Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1962) (Pécs, 1963)

Kiss Attila: Az avarkori lovas-temetkezés szokásának vizsgálata

162 ÜBER DAS BRAUCHTUM DER AWARËNZEITLlCHËN REITERBESTATTUNGEN A. KISS Reiterbestattungen waren während der ganzen Awarenzeit 568—896 Sitte, während partielle Pferdebestattungen in der ersten Hälfte dieser Epochervon 568 bis letztes Dit­tel des VII. Jahrhunderts gebräuchlich wa­ren. Gegenstand unserer Untersuchungen die Lage des menschlichen und des Tierske­lettes im Verhältnis zueinander. Ziel und Zweck vorliegender Studie war einesteils die Festsetzung des inneren Sys­tems, das diesem Brauchtum zugrundelag, andernteils aber sollte sie als Materialsamm­lung bei der Festsetzung des Quellenwertes der Erkenntnistheorie der früh-mittelalter­lichen Friedhöfe dienen. Unsere Schlussfolgerungen : 1. Bei den verschiedenen Riten der Reiter­bestattungen können keine räumlichen Un­terschiede festgesetzt werden: in ein und demselben Gräberfeld kommen mehrere Ty­pen vor, so dass eine Absonderung von Volks­gemeinschaften allein auf diesem Wege nicht möglich ist. 2. Innerhalb des Brauchtums kamen in der Frühawarenzeit viel mehr Bestattungs­typen vor, als in der späteren Epoche. In der Spätawarenzeit herrscht unter den wenigen Typen eine gewisse Bestattungssitte vor. Die­ser strengere Totenritus kann möglicherweise durch ein einheitlicheres Volkstum der Spüc­awaren und durch die soziale Gliederung in Sippen gedeutet werden. 3. Bei den Bräuchen der Reiterbestattung können nur vermutliche und nicht unbe­dingte Gesetztmässigkeiten festgesetzt wer­den. 4. Weil gegenwärtig hauptsächlich Gräber­felder das Quellenmaterial der frühmittelal­terlichen Archäologie liefern, muss vorerst die Frage beantwortet werden, in wie weit sich die einstige Gesellschaftsordnung in den Friedhöfen widerspiegelt. Wenn bei den Friedhofsbräuchen eine strenge Gebunden­heit, ein absolutes Sytem festgestellt werden kann, dann sind die Friedhöfe als eine unmit­telbare Projektion der einstigen Gesellschaft zu werten. Da wir aber in dem erforschten Brauchtum, nur ein vermutetes System — das sich zeitweilig veränderte — entdecken konn­ten, möchten wir die Forschung auf die Mög­lichkeit aufmerksam machen, dass auch bei anderen Bräuchen ähnliche Erscheinungen auftreten können. Daraus ergibt sich, dass auch die Gräberfelder nicht unmittelbar, son­dern nur auf Grund der Wahrscheinlichkeits­Gesetzmässigkeit die Gesellschaftsordnung widerspiegeln. Abb. 1—2. Typen der awarenzeitiichein Reiteirfoesitaittiungen О : früh-awairisöh П '• spät-awarisch

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