräbern (36, 69, 70, 72) wurden die schlecht erhaltenen Eisenreifen von Holzeimern beobachtet. Beachtenswerte Funde sind eine teilweise vergoldete Silberfibel in der Mitte mit einer Esgelsgestalt und griechischer Inschrift, (Taf. I. und XX) ferner die Beigaben des Frauen­grabes 60. Zu diesem gehörten u. a, eine Scheibenfibel in der Mitte mit vergoldeter Einlage (Taf. XI. und XXL). In der Mitte ist in einem, kreisförmigen Feld ein Reiter (der hl, Georg?) mit Glorienschein, der mit seiner kreuzförmigen Lanze in sedner rechten Hand gegen, den Kopf der Schlange zu Füssen rech­ten Hand gegen den Kopf der Schlange zu Füssen seines Pferdes sticht, In demselben Grab befand sich neben der Fibel das Frag­ment eines Prunkmessers mit Silberbeschlag und eine gegossene .Silberschnalle mit figura^ 1er Darstellung. Neben diesem Grab war das eines Handwerkers (Nr. 59, der vielleicht Wagner oder Zimmermann war) mit verschie­denen Eisenwerkzeugen, als Beigaben (Taf. X-b.). Da keine weitere Aussichten für Ausgra­bungen bestehen, veröffentlicht der Autor die Grabuingsergebnisse mit der Bemerkung, dass sich in dem Gebiet rundherum viel mehr Gräber befinden können, Die wissenschaftliche Auswertung erfolgt in dem nächsten Jahrbuche.

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