Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1962) (Pécs, 1963)
Mándoki László: Szalmásjút
зоб Im Abschnitt III. legen wir unser vergleichendes Material dar. Wir beginnen mit den Sternbenennungen der Völker, die sich mit dem ungarischen Sprachgebiet berühren, schreiten dann auf den nördlichen Teilen des Mittelmeergebietes nach Osten fort und kehren von den abgelegensten Gegenden: von Persien und Hindustan in eine südlichere Zone zurück. Wir ergänzen die Angaben der oben erwähnten Verfasser über die Sternnamen mit Bertägen aus der eigenen Sammlung sowie aus Wörterbüchern und aus der völkerkundlichen Literatur, um auf diese Weise ein einheitliches und für das Mittelmeergebiet im grossen und ganzen einheitliches, (leider aber den Forderungen der Synchronie weniger entsprechendes) Bild zu erwerben. (Siehe dazu die Karte 4., die aber unseren Ansprüchen entsprechend nur zur Illustration, nicht aber zur Dokumentation gereicht). Obwohl das Verbreitungsbild nach unserer Meinung im wesentlichen nicht mehr modifiziert werden kann, wollen wir — um unsere bisherigen Kenntnisse zu differenzieren und das Prinzip der Synchronie in gesteigertem Mas geltend zu machen — mit unseren Forschungen fortfahren. Wir werden noch auf den nier erörterten Namenstyp (bei Darlegung und Analyse der eurasiatischen Namen der Via lactea) zurückkehren. Im Abschnitt IV. haben wir auf Grund des uns verfügbaren Materials folgende Schlüsse gezogen. Das Ungartum lernte die Namen des ,Strohstrasse'-typs im Karpathenbecken kennen, als der Ackerbau zu seinem Daseinsgrund wurde. Das aber fällt im grossen und ganzen mit der Zeit zusammen, als die Zigeuner in Europa erscheinen; die Benennung , Zigeunerstrasse' können wir also beim Ungartum mit dem XIV. oder XV. Jahrhundert datieren. Den Namen müssen wir für primär betrachten; dieser ist nämlich im südwestlichen und östlichen Teil des Sprachgebietes gebräuchlich und das spricht dafür, dass die Benennung früher auch in der südlichen Zone allgemein bekannt sein musste. (Dasselbe beweist übrigens auch das spporadische Vorkommen des Namens in der Grossen Ungarischen Tiefebene). Der Name wurde von den mittleren Gegenden tiefländischen Charakters durch die einundeinhalbes Jahrhundert lang andauernde Türkenherrschaft, sowie durch den nachfolgenden Austausch der Bevölkerung zum Verschwinden gebracht. Das ist zugleich ein Beweis dafür, dass die Rumänen dieselbe Benennung vom Umgartum entlehnten und nicht umgekehrt. Es ist gewiss, dass die Kartenaufnahme der Verbreitung des besprochenen Namentyps auf rumänischem Sprachgebiet dasselbe bestätigen würde. Der zweite Interpretationstyp dieser für die Ackerbaukulturen charakteristischen Vorstellung — Via lactea = zerstreuter Pflanzenstoff — kam in der Formulierung, das Stroh des heiligen Peters' infolge einer Kontamination mit christlichen Vorstellungen zustande. Es konnte wohl die ursprüngliche Benennung des Sternbildes auch bei den Südslaven dieselbe sein (siehe dalmatisch ,P e tr о v a s 1 a m a') und 'erst seit dem Türkeneinfall durch die östliche (osmanisehe und kaukasische) Interpretation — durch die Sage des vom Gevatter gestohlenen Strohes — abgelöst werden. Diese Vorstellung kommt auch bei den Ungarn in den Gebieten vor, wo sie sich mit den Südslaven berühren, so zum Beispiel in den südslavischen Volksinseln Ungarns. Es ist ausserordentlich schwer, die Herkunft des ganzen Vorstellungskreises zu bestimmen; das kann erst nach einer Reihe ausführlicher, mit kartographischer Methode verrichteter Vorarbeiten ermöglicht werden. Vorläufig können wir nur soviel feststellen, dass es sich da um ein Zubehör der Ackerbaukulturen handelt und dass man die Ausbildung dieses Namenstyps nur mitsamt der Ausbildung der Ackerbaukulturen klarstellen kann. Die allgemeine Ansicht dass dieser Sternname persischen, beziehungweise nach Steaemann semitischen Ursprungs sei, — stellt in einer Frage von grosser Tragweite unwillkürlich eine Hypothese auf: in der Fraefe der Herkunft der mediterranen Ackerbaukulturen. Über die Urheimat der Weizenarten und über den Ursorung des Ackerbaues äussern sich die Forscher viel zurückhaltender (Curwen zum Beispiel meint nur soviel feststellen zu dürfen, dass der Weizenund Gerstenbau wahrscheinlich auf dem Gebiet begonnen hat das im Westen vom Nil, im Osten vom Indus, im Norden aber umgefähr vom 45. Breitegrad begrenzt wird. — 1946. S. 38.) Bei der Untersuchung der Herkunft dieses Sternnamens, sowie auch der Herkunft dieses Sternnamens, sowie auch der Herkunft des Getreideanbaues müssen wir jedenfalls mit der Diffusion rechnen. Die europäische Verbreitung dieses Sternbildes weist eine überraschende Ähnlichkeit mit der Verbreitung der europäischen Weizenarten auf der Karte von Rytz auf: wahrscheinlich sind auch