Janus Pannonius Múzeum Évkönyve (1958) (Pécs, 1958)
Dombay János: Kőrézkori és kora-vaskori település nyomai a pécsváradi Arany-hegyen
KÖRÉZKORI ÉS KOR A-VASKORI TELEPÜLÉS NYOMAI 101 nur an der inneren (nicht geglätteten) Seite Holzund Zweigabdrücke besitzen. Als das Kuppeldach einstürzte und in Stücke zerbrach, fiel es infolge des lockeren Zusammenhanges an der Linie des Holz- und Rutengerüstes auseinander. Demnach stand über der Grube ein kuppelartiges Dach mit Holzgerüst, dass sich auf die Ränder stützte und von innen und aussen mit Lehm dick bestrichen war. Das konnte den Einflüssen des Wetters nicht widerstehen, darum musste man es zum Schutz mit Stroh bedecken. Darauf weisen die 15 am Rande des Trümmerhaufens ringsum gefundenen grossen, schweren, horizontal durchbohrten Kegel (Taf. XXXVIII. 3—4). Von dem kuppelartigen, glatten Lehmdach hätte der Wind das Stroh weggeweht, darum wurde es befestigt; es wurden Stricke darüber geworfen und an deren Enden je ein schwerer Lehmkegel gebunden (22. Bild 3). Die Strohschober von heute werden auch auf dieser Weise vor dem Wind geschützt. An der nordöstlichen Seite in der 519b und 519c könnte je ein vertikaler Holzpfeiler gestanden haben. Zwischen diesen war vielleicht der Eingang in den grösseren Raum. Davor könnte ein kleinerer Vorraum gewesen sein, mit Eingang zwischen der 523. und F. Es ist aber auch möglich, dass die 519b und die 519c mit der Reparatur des Gebäudes im Zusammenhang standen; die in sie gestellten Balken könnten vielleicht die in den 522. und 524. Gruben befestigten Rippen gestützt haben. Die ringsum ein wenig abseits gefundenen vier Pfeilergruben (518., 516., 517., 419.) konnten dazugehören, da sich in ihrer Nähe keine anderen Gebäuciereste befanden. Es könnten Holzpfeiler eines Zaunes in ihnen gestanden haben. Zur näheren Bestimmung des Gebäudes fanden wir keine Angaben. Auf Grund der Überreste von einem dort gefundenen tragbaren Backofen kann man an ein Backhaus denken. Unsere Beobactungen über das Wirtschaftsgebäude können wir folgendermassen zusammenfassen: Im Gegensatz zu den Wohnhäusern, die auf der Erdoberfläche gebaut wurden, hat man diese in die Erde hineingegraben. Ihr in die Erde gegrabener Teil bildete eine grössere, runde, oval oder bienenkorbartig geformte Grube. Über sie wurde ein sich auf die Ränder stützendes spitzes oder kuppelartiges Dach errichtet (19., 22. Bild). Für sie sind die am Rande der Grube paarweise angelegten nischenartigen Ausbuchtungen charakteristisch. Die 519a Grube hatte sicher ein kuppelartiges Dach, was durch die grossen, gebogenen Stücke des Lehmbewurfs mit Holz- und Zweigabdrücken bewiesen werden kann. Seine Holzrippen spannten sich von je zwei, einander gegenüberliegenden, nischenartigen Ausbuchtungen. Deswegen hielten wir die kuppelartige Bedachung auch bei jenen Gebäuden nicht für ausgeschlossen, wo am Grubenrande solche vorhanden waren, obwohl wir bei unseren Rekonstruktionsversuchen nach dem Schein die spitze Bedachung bevorzugten. Zur Befestigung der Rippen schienen die vertikalen Löcher und Gruben nicht geeignet. Wenn man das eine ihrer Enden in derartige Löcher gestellt hätte, wären sie beim Biegen an deren innerem Rande zerbrochen, ihr anderes Ende hätte man kaum oder nur mit Mühe in die entgegenliegende Grube stecken können. Das Graben von schrägen Löchern ist auch viel schwerer, als das von derartigen Nischen, darum machte man lieber die letzteren. Damit wollen wir vorläufig noch nicht behaupten, dass derartige nischenartige Ausbuchtungen sichere Zeichen der kuppeiförmigen Bedachung seien. Sie entsprachen auch der Stütze der Sparren von spitzen Dächern, weil je zwei einander gegenüberliegende Sparren oben befestigt waren, ausserdem auch die Paare mit einander und so durch das Gewicht des Daches sozusagen an den Boden genagelt 'wurden. Bei anderen Gebäuden befanden sich ausserhalb der Grubenränder vertikale Pfeilergruben, in denen Holzpfeiler oder Baumgabeln standen. Diese hielten das Dach und bildeten gleichzeitig das Gerüst der Wand oder des Zaunes (16., 23. Bild). Es kam auch vor, dass am Grubenrande desselben Gebäudes sich nischenartige Ausbuchtungen und vertikale Pfeilergruben befanden. Die letzteren könnten mit dem Eingang in Zusammenhang gestanden haben (24. Bild). Diese Gebäude könnten derartige Keiler oder Scheunen dargestellt haben, für die man noch heutzutage in der Bauart des Volkes Beispiele findet (Taf. XLVI. 3—4). Sie dienten als Speicher zu verschiedenen Vorräten. Ihr in die Erde gebauter Teil war im Sommer kühl, im Winter dagegen warm. Wenn sich um sie noch ein mit Wand umgebener Raum befand (16., 23., 25. Bild), dann wurde die Grube wahrscheinlich horizontal gedeckt. Bei solchen konnte der ganze Fassungsraum innerhalb der Wand zur Aufspeicherung oder als Arbeitsplatz dienen. Nach den Anzeichen gab es auch Wirtschaftsgebäude mit sich auf die Ränder stützendem lehmbeworfenem kuppelartigem Dach (136. Grube). Wor halten es nicht für ausgeschlossen, dass man in diesen Gebäuden auch die kleineren Haustiere gehallen haben mag. Jene kleineren oder grösseren Gruben, um die herum wir weder Dach noch Wand fanden, könnten horizontal gedeckte Vorratsgruben gewesen sein. Es kann als sicher angenommen werden, dass wie um die Wohnhäuser, so auch um die Wirtschaftsgebäude Erdaufschüttungen errichtet wurden, um sie vor Regen- und Schneewasser zu schützen. Einige Wirtschaftsgebäude waren mit einem Zaun umgeben (19., 20., 22., 24. Bild), es wurden sogar dafür Beispiele gefunden, dass auf einem grösseren umzäunten Platz mehrere Wirtschaftsgebäude gestanden haben (20. Bild). Letzteres wird von uns als ein zum Haus gehöriger Wirtschaftshof betrachtet. Obwohl wir unsere Grabungen nur als erste Versuche betrachten, um einem Einblick in unserem Gebiet in die Ansiedlungsweise der frühen Eisenzeit zu gewinnen, heben wir doch zwei unserer Beobachtungen hervor. Wir nehmen es als sicher an, dass an der südwestlichen Seite der IV. und V. Grabungsfläche und an der nordöstlichen der VI — IX., in demselben Ge-