Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1958) (Pécs, 1958)

Sarkadiné Hárs Éva: Zsolnay Vilmos a festő

ZSOLNAY VILMOS A FESTŐ 199 ZSOLNAY VILMOS ALS MALER (Taf. LXV—LXXX) (Zusammenfassung) Der Begründer der keramischen Fabrik von Fées, Zsolnay Vilmos, war ein hervorragender Kenner seines Handwerkes. Die von ihm ausgear­bietete, farbenreiche Glasurtechnik, das Erfinden des Eosins, die unter seiner Leitung verfertigten zierlichen, kunstvollen Schmuckstücke machten seinen Namen weltberühmt. Es ist aber kaum bekannt, dass Zsolnay Vilmos eigentlich Künstler werden wollte. Das Leben der ungarischen Künstler war aber zu jener Zeit noch sehr schwer, dieser Beruf konnte den Lebensunter­halt nicht sichern. Jedoch blieb er neben seiner Beschäftigung in der keramischen Werkstatt auch seinem jugendlichen Traum treu und schuf einige recht schöne Bilder. Seine ersten Bilder malte er noch sozusagen als Kind mit 15 bis 17 Jahren. Es ist uns nicht bekannt, dass er jemals von einem Meister systematisch ge­schult worden wäre. Von seinen frühesten Bildern scheinen die hervorragensdsten die Portrait!« der) zwei Pécser Musikkünstler, Amtmann Prosper und Wei­dinger Imre zu sein. Diese zwei Bilder sind nicht nur durch ihre Natürlichkeit, sondern auch wegen ihrer realistischen Charakterdarstellung sehr aus­drucksvoll. Hervorragende Menschenabbildungen, realistisch wirkende Portaits stellen seine Studien­köpfe, wie „der Würstchenhändler" und „der blinde Hansel" dar. Von seinen Landschaftsbildern ist das Bild „Birken am Flusse" hervorzuheben, das neben seiner Farbenpracht auch deswegen interessant ist, v/eil es an Stelle der damals so modernen Phan­tasielandschaften ein wirkliches Heimatsthema be­arbeitet. Ein natürliches Landschaftsbild ist auch im „die Uröger Wiese mit dem Berg Makár" ver­ewigt, das einen charakteristischen Teil von Pécs darstellt und auch noch heute ein beliebtes Thema der Künstler ist. Leider ist uns nur ein einziges mit Signatur und Jahresangabe versehenes Bild bekannt. An einem romantisch angehauchten Landschaftsbild ist zu lesen: „864 Juni am 20 Wilhelm Zsolnay". Sein letztes Bild ist ein Stilleeben mit strotzden­den Pfirsichen, Weintrauben und Bratkürbissen. Die keramische Fabrik Hess ihm aber keine Zeit für die sonntäglichen Mussestunden, für seine geliebte Malerei. Wenn Zsolnay Vilmos die Malerei als Beruf hätte wählen können, würden wir ihn vielleicht unter den berühmtesten Künstler seiner Zeit fin­den. Er wurde aber Keramiker und auch als Ke­ramiker weltberühmt. Seine ewig forschende Ex­perimentierleidenschaft bereicherte die ungarische Keramikindustrie mit Kunstwerken, die uns für die unterbrochene Künstlerlaufbahn, für die nie ge­malten Bilder entschädigen.

Next

/
Thumbnails
Contents