Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1962) (Pécs, 1963)
Bökönyi Sándor: A lengyeli kultúra lelőhelyeinek gerinces faunája. III.
101 DIE WIRBELTIERFAUNA DER FUNDORTE DER LENGYELER KULTUR III. S. BÖKÖNYI In dem ersten Bericht über die Wirbeltierfauna der Fundorte der Lengyeler Kultur haben wir das Knochenmaterial der Siedlungen von Zengővárkony und der älteren Ausgrabungen von Pécsvárad beschrieben, in dem zweiten teils die Knochenfunde der letzten Ausgrabungen im Jähre 1959 in Pécsvárad und weiter von Villánykövesd und Magyarboly und begiannen die zoologische Auswertung des beschriebenen Materials. Dabei (haben wir uns — vor allem gemäss der Prinzipien unserer zusammenfassenden Arlbeit über die urzeitliche Fauna Ungarns — mit der Fauna der einzelnen Fundorte als einer Einheit 'beschäftigt, wobei wir feststellen konnten, dass die Fauna der Lengyeler Kultur ein gut äbgrenzbares erstes Glied der Übergangszeit zwischen Neolithikum und Bronzezeit darstellt. Im vorliegenden dritten Teil unserer Arbeit untersuchen wir die Arten, die von den einzelnen Fundorten der Kultur bestimmt wurden. Diese Untersuchungen sollten in erster Reiche die Grössenverhältnisse und die Verhältnisse der Arten klären. Das Wildschwein spielte im Leben der Träger dieser frühkupferzeitlichen Kultur eine grössere Rolle, wahrscheinlich die eines Totemtiers, was die in den Gräbern entdeckten Wildeberunterkiefer und Schmuckstücke aus Eberihauern anzudeuten scheinen. Sämtliche Wildschweinknoohen stammen von grösseren Tieren und können von den domestizierten Schweineresten gut unterschieden werden. Mit gleichzeitigen europäischen und kleinasiatischen Wildschweinen verglichen gehören die unserer Fundorte zu den stärksten. Die Masse der hier entdeckten Rehknoehen erreichen jene der subfossilen Rehe Mittelund Westeuropas, ja sie sind in vielen Fällen sogar grösser. Ähnlich ist es auch mit den Knochen des Edelhirsches. Die Ure unserer FundontewerdenanGröse nur von einigen Individuen Südosteuropas übeirtroffen. Besonders beachtenswert sind ein Urhornzapfen (seine Länge beiträgt 735 mm), weiter ein distales Metaearpus-Ende (Breite: 88 mm), das proximale Ende eines Radius (Breite: 120 mm) und ein Astragalus mit 90 mm Länge; er ist das gröisste Stück dieser Art unter den ungarischen neolithisChen und kupferzeitlichen UrknoChen. Von den domestizierten Tieren sind im Verhältnis zu den Wildtieren die Hausschweine durch kleine Individuen vertreten. Der einzige messbiare Ziegenknochen stammt von einem, sehr grossen Tier, der einzige Schafknochen von einem Tier mittlerer Grösse. Die Mehrzahl der Hausrinder gehören zu den grössten Individuen der Urzeit, vereinzelt kann man aber auch Zwegformen antreffen und so sind sie druchschnittlich kleiner als die ungarischen neolithischen-kupferzeitlichen Rinderknochen. Was die Typen- und Rassenvenhältnisse der Haustiere betrifft, kann man folgendes feststellen. Die Schweine sind durch eine primitive Rasse vertreten, sie haben einen nicht sehr langen Schädel und besitzen einen kaum grösseren Lacrimalindex als 1. Sämtliche Ziegermornzapfen gehören zu dem sog. Aegagrus-Typus und unter diesen ein besonders starker Hornzapfen — kann leider nicht gemessen werden — ist ein Bruchstück, der mit den stärksten südosteuropäischen Stükken verglichen werden kann: er stammt vielleicht von einer Wildziege. Die Schafe gehören zu einer uralten europäischen primitiven Rasse, bei denen die männlichen die Merkmale des „Kupferschafes" und die weiblichen die des „TorfsChafes" zeigen. Die Mehrzahl der Rinder gelhört zu einer einzigen Rasse, deren Schädel- und Stirnbildung sehr variabel ist (so können z. B. die Hoirnzapfen nach ihrer Bildung in fünf Gruppen eingeteilt werden). Es ist noch eine offene Frage, ob die Zwergindividuen eine gesonderte Gruppe bilden, oder ob sie durch eine andere Fütterungs^oder Haltungsweise bedingt wurden. Unter den Hausrindern kommen übrigens vor kurzem, domestizierte Formen ebenfalls vor und auch Knochen, die Kreuzungen zwischen Ur und Hausrind erkennen lassen.