Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1962) (Pécs, 1963)
Sz. Burger Alice: A bogádi későrómai temető
136 LAS SPATRÖMISCHE GRABERFELD VON BOGÁD A. SZ. BURGER 8 km nordöstlich von Pécs, in der Gemeinde Bogád entdeckte man beim Sandabbau ein spätrömisches Gräberfeld. Während unsere Rettungsgrabung im Jahre 1959—61 gelang es uns 21 Gräber freizulegen. Die Beigaben der Gräber Nr. 1 und 2 lassen sich dem Fundmaterial des 1—2. Jahrhunderts u. Z. anschliessen, während die übrigen 19 Skelettgräber mit reichen Beigaben dem 4. Jahrhundert zuzuweisen sind. Das gestörte Grab 3 und Grab 21 waren Ziegelgräber. Alle Gräber sind О —W orientiert, mit dem Kopf gegen Westen (vergl. Abb. 2 und die Grabzeichnungen). In dem Gräberfeld von Bogád fanden wir außer dem herkömmlichen, für das 4. Jahrhundert charakteristischen pannonischen Denkmalgut auch solche außergewöhnliche Grabbeigaben, wie eiserne Haushaltgeräte (Tai. X, 13 und Taf. X, 8), Feuersteine, fast in einem jeden Grab Eisenmesser mit Holzgriff, Armreifen in Frauengräbern, was darauf hinweist, dass es sich um einen westgermanischen Volksstam handelt, der noch der Zengővárkony—Gruppe angehörte (Zengővárkony, Gräberfeld II, Fazekasboda. Sz. László), dessen auffallende Verwandschaft Keszthely—Dobogó und mit der zweiten Periode von Kisárpás offensichtlich ist. Diese Wahrnehmungen werden durch die Münzfunde des Gräberfeldes von Bogád nur noch bekräftigt (vergl. Tab. der Münzen), wonach während der Regierungszeit Constantinus I. westgermanische Stämme in Panonnien angesiedelt wurden. Diese Ansiedlungscampagne erreichte unter Constantius II. ihren Höhepunkt. Ein vieleckiger Silberring mit der Inschrift „SILVANO VIATORI" (Taf. IV, 18, 24, 12/3) aus Grab Nr. 12 — einem Männergrab — verdient besondere Beachtung. Im Grab 13 — einem Frauengrab — fanden wir die eisernen Bestandteile eines Scrinium (Taf. V, 5— 11), mit deren Hilfe sich das neueste zum Vorschein gekommenne pannonisdhe Scrinium rekonstruieren ließ (Abb. 28, А — В). Der neue Fundort Bogád, der im administrativen, religiösen und handelswirtschaftlichen Strahlungsbereich des römerzeitlichen Sopianae lag, birgt vermutlich noch so manche Funde, mit deren Hilfe dereinst wichtige Fragen im Zusammenhang mit Lugio beantwortet werden können. Eine noch genauere Bestimmung des hier sesshaf ten Volksstammes kann aber erst in Kenntnis des Fundgutes der grossen spätrömerzeitlichen Gräberfelder von Pécs, Ságvár, Szőny, Kisárpás und Csákvár erfolgen. Bis dahin möchten wir aber die Ergebnisse unserer Ausgrabung der Forschung zur Verfügung stellen.